
Peter Bosz vertraute beim Pflichtspielstart auf zwei Neulinge: Kerem Demirbay und Nadiem Amiri, beide aus Hoffenheim verpflichtet, standen in der Anfangsformation. Im Tor ersetzte Rambo Özcan den erkrankten Lukas Hradecky, zudem fehlten der Werkself in Aachen die verletzten Joel Pohjanpalo, Lars Bender, Mitchell Weiser und Tin Jedvaj. Vom System her baute der Bayer 04-Chefcoach gegen die Alemannia auf ein 3-4-3 mit Kai Havertz und Amiri neben Kapitän Kevin Volland in der offensiven Reihe. Karim Bellarabi und Wendell besetzten die beiden Flügel. Auf der Leverkusener Bank saßen gleich acht Feldspieler plus Keeper – der nationale Cup ermöglicht allen Teams im Vergleich zur Liga ein erweitertes Auswahlverfahren an Personal.
Der Tivoli war ausverkauft, prickelnde Pokalatmosphäre lag in der Luft. Die Hausherren begannen recht mutig und versuchten die Leverkusener früh und aggressiv zu stören. Zwei Distanzschüsse von Stümer Bors – die ihr Ziel allerdings klar verfehlten – verdeutlichten das Selbstbewusstsein der Alemannia (2./10.). Die Werkself war um Präzision bemüht, sah sich im Aufbau aber immer wieder giftigen Attacken der Aachener ausgesetzt, die klar auf rustikale Zweikampfführung aus waren. Die erste nennenswerte Bayer 04-Aktion ging auf das Konto von Kai Havertz, der das Tempo im Mittelfeld an- und mit links aus 18 Metern abzog, die Kugel rauschte aber deutlich am Kasten vorbei (16.).
Für den Führungstreffer und somit das erste Pflichtspieltor der Leverkusener in der neuen Saison sorgten die Aachener wenig später selbst: Wendell flankte von links flach nach innen, wo Alemannias Kapitän Peter Hackenberg den Ball aus zentraler Position unglücklich ins eigene Tor bugsierte (19.). Das sorgte für ausgelassene Stimmung und vermehrte Gesangslust bei den gut 4.000 mitgereisten Bayer 04-Fans. Nadiem Amiri versuchte sich mit einem schönen Schlenzer aufs lange Eck, ein Aachener warf aber seinen Körper dazwischen und blockte so den aussichtsreichen Versuch (32.). Die Werkself hatte deutlich mehr vom Spiel, der Viertligist indes blieb ein unangenehmer und sperriger Widerpart.
Doch die Werkself legte extrem cool noch vor der Pause nach. Kevin Volland kam im Strafraum nach Zuspiel von Nadiem Amiri zum Abschluss und traf verdeckt und flach mit links ins kurze Eck zum 2:0 (39.). Wenig später flog der Ball nach einem Konter und Schuss von Karim Bellarabi knapp am Pfosten vorbei (42.). Mit einer 2:0-Führung für eine sehr kontrolliert und effektiv spielende Werkself ging es in die Pause.
Nach dem Wechsel ließen die Leverkusener in unveränderter Besetzung weiter Ball und Gegner laufen. Nach Hereingabe von Wendell kam Kai Havertz mit links zum Schuss, doch Aachens Keeper Cymer verhinderte per Fußabwehr das drohende 0:3 (50.). Auf der Gegenseite durfte sich auch der bis dahin komplett beschäftigungslose Rambo Özcan mal auszeichnen und entschärfte den Freistoß von Batarilo, der sich unter die Latte gesenkt hätte (52.). Kurz darauf war der Bayer 04-Schlussmann indes chancenlos: Nach einem Aachener Konter tauchte Batarilo allein vor dem Tor auf und verwandelte zum 1:2-Anschlusstreffer (56.).
Jetzt war plötzlich wieder Musik im Spiel. Höchst ärgerlich für Bayer 04, dass ein klares Foul von Heinze an Kai Havertz nicht den zwingend nötigen Elfmeterpfiff nach sich zog (60.). Zehn Minuten die nächste starke Szene von Havertz, der einen Aachener im Strafraum lässig abschüttelte und aufs linke Eck zielte, doch Cymer tauchte ab und rettete noch (70.). Peter Bosz vollzog einen Doppelwechsel und brachte Julian Baumgartlinger und Leon Bailey für Aránguiz und Bellarabi (72.). Eine Maßnahme, die sofort fruchtete: Nach Pass von Sven Bender zog Bailey flink nach innen, überwand den herausgeeilten Cymer von der Strafraumgrenze und traf wenige Sekunden nach seiner Hereinnahme zum 3:1.
