Gegner-Check: Union kommt mit Pokalspezialisten

Zum zweiten Mal binnen drei Wochen heißt der Gegner der Werkself – 1. FC Union Berlin. Am Mittwoch, 4. März (Anstoß: 18.30 Uhr), empfängt Bayer 04 die Eisernen zum DFB-Pokal-Viertelfinale. Kein angenehmes Los, wie das Bundesliga-Spiel vor gut zwei Wochen zeigte – aber nicht nur das.
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Position

Am Ende konnte Bayer 04 sich glücklich schätzen über den Ausgang der Partie. Erst ein fulminanter Schlussspurt hatte die Werkself Mitte Februar noch zum 3:2-Auswärtssieg in Berlin geführt, vor allem in der Anfangsphase waren die Köpenicker aber besser in der Partie gewesen. Die starke Leistung des Aufsteigers im Ligaspiel sollte Warnung genug sein für das erneute Aufeinandertreffen beider Teams im Pokal – zumal sich Union zuletzt immer besser auf gegnerischen Plätzen zurechtfand. Die beiden vergangenen Gastspiele in der Liga in Frankfurt (2:1) und Bremen (2:0) konnte das Team von Urs Fischer jeweils gewinnen – ebenso wie das Pokal-Achtelfinale beim Regionalligisten SC Verl (1:0), mit dem sich Union nun in die Position brachte, in Leverkusen das Viertelfinale bestreiten zu dürfen.

Schon jetzt ist das Abschneiden des Hauptstadtklubs im DFB-Pokal das beste seit der legendären Saison 2000/01, als sich die Berliner als damaliger Drittligist sensationell bis ins Finale manövrierten, in dem sie dem FC Schalke 04 mit 0:2 unterlagen. Den aktuellen Pokal-Lauf hatte Union mit einem 6:0 bei Germania Halberstadt und einem 3:1 beim Ligakonkurrenten aus Freiburg begonnen.

Personal

Auch wenn die beiden Tore im Ligaspiel gegen Bayer 04 aus dem Spiel heraus fielen: Die Werkself muss auf die Berliner Standardstärke aufpassen. In Marvin Friedrich, Neven Subotic, Sebastian Polter und ganz besonders Sebastian Andersson verfügt Union über mehrere hervorragende Kopfballspieler und kommt innerhalb der Bundesliga auf die mit weitem Abstand meisten gewonnenen Luftduelle: 763 Zweikämpfe dieser Art entschieden Unions Akteure für sich, die zweitplatzierten Freiburger folgen mit über 200 (!) weniger. Dazu haben die Eisernen in Christopher Trimmel einen exzellenten Standardschützen. Der Kapitän bereitete auch beim jüngsten 2:2 gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag beide Tore per Freistoß vor.

Nicht nur auf Standards gilt es aber aufzupassen, sondern auch auf einen ausgewiesenen Pokalspezialisten: In der Bundesliga wartet Mittelfeldspieler Robert Andrich in 23 Einsätzen noch auf sein erstes Tor, dafür traf er in jedem der drei bisherigen Pokalspiele der Berliner: In Halberstadt traf er zum 5:0, in Freiburg zum entscheidenden 2:1 und in Verl zum 1:0-Siegtreffer. Bemerkenswert: Alle drei Tore gelangen Andrich in der Schlussphase. Besonders in der „Crunch Time“ sollte Bayer 04 also ein Auge auf den 25-Jährigen haben.

Probleme

Stichwort Schlussphase. In den vergangenen Wochen hatte Union in den letzten Minuten der Partien immer wieder Probleme, kassierte vier der letzten sechs Gegentore nach der 75. Minute. In den drei vergangenen Bundesligaspielen führten die Berliner jeweils, holten aber nur einen Sieg – und auch der war in Frankfurt nach einem Gegentor in der Schlussviertelstunde noch einmal in Gefahr. Gegen die Werkself fingen sich die Köpenicker gleich zwei Treffer in den letzten zehn Minuten, am Sonntag gegen Wolfsburg setzte es den Ausgleichstreffer der Wölfe wieder erst in der 81. Minute, die zwischenzeitliche 2:0-Führung war futsch.

Potenzial

Platz zehn nach 24 Spieltagen, neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und dazu im Pokal-Viertelfinale – die Leistung der Berliner in ihrer Premieren-Saison ist mehr als bemerkenswert. Das Feld scheint somit bestellt für Union, sich auch in den kommenden Jahren in der deutschen Eliteklasse zu etablieren. Eine Marke ist das Team von der Alten Försterei ohnehin schon seit Längerem.

Prognose

Trotz der jüngst entdeckten Auswärtsstärke fährt Union Berlin eher als Außenseiter nach Leverkusen. Aber: Wenn das Team von Urs Fischer die Leistung aus dem Bundesligaspiel gegen die Werkself wiederholt, wird das Viertelfinale im eigenen Stadion zu einer ganz harten Nuss für die Werkself.

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