
Die Maschine stand noch auf der Rollbahn des Moskauer Flughafens Sheremetyevo, als erst Jubel und dann spürbare Erleichterung in den Sitzreihen ausbrachen: Live und mit Hilfe gängiger elektronischer Medien hatte die Belegschaft der Werkself gebannt und mitfiebernd den Ausgang der Partie in Monaco verfolgt, der Pilot hatte extra so lange mit dem Start gewartet. Als der Abpfiff im Fürstentum erfolgte und der 2:1-Sieg der Franzosen gegen Tottenham feststand, wurde erst richtig klar, wieviel Bayer 04 der Punkt wenige Stunden zuvor beim 1:1 bei ZSKA Moskau gebracht hat.
Bayer 04 ist der zweite Platz in der Gruppe E vor dem finalen Vergleich am 7. Dezember in der BayArena gegen AS Monaco nicht mehr zu nehmen. Die drei Zähler Vorsprung auf Tottenham reichen in jedem Fall angesichts des gewonnenen direkten Vergleichs gegen die in der laufenden Premier League übrigens nach wie vor ungeschlagenen Spurs. Die Werkself also wieder mal im Achtelfinale der Königsklasse, zum siebten Mal schon bei elf Teilnahmen – verständlich, dass Rudi Völler da nach der Landung am frühen Morgen gegen 2 Uhr am Köln/Bonner Flughafen bester Dinge war. „Für uns ist schon die Qualifikation für die Champions League keine Selbstverständlichkeit, deshalb ist der erneute Sprung in die K.o.-Runde umso mehr zu schätzen“, sagte der Sportchef von Bayer 04.
Dass die Gewissheit, im höchsten europäischen Wettbewerb zu überwintern, bereits einen Spieltag vor ultimo da ist, ließ den Launepegel der Leverkusener natürlich ordentlich steigen. „Es war ja eine schwierige Gruppe und ein bisschen ein Dreikampf zwischen Monaco, Tottenham und uns. Moskau ist ein klein wenig abgefallen, aber es gab bei uns keine einzige schwache Mannschaft. Wir haben immer geglaubt, diese Gruppe wird erst am letzten Spieltag entschieden. Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass wir am vorletzten schon durch sind, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagte Rudi Völler, „der Schlüssel war unser Sieg in London, damit haben wir Tottenham den Zahn gezogen und uns entscheidend abgesetzt.“
Achtelfinal-Auslosung am 12. Dezember
Bayer 04 darf sich somit schon jetzt auf Montag, 12. Dezember, freuen, wenn die Runde der letzten 16 Teams ausgelost wird. Die Werkself wird es dabei dann mit einem der Sieger der sieben anderen Gruppen zu tun bekommen (Monaco kommt nicht erneut in Frage und auch kein deutsches Team) und das Hinspiel zunächst auf eigenem Platz bestreiten. Ein möglicher Gegner etwa wäre der englische Meister Leicester City. „Es war nicht alles super glänzend bei uns in der Gruppe“, sagte Rudi Völler abschließend, „aber wir wissen, dass wir an einem guten Tag in der Lage sind, jedem Gegner wehzutun.“
Viel Lob für Leno
In den Medien erhielt nach dem 1:1 in Moskau vor allem Bernd Leno viel Beachtung und Lob. „Leno lässt Leverkusen feiern“ titelt die Bild-Zeitung und schreibt: „Bayer in der lukrativen Runde der besten 16 Teams Europas – weil Nationaltorwart Bernd Leno in Weltklasse-Manier den Punkt rettete und seine ganze Klasse bewies.“ Dafür gab's die Note 1 für den Bayer 04-Keeper vom Boulevardblatt. Die Kollegen vom Express sahen's nicht anders: „Dank Leno: Bayer im Achtelfinale!“ Im Bericht heißt es: „Leno lief in der Moskauer Kälte zur Höchstform auf. Höhepunkt in Minute 69.: Golovin schießt aus kürzester Distanz, die Kugel rutscht durch Lenos Hosenträger, prallt gegen seine Hacke, dann gegen seinen Po und rollt auf die Torlinie. Blitzschnell reagiert der Nationalkeeper, dreht sich und begräbt den Ball unter sich. Hacke, Po – Leno !“


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