Zurück zur Übersicht
24.11.2019Bundesliga

Presseschau: Chancenwucher auf der Eisbahn

Die Medien sind sich in der Betrachtung des 1:1-Unentschiedens zwischen Bayer 04 und dem SC Freiburg einig: Hier hat die eindeutig bessere Mannschaft einen verdienten Erfolg verpasst. Ein Blick in die Pressestimmen am Sonntag:
crop_20191123_B04SCF_KP2A8232.jpg

Der Kölner Stadt-Anzeiger (Online-Ausgabe) bringt das Geschehen in der BayArena auf diesen treffenden Punkt: „In 99 von 100 Fällen gewinnt Bayer 04 dieses Spiel“. Im Bericht heißt es zum „Moment des Spiels“: „Sinnbildlich für die Dramaturgie des Spiels steht die letzte vergebene Leverkusener Chance von Karim Bellarabi. Nach einer letzten schönen Vorbereitungsaktion von Diaby kommt der Außenstürmer in der 87. Minute aus etwa 1,5 Metern Entfernung zum Tor zum Schuss. Es war dieser Moment, in dem alle das Ereignis schon als vollendet angesehen haben. Tor! Und dann fliegt der Ball in einer unglaublichen Kurve über die Querlatte. Hier erhielt die Dramaturgie der vergebenen Chancen ihren absurden Höhepunkt.“

„Geschwindigkeit und Eleganz“

In der Rubrik „Das war gut“ ist zu lesen: „Die Intensität von Bayer 04 nach einer zähen ersten Viertelstunde. Der Werksklub dominierte das Spiel in allen messbaren Kategorien. Der Gegner kam ganz selten in die Nähe des Leverkusener Tores, erhielt auch nicht die Gelegenheit zum Ballbesitz, lief fast immer hinterher und musste große Chancen einer großen Zahl zulassen.“ Zum Mann des Spiels wird Moussa Diaby gekürt: „Der 20-Jährige bestach mit Geschwindigkeit, Eleganz, Technik und Gefühl für den Raum. Hier wurde sichtbar, warum sich Bayer 04 im Sommer für seine relativ günstige Verpflichtung von Paris St. Germain gefeiert hatte.“

„Malträtiertes Geläuf“

Die Rheinische Post (Online-Ausgabe) thematisierte die Rutsch-Problematik in der BayArena: „Es ist eine der ältesten Ausreden der Fußballgeschichte, wenn ein Spiel nicht wie gewünscht verläuft: Der Platz ist schuld. Im Fall von Bayer Leverkusens 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg erlebte das oft mit einem Augenzwinkern erwähnte Klischee einer fahlen Trainererklärung eine faktenbasierte Renaissance. ...Freiburgs Keeper Mark Flekken rutschte bei einem Abstoßversuch weg, Diaby schlitterte in der zweiten Halbzeit bei einer Großchance ebenfalls über das Grün und vergab. Auch sonst waren die Spieler beider Seiten nicht gerade mit großer Stand- und Laufsicherheit unterwegs, was sicherlich auch an dem Dauerregen der vergangenen Tage lag – und an den vier Heimspielen, die Bayer 04 in kurzer Zeit vor der Länderspielpause bestritt. Insofern ist es verständlich, dass die Bundesliga-Tauglichkeit des malträtierten Geläufs nach dem Abpfiff zum Thema wurde. ,Der Rasen war wahnsinnig schmierig', merkte Freiburgs Trainer Christian Streich an, der die Werkself für ihr starkes Spiel lobte und mit dem aus Freiburger Sicht schmeichelhaften 1:1 sehr gut leben konnte. Sein Leverkusener Pendant Peter Bosz betonte ebenfalls, dass der Zustand des heimischen Platzes für die von ihm gewünschte Spielweise nicht gerade förderlich war. ,Wir haben alle gesehen, dass nicht nur wir, sondern auch die Gegner konstant weggerutscht sind.' Bayer sei eine Mannschaft, die von hinten das Spiel aufbauen und den Ball schnell laufen lassen wolle. ,Das ist schwierig auf dem Platz“, haderte der Niederländer. „Das ist kein Vorteil für uns.'“

