
Im Vergleich zum 1:1 beim Bundesliga-Zweiten RB Leipzig veränderte Cheftrainer Peter Bosz sein Team in der vierten von fünf Englischen Wochen in Folge auf zwei Positionen: Daley Sinkgraven begann auf der linken Außenbahn für Wendell, Charles Aránguiz im Mittelfeldzentrum für Winter-Neuzugang Exequiel Palacios. Kai Havertz trug erneut die Kapitänsbinde, da Lars Bender weiterhin verletzungsbedingt ausfällt. Der Defensivspieler erlitt einen Faszienriss im Sartoriusmuskel und hofft, im Europa-League-Spiel gegen die Glasgow Rangers wieder dabei zu sein.
Die Werkself, wie in den vergangenen Partien mit einer Abwehr-Dreierkette, musste nach drei Minuten jedoch erst einmal einen – wenn auch harmlosen – ersten Abschlussversuch von Unions Stürmer Anthony Ujah hinnehmen. Keeper Lukas Hradecky war aber zur Stelle. Erstmals selbst zur Offensivchance kamen die Gastgeber durch einen direkten Freistoß von Kerem Demirbay. Seinen Versuch konnte Unions Schlussmann Rafal Gikiewicz wegfausten (10.). Die gefährlichste Gelegenheit hatte der Köpenicker Marius Bülter auf dem Kopf. Doch erneut war Hradecky mit einem starken Reflex zur Stelle (11.). Die mehr als 70% Ballbesitz konnte die Werkself in der Anfangsphase nicht in einen Vorsprung ummünzen.
In der Folge waren Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Ujahs Pass auf Robert Andrich war zu lang (25.), auf der Gegenseite fand Leon Bailey mit seiner Hereingabe keinen Abnehmer (29.). Dann aber wie es aus dem Nichts die Führung der Gäste: Bülter lief mit dem Ball über rechts, brachte diesen hoch in den Strafraum, wo Stürmer Marcus Ingvartsen zur Stelle war und mit dem Kopf zur 1:0-Führung für Union einnickte (39.). Mit diesem Ergebnis ging es für die beiden Mannschaften auch in die Kabinen.
Zum Wiederanpfiff wechselte Bayer 04-Cheftrainer Bosz zwei Mal: Mitchell Weiser rückte auf die rechte Abwehrseite, der angeschlagene Nadiem Amiri blieb in der Kabine. Ebenfalls nicht zurück kam Innenverteidiger Jonathan Tah. Für ihn stand Offensivspieler Moussa Diaby auf dem Platz. Letzterer erspielte sich prompt eine erste Offensivgelegenheit: Der Franzose lief aufs gegnerische Gehäuse zu, konnte den Ball aber nicht aufs Tor bringen, sondern schoss einen Meter zu weit nach rechts (47.).
Im zweiten Abschnitt zeigte sich die Werkself nun in der Offensive ideenreicher und flexibler – allerdings ohne nennenswerte Gelegenheiten auf den Ausgleich. Nach einer guten Stunde verflog dann auch der Schwung, mit dem die Werkself in die zweite Hälfte gestartet war. Die Gelb-Rote Karte für Unions Christopher Lenz, der Aránguiz regelwidrig zu Fall gebracht hatte (71.), sowie der 1:1-Ausgleichstreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Karim Bellarabi – der Rechtsaußen war von Havertz bedient worden (72.) – sorgten dann für einen erneuten Aufschwung der Gastgeber.
Kurz darauf zog der Torschütze von rechts in die Mitte, sein Schuss wurde allerdings abgefälscht (78.). Dann die große Doppelchance für die Werkself: Erst hielt Gikiewicz den Schussversuch vom aufgerückten Sven Bender, dann verzog Weiser beim Nachschuss um Haaresbreite (79.). Fünf Minuten später hatten die Bayer 04-Fans erneut den Jubelschrei auf den Lippen; Diabys Schuss wird jedoch noch abgefälscht und landet im Außennetz (85.).
Die folgende Ecke brachte dann aber den ersehnten Erfolg: Demirbay trat von links an, fand im aufgerückten Sechser Aránguiz einen Abnehmer – und der 1,71 Meter große Chilene netzte per Kopf zur 2:1-Führung ein (86.)! In der 90. Minute setzte Havertz das Spielgerät noch knapp übers Tor und verpasste damit die Entscheidung. Diese markierte dann Diaby nach einem mustergültigen Konter in der Nachspielzeit (90.+1) – und besiegelte damit den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale!
Für die Werkself geht es bereits am Samstagnachmittag in der Bundesliga weiter – ebenfalls in der heimischen BayArena. Ab 15.30 Uhr kommt es dann zum Duell mit Eintracht Frankfurt, das im deutschen Oberhaus derzeit Rang zwölf belegt und am vergangenen Wochenende aufgrund der Absage der Partie bei Werder Bremen spielfrei geblieben war. Übrigens: Die Eintracht und der SVW stehen sich heute Abend ebenfalls im DFB-Pokal-Viertelfinale gegenüber (Anstoß: 20.45 Uhr).
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Tah (46. Diaby), S. Bender, Tapsoba – Amiri (46. Weiser), Aránguiz, Demirbay, Sinkgraven – Havertz, Alario, Bailey (69. Bellarabi)
Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, K. Schlotterbeck, Parensen – Ryerson, Andrich, Prömel (82. Kroos), Lenz – Bülter (73. Trimmel), Ujah (70. Andersson), Ingvartsen
Tore: 0:1 Ingvartsen (39.), 1:1 Bellarabi (72.), 2:1 Aránguiz (86.), 3:1 Diaby (90.+1)
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach an der Pegnitz)
Gelbe Karten: Tah, Aránguiz, Diaby – Parensen, Lenz
Gelb-Rote Karte: Lenz (71.)
Zuschauer: 18.453


Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 1:1 der Bayer 04-Frauen gegen Eintracht Frankfurt am 7. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2026/27.

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