
„Wir haben uns bei den bisherigen Auswärtsspielen jedes Mal vorgenommen, das zur Leistung passende Ergebnis einzufahren. Das ist uns leider nicht gelungen“, erklärt Heiko Herrlich und ergänzt: „Aber man muss da differenzieren und darf die Bewertung nicht vom nackten Ergebnis abhängig machen.“ Dabei erinnert er an die Partien beim FC Bayern München (1:3), beim 1. FSV Mainz 05 (1:3) und bei Hertha BSC (1:2), in denen seine Mannschaft auch gute Phasen hatte und phasenweise die dominierende Mannschaft war. „Diesmal muss es so sein, dass wir 90 Minuten konzentriert arbeiten und die einfachen Fehler abstellen. Dann wird es auch auswärts möglich sein, einen Punkt zu holen oder sogar drei.“
Dem Gegner aus Gelsenkirchen attestiert Herrlich einen guten Start in die Saison. Dabei ist ihm nicht entgangen, dass der Tabellensiebte in den vergangenen Partien „etwas geschwächelt“ hat. Das sei allerdings kein Grund, die Schalker zu unterschätzen. „Sie sind nach Balleroberung unglaublich stark. Wir brauchen eine unheimlich gute Absicherung bei Kontern. Da müssen wir wirklich hellwach sein, gut ins Gegenpressing kommen und nichts zulassen. Und Standardsituationen müssen wir nach Möglichkeit vermeiden, denn beispielswiese mit Naldo haben sie einen Spieler, der da brandgefährlich ist. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“
Dem Coach der Werkself spielt es in die Karten, dass ihm auf Schalke bis auf Tin Jedvaj (Reha nach Haarriss im Schienbein) wohl alle Spieler zur Verfügung stehen. „Wir haben dadurch in allen Mannschaftsteilen die Möglichkeit, etwas zu verändern oder Dinge beizubehalten“, will sich Herrlich in puncto Startaufstellung nicht in die Karten schauen lassen. Möglich sind also einzelne personelle Änderungen bis hin zu einer neuerlichen Rotation – so wie am vergangenen Wochenende, als er seine Startformation im Vergleich zum Berlin-Spiel auf sechs Positionen veränderte. Einmal mehr lobte Herrlich den jüngsten Auftritt von Leon Bailey („sehr gute Leistung“) und Neuzugang Lucas Alario: „Lucas hatte einen super Einstand. Ich denke, man hat viel von dem gesehen, was ihn ausmacht als Spieler. Natürlich hoffen wir alle, dass er morgen versucht, alles rauszuhauen und an die Leistung anzuknüpfen.“
Gespannt ist Herrlich nicht nur auf die „beeindruckende“ Kulisse in der Schalker Arena, sondern auch auf das Wiedersehen mit Domenico Tedesco: „Ich kenne ihn noch aus seiner Zeit als U17-Trainer beim VfB Stuttgart, als ich Jugendtrainer beim FC Bayern München war. Das waren immer heiße Duelle. Auch auf Schalke macht er bislang einen sehr guten Job.“ Umso wichtiger, dass sich die Herrlich-Equipe mit ihrem besten Gesicht präsentiert. Doch auch hier ist er zuversichtlich. „Meine Mannschaft ist hoch motiviert. Das ist die Basis des Erfolgs. Ich bin davon überzeugt, dass wir morgen unsere ersten Punkte auswärts einfahren.“
Für die Mission erhält die Werkself natürlich Unterstützung. Rund 2000 Anhänger von Bayer 04 werden die Mannschaft nach Gelsenkirchen begleiten.


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