Gegnercheck 1. CfR Pforzheim: Fünftligist mit Nationalspieler

Endlich wieder Pflichtspielfußball für die Werkself! Am Samstag (18. August, 15.30 Uhr) steht die 1. Runde des DFB-Pokals an – und für den Bayer 04-Tross geht es wie im vergangenen Jahr, als man beim Karlsruher SC gastierte, ins Badische. Gegner in diesem Jahr ist mit dem 1. CfR Pforzheim jedoch ein Verein, der bei weitem nicht so bekannt ist wie der KSC. Was es über den Fünftligisten zu wissen gibt? Der Gegnercheck.
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Position

Der 1. CfR Pforzheim steht vor dem wohl größten Spiel seiner noch jungen Geschichte. Erst 2010 entstand der Verein durch eine Fusion des VfR Pforzheim sowie dem 1. FC Pforzheim, der als deutscher Vizemeister 1906 und DFB-Pokal-Achtelfinalist 1988 beachtenswerte Erfolge in der Chronik stehen hat. 2015 gelang dem durch den Zusammenschluss gebildeten „Club für Rasenspiele“ der Aufstieg in die fünftklassige Oberliga Baden-Württemberg, wo der Verein seither spielt. Nach zwei starken ersten Jahren landeten die Pforzheimer im vergangenen Jahr nur auf Rang 13, legten dafür aber eine herausragende Saison im badischen Landespokal hin. Bis ins Finale drang der CfR vor, traf dort auf den haushohen Favoriten Karlsruher SC und war der Sensation ganz nahe. Im Elfmeterschießen hätte Abwehrmann Robert Stark mit einem Treffer im letzten Versuch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte klarmachen können. Hauchdünn ging sein Elfmeter neben das Tor, Pforzheim unterlag anschließend. Die verdiente Belohnung blieb aber trotzdem nicht aus: Da sich der KSC als Drittplatzierter der 3. Liga im vergangenen Jahr bereits ohne den Landespokalsieg für den DFB-Pokal qualifiziert hatte, rückte Pforzheim als Finalist nach – und darf sich nun auf Bender, Brandt & Co. freuen.

Personal

Die Mannschaft des CfR ist sicherlich kein klassisches Amateurteam. Zahlreiche Spieler im Kader haben schon Profi-Erfahrung gesammelt, einige spielten etwa für die Reserve-Teams von Bundesligisten. Der vielleicht bekannteste Name im Team ist der von Stammtorwart Manuel Salz, der dreimal in der Bundesliga für den SC Freiburg zwischen den Pfosten stand, einmal davon sogar gegen Bayer 04. An diese Partie dürften Fans der Werkself noch beste Erinnerungen haben – Salz selbst aber wohl kaum. Beim Aufeinandertreffen im August 2009 musste er beim 0:5 fünfmal hinter sich greifen, unter anderem trafen Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok doppelt. Es sollte das letzte Bundesligaspiel für Salz sein. Abgesehen vom Schlussmann hat der CfR aber auch international erfahrene Akteure in seinem Kader. Die Mannschaft hat in Fatih Ceylan einen ehemaligen türkischen Pokalsieger, in Kushtrim Lushtaku einen albanischen Meister – und seit diesem Sommer sogar einen Nationalspieler in ihren Reihen. Angreifer Stanley Ratifo lief bislang sechsmal für Mosambik auf und wechselte zur neuen Saison von der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln nach Pforzheim. Mit Ratifos Verpflichtung gelang den CfR-Verantwortlichen ein Coup: An dem 23-Jährigen waren mehrere Drittligisten interessiert, Ratifo entschied sich – auch berufsbedingt – für den Weg nach Pforzheim und soll dort nun eine wichtige Waffe in der Offensive von Trainer Gökhan Gökce (oben im Bild) werden.

Probleme

Elf Neuzugänge, zwölf Abgänge im Sommer – die Fluktuation im Kader des CfR war enorm nach der abgelaufenen Saison. Die Neuen zu integrieren und die Abgewanderten zu kompensieren war für den erst 34-jährigen Trainer Gökce eine dementsprechend große Herausforderung in seiner ersten Sommervorbereitung als Chefcoach, nachdem er das Amt im vergangenen Oktober übernommen hatte. Der Saisonauftakt jedenfalls misslang: Am 1. Spieltag in der Oberliga Baden-Württemberg verloren die Pforzheimer mit 1:2 beim FSV Bissingen. Für kleinere Misstöne in der Pokal-Euphorie sorgten anfängliche Diskussionen um den Austragungsort der Partie gegen Bayer 04. Ein Ausweichen ins Karlsruher Wildparkstadion stand zur Debatte, so hätte der Verein mehr Tickets verkaufen können. „Wirtschaftlich hätte es keinen Unterschied gemacht“, gab der Vorstandsvorsitzende Markus Geiser in einem Interview auf der Vereinswebsite an – zumal der KSC selbst tags darauf im Wildpark Hannover 96 empfängt. Die Partie findet also im Pforzheimer Holzhofstadion statt, das rund 10.000 Zuschauer fasst (Nach Erfüllen der Auflagen des DFB wird die Zuschauerzahl für das Pokalspiel am Samstag allerdings auf 4.800 begrenzt).

Potenzial

Der junge Verein wird sehr professionell geführt, verfügt über ein junges Trainerteam und einige Spieler mit hoher Veranlagung. Vor allem Verpflichtungen wie die von Stanley Ratifo zeigen: Der CfR ist in der Oberliga ein sehr attraktiver Klub, der sich stetig weiterentwickeln möchte. Auch der erstmalige Einzug in den DFB-Pokal wird den Bekanntheitsgrad des Vereins weiter steigern, die Einnahmen aus dem Spiel gegen Bayer 04 sollen außerdem dazu beitragen, dass der eingeschlagene Weg weitergegangen werden kann. Große Sprünge sind in diesem Teil des deutschen Ligen-Systems zwar schwierig, aber die strebt Pforzheim auch gar nicht an – und fährt damit bislang sehr gut.

Prognose

Als Oberligist geht der CfR naturgemäß als krasser Außenseiter in die Partie. Kein Verein aus dem diesjährigen Hauptfeld spielt unterklassiger als in der fünften Liga, bei jedem der acht Teams aus dieser Spielklasse würde das Weiterkommen einer großen Überraschung gleichkommen. Gerade diese Tatsache sollte aber auch einiges an Euphorie freisetzen – und zu einem tollen Fußballnachmittag für beide Seiten führen.

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