„Noch nie so glücklich gepunktet“

Auch in der Bild am Sonntag ist das Grün ein zentraler Aspekt der Berichterstattung: „Dieser Untergrund bringt Leverkusen zum Rasen. Das 1:1 gegen Freiburg gerät zur Schlitter-Partie, immer wieder rutschen die Spieler beider Teams aus. ...Früh rutscht Freiburg-Torwart Flekken aus (2.), verursacht einen indirekten Freistoß. Nach einem Schlitterer kassiert Höfler Gelb, weil er danach Lars Bender erwischt (65.). Diaby verpasst nach seinem 1:1 (36.) die Führung, obwohl er erst Flekken stehen lässt, dann ausrutscht (68.). Trainer Bosz über den Rutsch-Rasen: ,Ich brauch nicht viel sagen, das hat jeder gesehen. Auf diesem Platz ist es schwierig, nicht auszurutschen.' Freiburg-Trainer Streich: ,Das war wie auf einer Eisbahn.' Trotzdem freut sich der Klub über den Punkt. Nils Petersen: ,Ich glaube, ich habe noch nie so glücklich einen Punkt gewonnen.'“

Der Kölner Express titelt „Chancenwucher trübt Diaby-Gala“ und zitiert Freiburgs Sportdirektor Jochen Saier nach der Partie mit diesen Worten: „Bei unserem Glück müssen wir eigentlich heute noch Lotto spielen“.

Die sportliche Wertung im Kicker fällt so aus: „Chancenwucher XXL: Leverkusen verzweifelt an Flekken und Aluminium: Der SC Freiburg hat im Auswärtsspiele bei Bayer 04 Leverkusen einen Punkt aus der BayArena entführt. Bei drückend überlegenen Rheinländern gingen die Breisgauer früh in Führung, hatten anschließend aber eine Menge Glück, dass die Gastgeber mehrere Hochkaräter ungenutzt ließen.“

Bewerb_Schwadbud_HomepageMediumRectangle_300x250px_CL_Moskauvs.jpg

Ähnliche News

Stefan Kießling
Fans - 10.06.2026

„Ask Me Anything“ auf Reddit: Stefan Kießling über Torkanonen, Teamkollegen und 20 Jahre Bayer 04

Fans haben gefragt, Kies hat geantwortet: Beim ersten „Ask Me Anything“ (AMA) von Bayer 04 auf der Plattform Reddit stellte sich der heutige Ehrenspielführer und Klub-Repräsentant Stefan Kießling am Mittwoch, 11. Juni, den Fragen der Community und gewährte dabei persönliche, humorvolle und teils überraschende Einblicke in seine Karriere – von Erinnerungen an ein legendäres Tor in Hamburg bis hin zu seiner langjährigen Verbundenheit mit Bayer 04.

Mehr zeigen
Rudi Völler
Bayer 04 - 10.06.2026

„Far away in America“ – Rudi Völler über die Weltmeisterschaften 1994 und 2026

Bei der bis dato letzten Fußball-Weltmeisterschaft in den USA im Jahr 1994 war Rudi Völler noch als Spieler im Einsatz und drang mit der deutschen Nationalmannschaft bis ins Viertelfinale vor. In diesem Sommer reist der 65-Jährige als DFB-Sportdirektor zu dem Turnier, das neben den USA auch in Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Vorab blickt Völler zurück und nach vorn...

Mehr zeigen
Malik Tillman in Diensten der USA
Bayer 04 - 10.06.2026

Tillman: „Den Fußball in den USA verändern“ – Vorschau auf die WM 2026

Fußballfans weltweit freuen sich auf die Weltmeisterschaft 2026, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den Gastgeberländern USA (78 Partien), Mexiko und Kanada (jeweils 13 Spiele) ausgetragen wird. Erstmals werden 48 Nationen teilnehmen. Doch nicht nur die Anzahl der Gastgeber und der Spiele sind Rekordmarken: Die hauptsächlich in den USA ausgetragene WM wird ein Turnier der Superlative. Bayer 04-Profi und US-Nationalspieler Malik Tillman stimmt die Fans auf den 2026 FIFA World Cup ein.

Mehr zeigen
Malik Tillman
Bayer 04 - 10.06.2026

Von Reyna bis Tillman: Die namhaften US-Spieler bei Bayer 04

Als der US-Amerikaner Malik Tillman im vergangenen Sommer von der PSV Eindhoven zu Bayer 04 wechselte, verstärkte er nicht nur den Kader der Werkself – er schuf zugleich auch ein neues Kapitel einer Verbindung, die mehr als drei Jahrzehnte zurückreicht.

Mehr zeigen
Fußballfans im Training
Fans - 10.06.2026

Bayer 04-Ehrenspielführer Jens Nowotny zu Besuch bei „Fußballfans im Training“

Kilos verloren, Lebensfreude gewonnen – und das mit prominenter Unterstützung! In dieser Woche schaute Bayer 04-Ehrenspielführer Jens Nowotny bei den Damen- und Herren-Kursen von „Fußballfans im Training“ (FFiT) vorbei. Der einstige Werkself-Verteidiger gab in der neunten von insgesamt zwölf Kurswochen persönliche Einblicke, motivierende Tipps – und schnürte später sogar selbst die Schuhe.

Mehr zeigen