
„Wir haben definitiv zu wenig Punkte in der Liga“, sagte Ömer Toprak nach dem 1:1 der Werkself im Derby beim 1. FC Köln, „aber jetzt wollen wir nach der Pause in Orlando Kraft tanken, detailliert am System arbeiten und wie in den letzten zwei Jahren das Feld von hinten aufrollen.“ Auch in den Medien werden die ansprechende Reaktion und Leistung von Bayer 04 nach schwierigen Wochen gewürdigt, wie ein Blick in die Presseschau zeigt:
So titelt der Kicker „Bayer erhöht Schlagzahl, FC hält stand“ und analysiert: „Beide Teams boten sich eine insgesamt sehr flotte Auseinandersetzung im rheinischen Duell... Bayer kombinierte mehr, der FC versuchte es mit langen Bällen, um so das anfängliche Pressing der Gäste zu überspielen... Bayer belohnte sich für die Mehrzahl an Chancen kurz vor der Pause mit dem verdienten Ausgleich, zog nach dem Wechsel klar das Tempo an, erarbeitete sich mehr Spielanteile.“ Als Fazit schreibt der Kicker: „Bayer war dem Sieg insgesamt näher, hatte vor allem in der 2. Halbzeit mehr Ballbesitz.“
Die Rheinische Post hat es so gesehen: „Alle Leverkusener Verantwortlichen hatten vor der Partie an das Team appelliert, mit einer gänzlich verbesserten Arbeitseinstellung als beim 1:2 gegen Ingolstadt ans Werk zu gehen. Dazu war zwar nicht viel vonnöten, doch die Mannschaft hatte sich die Worte offenbar zu Herzen genommen. Leverkusen agierte im Derby-Modus, ebenso der FC. Daher entwickelte sich ein Spiel mit vielen Zweikämpfen.“
Im Kölner Express heißt es: „Bayer begann forsch und setzte den FC früh in der Kölner Hälfte unter Druck. Nach 15 Minuten biss der FC sich in die Partie und ging dank eines Geniestreichs seines Stürmerstars in Führung. Frederik Sörensen flankte von rechts in den Strafraum, wo Modeste sich gegen Aleksandar Dragovic behauptete und den Ball aus elf Metern in den Winkel spitzelte. Der Treffer erzielte Wirkung bei den Gästen, bei denen anschließend wenig zusammenlief. Bayer hatte zwar mehr Ballbesitz, wusste mit selbigem aber wenig anzufangen, weil Köln gut verteidigte. Doch dann hatte Kai Havertz einen Geistesblitz: Der Youngster spielte einen Sahnepass auf Wendell, der frei vor FC-Keeper Thomas Kessler stand und eiskalt zum Ausgleich einschob.“
Der Kölner Stadt-Anzeiger wählte die Schlagzeile: „Festlicher Abend ohne Verlierer“ und schreibt: „Auf den Spielverlauf hatte Kölns Führung allerdings überschaubare Auswirkungen, beide Mannschaften machten zunächst einfach weiter wie zuvor. Der FC sehr diszipliniert, aber in der Gestaltung nicht sehr dominant; die Leverkusener nach wie vor mit mehr Ballbesitz, jedoch ohne Lösungen. Irgendwann aber wurde die Werkself immerhin ein wenig zielstrebiger. Und sie kam dann auch zu Chancen. Thomas Kessler parierte einen Distanzschuss von Calhanoglu, der kurz darauf auch noch aus nächster Nähe über das gegnerische Tor schoss. Als die Kölner Fans längst davon sagen, dass ihr Team die Nummer eins am Rhein sei, was angesichts der Tabelle derzeit eine unumstößliche Tatsache ist, fiel dann aber doch noch vor der Pause der Ausgleichstreffer: Wendell hatte in der Kölner Hälfte ebenso viel Freiheit wie sein Kollege Kai Havertz. Also kombinierten sich die beiden Leverkusener ansehnlich durch die in dieser Szene schläfrige Defensive des FC – und am Ende traf der Brasilianer mit einem Schuss aus wenigen Metern.“
In der Kölnischen Rundschau ist von einem „leistungsgerechten Remis“ die Rede: „Für eine großartige Derbystimmung sorgten die rund 46.000 Kölner und etwa 4000 Leverkusener Fans von Beginn an. Das war allerdings auch nicht schwierig angesichts des rassigen, zweikampfbetonten Spiels. Beide Mannschaften kämpften von Beginn an um jeden Quadratmeter des seifigen Rasens. Zudem boten sich hüben wie drüben Torchancen, von denen vor der Pause jeweils eine auf jeder Seite genutzt wurde.“


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