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30.11.2020Bundesliga

Presseschau: „Konzentrierte Hertha war nicht zu knacken“

In den Medien wird das torlose Remis der Werkself gegen Hertha BSC allenthalben als gerechtes Resultat gewertet. Positive Erwähnung findet der Wille einer personell extrem geschwächten Werkself.
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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bringt das seriöse Bemühen beider Teams auf diesen Nenner: „Beide Teams hatten viel investiert, es wurde gewissenhaft und diszipliniert gearbeitet, aber freudvoll und inspiriert agierte keine der beiden Mannschaften an diesem kalten ersten Advent.“ Im Bericht wird auch die drückende Personalnot bei der Werkself thematisiert: „Neben der Müdigkeit nach der Donnerstagspartie in der Europa League waren wohl die vielen Ausfälle ein Grund für die Leverkusener Probleme. Neun Spieler fehlten Trainer Peter Bosz, drei (Bellarabi, Amiri und Alario) waren erst nach dem 4:1 gegen Hapoel Beer Shiva kurzfristig hinzugekommen. Deshalb war es nicht mehr möglich, den Kader noch aufzufüllen. ,Wir leben in unserer Blase', sagte Bosz. Spontan ein Talent aus der U19 nachzunominieren war nicht möglich, weil das die Infektionsgefahr erhöht hätte.“

„Alle hielten kurz den Atem an“

Die Süddeutsche Zeitung schildert den Moment kurz vor Schluss, als ein Tor fast noch ein Leverkusener Happy End beschert hätte: „Beinahe wäre es dann doch passiert. Es lief die Nachspielzeit, als Kerem Demirbay einen Freistoß in den Strafraum hineinschnitt und mitten in der Menschenmenge Lars Bender den Kopfball setzte. Alle hielten kurz den Atem an – dann flog der Ball neben den Pfosten ins Aus. Ein Treffer hätte die Partie zwar auch nicht nachträglich sehenswerter gemacht, aber sie immerhin vor dem dürftigsten aller Resultate bewahrt. So endete die Partie torlos. Kein Akteur brach darüber in Verzweiflung aus: Bayer bleibt immerhin in der Liga unbesiegt, Hertha machte ein bisschen Beute bei einem starken Gegner.“

Der Kölner Stadt-Anzeiger stellt heraus, dass Bayer 04 leidenschaftlich um den Sieg kämpfte: „Es stellte sich die Frage, ob bei den Europapokal-belasteten Leverkusenern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in der BayArena irgendwann Konzentration und Kräfte nachlassen würden – zumal personelle Optionen auf der Bank fehlten. Die Werkself lieferte die Antwort, als sie Mitte der zweiten Halbzeit das Tempo noch einmal anzog. Das war durchaus beeindruckend...“

Der Kicker kommt in seinem Spielbericht zu diesem Fazit: „Letztlich ein leistungsgerechtes 0:0. Konzentrierte Herthaner waren von feldüberlegenen Leverkusenern nicht zu knacken. Deshalb haben sie sich den Punkt gegen dominierende Gastgeber verdient.“

„Zentimeter fehlten“

Ähnlich die Wertung in der Bild-Zeitung: „Weiter ungeschlagen – aber mit dem Sprung auf Platz 2 wurde es nichts. Bayer Leverkusen bleibt nach dem Heim-0:0 gegen Hertha BSC Dritter. Zentimeter fehlten in der Nachspielzeit beim Kopfball von Lars Bender in seinem 250. Bundesliga-Spiel zum Sieg. Ein dünnes Spiel – aber bei der Leverkusener Personal-Misere war wohl auch nicht mehr drin.“

„Bayer 04 kann mit 0:0 gut leben“ lautete die Schlagzeile in der Rheinischen Post. Im Bericht wird auch die starke Abwehrleistung der Berliner erwähnt: „Herthas Viererkette stand exzellent, die beiden Innenverteidiger Dedryck Boyata und Fernandez Alderete räumten im Grunde alles ab, was sich Richtung Hertha-Tor bewegte. So verpasste Bayer die Gelegenheit, zum Bayern-Jäger Nummer eins zu avancieren, bleibt aber in der Liga ungeschlagen auf Platz drei.“

Der Berliner Tagesspiegel betont in seiner Überschrift die Priorität der Hertha an diesem Tag: „Defensive zählt“. Im Text heißt es: „In der 88. Minute hielt das wirklich nicht allzu prickelnde Spiel immerhin noch eine echte Neuigkeit bereit. Es gab den ersten Eckball für Hertha BSC. Marvin Plattenhardt trat an, zirkelte den Ball in die Mitte und fand einen ziemlich freistehenden Leverkusener. Das wiederum wirkte an diesem Nachmittag dann doch wieder altbekannt. Offensive Gefahr strahlten weder Bayer Leverkusen noch Hertha BSC aus. Das 0:0 in einem von beiden Seiten recht fahrigen Spiel war daher auch das einzig logische Ergebnis. ... Bis in die Nachspielzeit, bis zu einem Kopfball des eingewechselten Ngankam, gab Hertha keinen einzigen Torschuss mehr ab. Ihre Prioritäten waren an diesem Nachmittag eindeutig andere.“

 

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