Danach kam in Moussa Diaby für Amiri ein weiterer Neuzugang der Werkself ins Spiel (80.). Sven Bender rauschte bei einer Ecke der Alemannia mit dem Gesicht gegen die Schulter eines Aacheners und musste behandelt werden (85.). Danach kam Garnier frei zum Abschluss, doch Özcan parierte fantastisch und lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten (87.). Im Gegenzug machte ein Aachener alles klar: Nach einem selbst perfekt per Hackentrick eingeleiteten Konter und anschließendem Pass von Diaby ging Kai Havertz, in der Stadt geboren und aufgewachsen, auf und davon und traf zum 4:1-Endstand für die Werkself (88.).
Für Bayer 04 geht es am kommenden Samstag, 17. August, um 15.30 Uhr mit dem Saisonstart in der Bundesliga weiter. Gegner in der BayArena ist Aufsteiger SC Paderborn.
Die Statistik:
Alemannia Aachen: Cymer – Fiedler (81. Glowacz), Heinze, Hackenberg, Wallenborn (69. Salata) – Rakk (83. Pütz) – Müller, Batarilo, Garnier, Rüter – Bors
Bayer 04: Özcan – Dragovic, S. Bender, Tah – Bellarabi (72. Bailey), Aránguiz (72. Baumgartlinger), Demirbay, Wendell – Havertz, Volland, Amiri (80. Diaby)
Tore: 0:1 Eigentor Hackenberg (19.), 0:2 Volland (39.), 1:2 Batarilo (56.), 1:3 Bailey (72.), 1:4 Havertz (88.)
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)
Gelbe Karte: Wallenborn
Zuschauer: 30.861 (ausverkauft)

Während die U16 am Wochenende gegen den FC Viktoria Köln den fünften Sieg hintereinander einfahren könnte, reitet auch die U15 auf einer echten Erfolgswelle: Nach zwei überzeugenden Turniersiegen zuletzt würden sich die Leverkusener mit einem Erfolg gegen den VfL Bochum 1848 die Meisterschaft sichern. Und der weibliche Nachwuchs befüllt ebenfalls fleißig das Trophäen-Kabinett – mit einem deutlichen 17:0 gewannen die U13-Juniorinnen den Verbandspokal. Das Ergebnisse und anstehenden Spiele der Nachwuchs-Kicker im Überblick.
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Großer Jubel an Fronleichnam: Die U13-Juniorinnen von Bayer 04 haben das Finale im Verbandspokal des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM) in beeindruckender Manier gewonnen. Ein deutliches 17:0 bescherte nach der Meisterschaft in der Leistungsstaffel West bereits den zweiten Titel der Saison. Für den Jungjahrgang der Leverkusener U16-Juniorinnen reichte es derweil nicht für einen Erfolg am Pokalfinal-Tag.
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Bayer 04 Leverkusen hat Carles Martínez Novell als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 42-jährige Spanier war bis Saisonende für den FC Toulouse in der französischen Ligue 1 tätig. Martínez beendete die zurückliegende Saison mit den Südfranzosen auf Platz neun. Er übernimmt die Werkself zum 1. Juli 2026 und unterzeichnete einen bis zum 30. Juni 2028 gültigen Vertrag. In Leverkusen folgt Martínez, dessen Kontrakt in Toulouse mit Monatsende ausläuft, auf Kasper Hjulmand, der den Klub nach einer Spielzeit verlässt.
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In der Sommervorbereitung 2026/27 gastiert die Werkself beim Regionalligisten Kickers Offenbach in Hessen. Die Partie findet am Samstag, 25. Juli (Anstoß: 15 Uhr), im Stadion am Bieberer Berg statt. Alle Infos zum Ticketverkauf für die Begegnung im Rahmen der 125-jährigen Jubiläums des OFC.
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Verstärkung für den Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen: Zur Saison 2026/27 wechselt Konstantinos Kotsifakis vom Fußball-Zweitligisten Hertha BSC zum Werksklub, wo er künftig als fester Bestandteil des Trainerteams der Leverkusener U19 arbeiten wird. Zudem übernimmt der Deutsch-Grieche eine operative Funktion bei der Betreuung des Future Teams von Bayer 04. Bei der Hertha fungierte der 29-Jährige zuletzt als Cheftrainer der U17.
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