Das Ausscheiden im DFB-Pokal wurde analysiert und ist abgehakt. Alle Augen bei Bayer 04 sollten jetzt auf die nächsten Aufgaben in der Bundesliga und in der Europa League gerichtet sein. „Wir haben eine junge Mannschaft mit einem riesigen Potenzial. Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, betont Gerardo Seoane auf der Pressekonferenz vor dem Spiel und präzisiert: „Nicht nur individuell, sondern auch als Mannschaft. Nicht nur technisch und taktisch, sondern auch im mentalen Bereich.“ Es sei seine Aufgabe, so der Schweizer, „auf die Spieler einzuwirken, ihnen wieder Selbstvertrauen zu geben und so schnell wie möglich wieder erfolgreich zu sein“.
Dass das kein Selbstläufer wird, weiß der Trainer natürlich auch. „In der heutigen Welt“, sagt Seoane, „sind wir alle ungeduldig. Wir wollen am liebsten schon heute, dass alles klappt. Aber es ist keine Neuigkeit, dass Entwicklungen Zeit benötigen.“ Durch den guten Saisonstart, den Bayer 04 hingelegt hat, seien von außen „gewisse Sachen ein wenig ausgeblendet“ worden. „Das ist uns nicht passiert“, versichert der Coach der Werkself. „Wir schauen kritisch hin. Von Anfang an. Das ist meine Arbeitsmentalität und das versuche ich der Mannschaft vorzuleben, damit sie auch diese Mentalität bekommt.“
Mit dem VfL Wolfsburg kommt am Samstag indes eine Mannschaft, die gerade ihren Trainer ausgetauscht hat, in die BayArena. Nach dem 0:2 gegen Freiburg am vergangenen Spieltag endete die Amtszeit von Mark van Bommel. Neuer Teamchef bei den Wölfen ist nun Florian Kohfeldt. „Wir haben den Kader von Wolfsburg so analysiert, wie wir es bei jedem Gegner machen. Es kann sicherlich die eine oder andere Veränderungen durch den Trainer geben“, weiß Seoane, der mit den Wölfen einen „physisch starken“ Gegner mit „viel individueller Klasse“ erwartet.
Personell muss der Schweizer am Samstag neben den langzeitverletzten Julian Baumgartlinger, Charles Aránguiz und Timothy Fosu-Mensah erneut auf Patrik Schick (Bänderriss im Sprunggelenk) und Karim Bellarabi (Muskelfaserriss im Oberschenkel) verzichten. Auch Moussa Diaby wird aufgrund einer Gelb-Sperre erstmals in dieser Saison nicht mitwirken können. Hinter einem Einsatz von Lucas Alario, der gegen den Karlsruher SC mit muskulären Problemen ausgefallen war, steht derweil ein „dickes Fragezeichen“, wie der Trainer auf der Pressekonferenz erklärte. Was er damit meint: „Wir müssen sehen, wie er auf die Einheit am heutigen Freitag reagiert. Die Gesundheit der Spieler ist immer das Wichtigste. Bei Lucas werden wir kurzfristig entscheiden.“
Gegen den KSC war den Schwarz-Roten Tempo und Engagement zu keinem Zeitpunkt abzusprechen. Allerdings fehlte es an Entschlossenheit und Effektivität vor dem Tor. Gerardo Seoane: „Die Einstellung der Mannschaft am Mittwoch war gut. Sie ist viel gelaufen und hat nie aufgegeben. Aber sie hat zu oft die falschen Entscheidungen getroffen.“
Für den gebürtigen Luzerner sei von Anfang klar gewesen, dass es in einer Saison Ausschläge sowohl nach unten als auch nach oben geben wird. „Wenn es nach oben geht, versuchst du den Drive so lange wie möglich mitzunehmen. Wenn es nach unten geht, versuchst du einzugreifen und das so schnell wie möglich wieder zu ändern“, erläutert der Bayer 04-Trainer. Es sei ein Prozess innerhalb der Mannschaft, sich diesen Widerständen gemeinsam entgegenzustellen. „Ich bin überzeugt“, so Seoane, „dass die Mannschaft wieder an den erfolgreichen Leistungen zu Saisonbeginn anknüpfen kann“. Am liebsten schon am Samstag gegen Wolfsburg!

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