
Gerade erst hatten die mitgereisten Bayer 04-Fans ihre sehenswerte Auswärts-Choreografie verstaut, da zischte bereits der erste Abschluss von Aleix Garcia knapp am FCH-Tor vorbei (8.). Gegen diszipliniert verteidigende Gastgeber verfügte die Werkself in Durchgang eins über viel Ballbesitz - und nutzte beide ihrer Großchancen konsequent: Malik Tillman verwertete eine Garcia-Flanke zum 1:0 (22.), Patrik Schick erhöhte nach einer Hereingabe von Alejandro Grimaldo per Kopf auf 2:0 (35.). In einer turbulenten zweiten Hälfte kamen die Gastgeber durch Patrick Mainka (56.) und einen Foulelfmeter von Marvin Pieringer (72.) zwar zum Ausgleich. Bayer 04 blieb jedoch ruhig und erzielte mit dem zweiten Kopfballtor Schicks die erneute Führung (79.). Doch auch diese hielt nicht bis zum Abpfiff, weil Pieringer für die Gastgeber ebenfalls erneut einnetzte (85.). Die Leverkusener warfen in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne, ein Siegtreffer war ihnen an diesem Tag aber nicht mehr vergönnt.
„Drei Tore sollten eigentlich reichen, um zu gewinnen - deshalb fühlt sich dieses Unentschieden wie eine Niederlage an“, sagte Chefcoach Kasper Hjulmand nach der Partie. Die taktischen Anpassungen, unter anderem bedingt durch das Fehlen von Edmond Tapsoba (Gelbsperre), hätten in Durchgang eins gut funktioniert, so der Däne: „In der zweiten Hälfte müssen wir dann aber natürlich besser verteidigen. Dass wir wieder drei Gegentore bekommen, geht nicht. Das müssen und werden wir verbessern.“
Dennoch zeigte sich Hjulmand mit Blick auf den Saisonendspurt mit noch sieben verbleibenden Ligapartien zuversichtlich: „Wir haben bewiesen, dass wir die Qualität haben, auch gegen starke Gegner zu punkten. Zudem spielen wir immer samstags, was uns Zeit zur Regeneration gibt. Wir sind bereit, diese Situation zu meistern.“

„Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gespielt“, resümierte Rückkehrer Mark Flekken und sah eine kontrollierte erste Hälfte mit einer verdienten Führung. „Eigentlich wollten wir nach der Pause auf das dritte Tor gehen, sind dann aber aus irgendeinem Grund nicht mehr in unser Spiel gekommen - weder defensiv noch offensiv.“ Ähnlich fiel die Analyse des 1:0-Torschützen Malik Tillman aus: „Wir haben sehr gut angefangen, dann aber plötzlich viele Zweikämpfe verloren und das Spiel hergegeben.“ Der 23-Jährige gibt für den Saisonendspurt vor: „Wir wollen unter die Top vier kommen, das ist nach wie vor unser klares Ziel!“
„Leverkusen verspielt Führung“, titelt die Bild-Zeitung und wertet das Remis in Heidenheim als „Rückschlag im Kampf um die Königsklasse“ - obwohl es an der Brenz lange „nach einem souveränen Sieg für die Leverkusener“ aussah. Auch der kicker schreibt von einem „Dämpfer im Kampf um die Champions-League-Plätze“, hebt jedoch zugleich die erste Halbzeit hervor, in der sich „die spielerische Klasse der Werkself durchsetzte“. Der Kölner Stadt-Anzeiger attestiert Jarell Quansah in seiner Einzelkritik eine „klasse Vorstellung“ und hebt zudem Alejandro Grimaldo (zwei Assists) sowie Patrik Schick (zwei Tore) hervor.
Erstmals seit seiner Verletzung in der Partie gegen die TSG Hoffenheim Mitte Januar stand Mark Flekken wieder zwischen den Pfosten. Von Beginn an dabei war auch Montrell Culbreath, der Youngster startete damit erstmals in zwei Bundesliga-Begegnungen hintereinander für Bayer 04.
Wie schon im Hinspiel (6:0) in der BayArena traf Patrik Schick auch auswärts beim FCH doppelt. Mit seinen beiden Kopfballtoren ist der Tscheche nicht nur bester Bundesliga-Torschütze der Werkself in der laufenden Saison (9 Tore), sondern nun auch drittbester Bundesliga-Torjäger in der Bayer 04-Historie (73 Tore). Im Allzeit-Ranking hat Schick damit Herbert Waas überholt und liegt nur noch hinter Stefan Kießling (131) und Ulf Kirsten (182). Glückwunsch, Patrik!

Nach zuvor fünf Siegen aus fünf Partien spielte Bayer 04 in der Bundesliga gegen den FCH erstmals unentschieden. Vor allem in der ersten Halbzeit kontrollierte die Werkself das Geschehen mit nahezu 70 Prozent Ballbesitz über weite Strecken und kam auch über die gesamte Spielzeit hinweg auf mehr als 62 Prozent. Mit einer Passquote von 86 Prozent erarbeitete sich Schwarz-Rot insgesamt 14 Abschlüsse, während die Gastgeber auf neun kamen.
Zunächst steht die letzte Länderspielphase der laufenden Saison an, ehe an Ostern wieder ein Heimspiel wartet: Am Samstag, 4. April (Anstoß: 15.30 Uhr), empfängt Bayer 04 in der BayArena den VfL Wolfsburg. Resttickets gibt es HIER!

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