
Vom Anpfiff weg übernahm die Werkself das Kommando in der BayArena und gab es bis zum Schluss nicht mehr ab. Es dauerte zwölf Minuten, ehe Patrik Schick per Kopf nach Flanke von Edmond Tapsoba zur Führung traf. Mit einem ihrer ersten Angriffe antworteten die Gäste jedoch prompt und erzielten durch einen abgefälschten Schuss von Fabian Rieder den Ausgleich (16.). Danach ließ Schwarz-Rot den FCA nur noch selten aus der eigenen Hälfte heraus und erspielte sich mit drückender Überlegenheit Chance um Chance. Doch weder Nathan Tella (18., 24., 56.) oder Alejandro Grimaldo (36., 68.) noch Schick (45.+2), Ibrahim Maza (59., 70.) oder der eingewechselte Christian Kofane (76.) konnten den Augsburger Schlussmann Finn Dahmen überwinden. Nachdem Schiedsrichter Benjamin Brand einen vermeintlichen Handelfmeter für Schwarz-Rot nach VAR-Ansicht zurückgenommen hatte (85.), zeigte er in der Nachspielzeit auf der anderen Seite in Folge eines Foulspiels auf den Punkt. Erneut traf Rieder und besiegelte damit spät die Heimniederlage der Werkself (90.+7).
„Sie waren heute wieder unglaublich und haben uns die ganze Zeit unterstützt. Nach dem Spiel standen sie weiter hinter uns und haben uns für die kommenden Duelle motiviert“, so Verteidiger Jarell Quansah über den lautstarken Zuspruch der Fans auch nach Abpfiff: „‚Nehmt die Energie mit‘, haben sie gesagt. Ich weiß, dass wir sie am Mittwoch brauchen und sie für uns da sein werden. Es ist eine wichtige Phase in der Saison und es ist schön, dass wir zusammenhalten.“
Das sportliche Geschehen ordnete Cheftrainer Kasper Hjulmand wie folgt ein: „Wir haben mit viel Dominanz gespielt und hatten viele Großchancen. Deshalb ist es für mich und das Team natürlich frustrierend, dass wir heute nicht mehr als ein Tor geschossen haben.“ Der Däne zog trotz des Ergebnisses Positives aus dem Duell: „Wenn ich die Art und Weise unseres Spiels sehe, habe ich ein sehr gutes Gefühl. Auch die Fans haben uns bis zum Ende unglaublich unterstützt. Manchmal ist Fußball brutal, dann verlierst du ein Spiel trotz einer starken Leistung. Wir analysieren jetzt, was wir besser machen können, und schauen nach vorne.“

„Wir haben alles versucht, aber der Ball wollte einfach nicht nochmal rein“, sagte Aleix Garcia und erhielt Zustimmung von Torhüter Mark Flekken: „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht und uns viele Chancen herausgespielt.“ Wie sein Trainer sieht auch der Niederländer positive Dinge, die das Team mit in die kommende Woche nehmen kann. Quansah stellt darüber hinaus klar: „Wir müssen jetzt diese Niederlage als Motivation nehmen und mit viel Energie in die nächsten Spiele gehen.“
„Bayer 04 Leverkusen hat sein Heimspiel gegen den FC Augsburg trotz zahlreicher Chancen verloren“, fasste der kicker die Partie zusammen und beurteilte die Werkself als „von Beginn an spielbestimmend“. Die Bild-Zeitung schrieb von einem „frustrierenden 1:2“, während die Rheinische Post eine Werkself-Niederlage „trotz einer Vielzahl eigener Chancen und mehr als 30 Torschüssen“ sah.
Mit Jarell Quansah und Lucas Vázquez absolvierten gleich zwei Werkself-Profis ihr Startelf-Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Quansah war seit dem 3:3 beim 1. FC Heidenheim 1846 Ende März ausgefallen, für Vázquez war es der erste Einsatz von Beginn an seit dem 4:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli Mitte Februar.
Nach starken Auftritten zuletzt überzeugte Edmond Tapsoba auch gegen den FCA. Sein Assist zum 1:0 war bereits sein achter Scorerpunkt in der laufenden Spielzeit – das sind doppelt so viele wie in seinen bisherigen sechs Bundesligasaisons für Bayer 04. Dank Tapsobas Vorarbeit traf Patrik Schick zum vierten Mal in 2026 per Kopf. Kein anderer Bundesliga-Profi war im laufenden Kalenderjahr auf diese Weise so häufig erfolgreich.





Erneut kam die Werkself gut ins Spiel und erzielte in der Anfangsviertelstunde bereits ihr zehntes Saisontor – Ligaspitze. Einen weiteren Saisonrekord stellen die 35 eigenen Torschüsse dar: Kein anderes Team gab 2025/26 in einem Bundesligaspiel mehr Schüsse aufs gegnerische Tor ab. Auch darüber hinaus unterstreichen die Zahlen die schwarz-rote Dominanz: Bayer 04 verzeichnete 71 Prozent Ballbesitz – in den ersten 15 Minuten von Halbzeit zwei sogar 86 Prozent – sowie eine Passquote von 92 Prozent (Augsburg: 78 Prozent).
In der letzten Englischen Woche der Saison empfängt Bayer 04 am Mittwoch, 22. April (Anstoß: 20.45 Uhr) im DFB-Pokal-Halbfinale den FC Bayern München in der BayArena. Am darauffolgenden Samstag, 25. April, wartet das Derby beim 1. FC Köln auf die Werkself. Anpfiff im RheinEnergieSTADION ist um 15.30 Uhr.

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