
Nach einer recht ereignisarmen ersten Hälfte, in der Schwarz-Rot mehr vom Spiel, aber wenig klare Gelegenheiten hatte, machte beim Heimspiel gegen Wolfsburg ein Doppelschlag kurz nach Wiederanpfiff den Unterschied. Die Niedersachsen trafen im ersten Spiel unter ihrem neuen Trainer Florian Kohfeldt zunächst durch Lukas Nmecha (48.) und kurz darauf durch Maximilian Arnold (51.) – es sollten die einzigen beiden Treffer des Nachmittags bleiben. Denn Bayer 04 lief zwar unermüdlich an, prallte aber immer wieder am Wolfsburger Abwehrbollwerk ab. Zum Sinnbild für die intensiven, aber erfolglosen Bemühungen wurde die letzte Aktion der Partie: Nachdem Wolfsburgs Maxence Lacroix gegen Lucas Alario zur Notbremse gegriffen und die Rote Karte gesehen hatte, trat der Gefoulte selbst zum Strafstoß an – doch auch aus elf Metern klappte es an diesem Tag nicht mit dem Tor, Wolfsburgs Keeper Koen Casteels parierte (90.+6). Zum ausführlichen Spielbericht geht es HIER.
„Wir hatten drei, vier Stellungsfehler, waren nicht aufmerksam genug, das wurde direkt ausgenutzt“, analysierte Cheftrainer Gerardo Seoane die Phase nach dem Wiederanpfiff. Im Anschluss daran habe der Werkself „vorne die Durchschlagskraft gefehlt, wir sind im Abschluss nicht effizient genug.“ Grund dafür? „Uns hat heute etwas der Speed, die Frische und vielleicht ein Spieler mehr in der Offensive gefehlt. Paulinho vorne drin hat sich dann direkt auf unser Spiel ausgewirkt.“
Innenverteidiger Jonathan Tah schätzte die Partie ganz ähnlich ein. „Nach den Gegentoren war es schwer, Räume zu kreieren“, sagte der Abwehrmann. „Wir sind nicht effizient genug, brauchen zu viele Chancen.“ In dieser schwierigen Phase sei es aber wichtig, „genau jetzt noch enger zusammenzurücken“. Der eingewechselte Robert Andrich ärgerte sich vor allem über das Zustandekommen der beiden Gegentore. „Das 1:0 war ziemlich ärgerlich, das 2:0 darf so nicht passieren“, stellte er klar. „Wir haben es dann über außen und im Eins-gegen-Eins versucht, uns hat insgesamt die Durchschlagskraft gefehlt.“
Abseits des sportlichen dürfte Robert Andrich trotz der ärgerlichen Niederlage am Samstag privat gesehen aktuell glücklich sein. Am späten Freitagabend war der Neuzugang der Werkself zum ersten Mal Vater geworden, die Bayer-04-Familie hatte Zuwachs um eine Tochter erhalten. Nach der Partie ging es für den am Samstag eingewechselten Mittelfeldspieler noch ins Krankenhaus, wie er erklärte. „Ich werde die Nacht dort verbringen“, sagte Andrich. „Unabhängig vom Fußball ist das das Schönste, was es gibt.“ Wir schließen uns dem an und sagen: Herzlichen Glückwunsch, Robert!

Und auch: Herzlichen Glückwunsch, Gerardo Seoane! Unser Chefcoach feierte am Samstag seinen 43. Geburtstag, ist übrigens der aktuell fünftjüngste Trainer der Bundesliga. Klar aber auch: Die Feierstimmung war durch die Werkself-Niederlage deutlich getrübt. Wir wünschen natürlich dennoch alles Gute, Glück und Gesundheit fürs neue Lebensjahr.
Am Engagement lag es sicher nicht. Das zeigen auch die Zahlen zum Spiel, die etwa einen deutlichen Vorteil für die Werkself in Sachen Ballbesitz (65,5 Prozent) ausweisen. Auch bei den Torschüssen (13:12) und bei der Passquote (83 Prozent zu 69 Prozent) liegt Bayer 04 vor den am Ende siegreichen Gästen. Als Aktivposten im Werkself-Spiel tat sich Kerem Demirbay hervor, der die meisten Ballaktionen auf dem Feld hatte (96) und die meisten Schüsse aufs gegnerische Tor abgab (3). Einzig in Sachen Zweikampfquote liegt der VfL vorne – wenn auch mit 52 Prozent gewonnen Duellen nur knapp. Am Ende hatten die Niedersachsen aber eben häufig die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen – und somit letztlich auch das Spiel.
Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte ein Spiel gesehen, „bei dem die Werkself alle ihre spektakulären Tugenden vermissen ließ“, unter anderem durch „die Enttäuschungen der letzten Tage kam das eigene Offensivtalent praktisch zum Erliegen“, schreibt das Blatt. Auch die Rheinische Post verortet die Probleme der Werkself in der mangelnden Durchschlagskraft. „Bayer fehlten zündende Ideen, um die gut gestaffelte Defensive der Wolfsburger zu überwinden“, heißt es in der Analyse.
BILD schildert zudem die Szenen zwischen Mannschaft und Fans nach Spielende und kommt zu dem Schluss: „Torwart Hradecky stellt sich als Kapitän den Anhängern und kann sie beruhigen. Ein Sieg bei Hertha nächste Woche wäre eine noch bessere Beruhigung.“
Vor der Partie in Berlin geht es für die Werkself aber zunächst ins dritte Heimspiel in Folge. Am Donnerstag, 4. November (Anstoß: 21 Uhr), gastiert Real Betis Sevilla zum Topduell der Europa-League-Gruppe G in der BayArena. Das Hinspiel in Spanien endete 1:1, jetzt könnte ein Team die Weichen schon klar auf Gruppensieg stellen. Erst danach geht es mal wieder auswärts ran, am Sonntag, 7. November (Anstoß: 15.30 Uhr), im Berliner Olympiastadion. Dort wartet Hertha BSC, das am vergangenen Freitag mit 0:2 bei der TSG Hoffenheim verlor.

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in allen Wettbewerben.
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