Muss man das schon als Misserfolg werten? Bei all den Rekorden, die der FC Bayern in der Bundesliga-Rückrunde purzeln ließ, wurde einer doch um Haaresbreite verfehlt. Zwar fiel durch das 4:0 in Wolfsburg am letzten Spieltag die magische Marke von 100 Saisontoren, doch die historische Bestmarke von 101 Treffern, aufgestellt ebenfalls vom FCB in der Saison 1971/72, erreichten Lewandowski, Müller, Gnabry und Co. nicht. Ein Tor fehlte. Dafür sicherte sich das Team von Hansi Flick mit 16 Siegen und einem Unentschieden den inoffiziellen Titel für die beste Rückrunden-Mannschaft der Bundesliga-Geschichte – dieses Mal wegen der um einen Treffer besseren Tordifferenz gegenüber der von Jupp Heynckes trainierten Mannschaft der Saison 2012/13. Die gewann damals am Ende der Saison übrigens nicht nur die Meisterschaft, sondern sogar das Triple. Ein Erfolg, den die Bayern auch jetzt wieder anstreben. Titel Nummer zwei soll am Samstag gegen die Werkself eingefahren werden, in der Champions League liegt der Rekordmeister nach dem 3:0-Hinspielsieg beim FC Chelsea voll auf Kurs Viertelfinale. Und mit der Leistung in den zurückliegenden Monaten müssen sich die Bayern derzeit wohl vor keiner Mannschaft auf der Welt verstecken. Die letzten 16 Pflichtspiele hat Flicks Mannschaft allesamt gewonnen, die letzten 25 nicht verloren.
Über diese Bayern-Mannschaft ist in den vergangenen Wochen schon fast alles gesagt worden. Über die Defensive mit Senkrechtstarter Alphonso Davies und dem nach Umschulung zum Innenverteidiger bärenstarken David Alaba. Über die so wichtige Mittelfeld-Achse, bestehend aus Joshua Kimmich und Leon Goretzka, die in den wichtigen Spielen zu Höchstleistungen auflief. Und natürlich über die Offensive mit dem unter Flick wiedererstarkten Thomas Müller und dem 34-Tore-in-31-Spielen-Stürmer Robert Lewandowski. In der Rückrunde hat Flick eine fast schon unheimlich homogene und funktionierende Startelf gefunden – und vieles spricht dafür, dass diese auch im Pokalfinale beginnen wird. Es ist die Mannschaft, mit der die Bayern Anfang Juni beim 4:2 in Leverkusen angetreten sind.
Im Pokalfinale könnten nun auch noch zwei zuletzt verletzte Leistungsträger wieder zurückkehren. Mittelfeldmann Thiago, der an der Leiste operiert worden war, soll laut Flick am Samstag wieder im Kader stehen und auch bei Innenverteidiger Niklas Süle, der nach seinem Kreuzbandriss im Oktober zuletzt wieder voll mit der Mannschaft trainieren konnte, gibt es Hoffnung. Offensivmann Philippe Coutinho feierte bereits am vergangenen Wochenende in Wolfsburg sein Comeback. Erstmals seit dem Re-Start der Bundesliga Mitte Mai stand die Leihgabe vom FC Barcelona wieder auf dem Feld, es reichte für eine knappe halbe Stunde Einsatzzeit. Es wäre sehr überraschend, wenn Süle, Thiago oder Coutinho im Pokalfinale von Beginn an spielen würden – doch Flick hat nach anstrengenden Wochen wohl wieder mehrere personelle Optionen.
Klar, rein spielerisch sind bei den Bayern derzeit kaum Defizite auszumachen. Was der Werkself aber durchaus Hoffnung macht: Trotz des Finaleinzugs taten sich die Münchener in dieser Saison im DFB-Pokal – verglichen mit den oftmals dominanten Auftritten in der Liga – durchaus schwer. Nur das Erstrundenmatch beim Regionalligisten Energie Cottbus (3:1) gewann der FCB mit mehr als einem Tor Vorsprung. In der 2. Runde schlitterten die Münchner beim Zweitligisten VfL Bochum 1848 sogar nur haarscharf am Ausscheiden vorbei, retteten sich mit zwei Toren in der Schlussphase zu einem 2:1-Sieg. Auch bei den folgenden Auftritten gegen die TSG 1899 Hoffenheim (4:3), Schalke 04 (1:0) und Eintracht Frankfurt (2:1) hatten die Bayern zumindest phasenweise durchaus ihre Probleme. Und die Werkself hat in dieser Saison ja auch bereits gezeigt, dass sie den Rekordmeister vor Schwierigkeiten stellen kann. Bieten sich hinter Alaba und Co. Räume, müssen die vom Werkself-Express – wie im November 2019 – genutzt werden.
Flick hat nicht nur eine überragende Bilanz als Cheftrainer, er hat auch den Nachwuchs gestärkt. Seit dem Re-Start der Bundesliga hat er in Chris Richards (20), Oliver Batista Meier (19) und Jamal Musiala (17) gleich drei Youngstern jeweils zu ihrem Bundesliga-Debüt verholfen. Letztgenannter avancierte durch seine Einwechslung beim 3:1 gegen Freiburg am vorletzten Spieltag sogar zum jüngsten Bayern-Profi der Bundesliga-Geschichte. In Stammspieler Davies und Edeljoker Joshua Zirkzee machten zuvor bereits zwei 19-Jährige von sich reden, zur neuen Saison wird das 18-jährige Defensiv-Talent Tanguy Kouassi von Paris St.-Germain kommen. Ganz klar: Die nächste Generation steht bei den Bayern schon in den Startlöchern.
Bayer 04-Abwehrchef Sven Bender hat bereits klargestellt: „Es reicht kein guter Tag. Wir brauchen einen sehr, sehr guten Tag.“ Denn den FC Bayern in der Form der vergangenen Wochen kann man derzeit wohl als das Maß aller Dinge im Weltfußball bezeichnen. Natürlich ist der Rekordmeister auch im Pokalfinale der Favorit. Aber: Bayer 04 ist eine von nur zwei Mannschaften, die es geschafft hat, die Bayern unter Flick zu schlagen. Ende November siegte die Werkself mit 2:1 in der Allianz Arena, im Februar hieß es in der BayArena 3:1 für B04. Unmöglich ist ein erneuter Erfolg also nicht. Macht’s noch einmal, Jungs!
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