
Die Enttäuschung bei der Werkself nach dem 1:2 in Gladbach zum Saisonstart der Bundesliga war nur zu verständlich. „Ein 1:1 wäre vielleicht gerechter gewesen. Wir haben ein gutes erstes Spiel gemacht und viel investiert, aber die Borussia hat eine Chance mehr genutzt. Das müssen wir akzeptieren“, sagte Trainer Roger Schmidt nach der packenden Partie zweier Klasse-Teams.
Auch in den Medien werden Rasanz und Niveau der Begegnung positiv herausgestellt, wie etwa in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: „Es war das Duell zweier Champions League-Teilnehmer, und entsprechend intensiv begegneten sich am Samstagabend zum Bundesliga-Saisonauftakt auch Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen. 52.000 Zuschauer im Borussia-Park erlebten ein jederzeit spannendes, faszinierendes Spiel zwischen dem Vierten und Dritten der vorigen Spielzeit, in dem schließlich die Gladbacher als etwas bessere Mannschaft 2:1 gewannen. Hahns Führungstor für die Gladbacher (45.+1) egalisierte der eingewechselte Leverkusener Pohjanpalo (79.), ehe Stindl (83.) den Treffer zum vollen Erfolg für die Borussia schoss. Beide Teams dokumentierten über 90 Minuten, dass sie auch in dieser Serie zur Creme de la Creme der Bundesliga gehören dürften."
Der Kölner Express hatte es so gesehen: „Nach einem heißen Spektakel rang Gladbach Bayer mit 2:1 nieder... Von der ersten Sekunde an entwickelte sich eine packende Partie zweier Teams, die sich nichts schenkten. Bayer versuchte das Geschehen zu kontrollieren, Gladbach konterte. Und war in den entscheidenden Momenten kaltschnäuziger und cleverer... Bayer glich aus durch den eingewechselten Pohjanpalo. Aber Stindl schoss die Borussia ins Glück, weil mit Wendell, Kampl und Jedvaj gleich drei Bayer-Spieler nicht auf der Höhe waren und der schwache Schiri Felix Brych die Abseitsstellung übersah. Leverkusens Trainer Roger Schmidt fand das Ergebnis ungerecht. ,Ein Unentschieden wäre okay gewesen', meinte er und ärgerte sich auch über ein Handspiel, das einen Strafstoß hätte nach sich ziehen müssen."
Der Kölner Stadt-Anzeiger (Online-Ausgabe) urteilte in der Rubrik „Das war gut“: „Die Intensität und Leidenschaft beider Teams, bei Bullenhitze von über 35 Grad um jeden Quadratzentimeter Spielfläche zu kämpfen. Die dennoch in diesem Getümmel aufblitzende fußballerische Klasse und die Weigerung beider Teams, Rückschläge zu akzeptieren. Wenn dieses Spiel am Freitagabend als Eröffnungspartie der deutschen Fußball-Bundesliga in alle Länder der Welt übertragen worden wäre, hätten sich die Chefs der DFL weniger schämen müssen als beim peinlich eindeutigen 6:0 des FC Bayern über Werder Bremen.“
Zum „Mann des Spiels“ heißt es dort: „Wenn die Partie unentschieden ausgegangen wäre, hätte man Torhüter Bernd Leno diesen Titel verleihen müssen. Der Stellvertreter von Manuel Neuer in der Nationalmannschaft hielt seine Mannschaft mit vier gewonnenen Eins-gegen-Eins-Duellen im Spiel und wäre zum Helden geworden, wenn Lars Stindl nicht später noch ein Tor erzielt hätte.“
Der Kicker ging in seiner Analyse auch auf die beiden Gladbacher Treffer ein: „Beim zwischenzeitlichen 0:1 von André Hahn leistete sich Jonathan Tah nach einem zügig ausgeführten Freistoß von Christoph Kramer (der Ball rollte sogar noch leicht) eine unglückliche Kopfballabwehr (45.+1), beim Siegtreffer von Lars Stindl rückte die Defensive zuvor zu weit mit auf und wurde dann von Joker Thorgan Hazard relativ leicht ausgespielt (85.). Bitter auch hier – wie Schmidt später selbst nochmals anfügte: ,Das Gegentor war nun einmal Abseits.' In der Tat stand Matchwinner Stindl bei der Ballabgabe von Hazard einen Tick weit in der verbotenen Zone. Es hätten demnach beide Treffer der Borussen zurückgepfiffen werden müssen, wenngleich beide Aktionen in der Geschwindigkeit live schwer zu beurteilen waren.“


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