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13.01.2018Bundesliga

Presseschau: „Armdrücken auf hohem Niveau“

Bayer 04 hat sich am Freitagabend zum Rückrunden-Auftakt der Bundesliga beim 1:3 in der BayArena gegen die Bayern erstmals nach zuvor 14 ungeschlagenen Pflichtspielen wieder beugen müssen. Allerdings leistete die Werkself den clevereren Münchnern starke Gegenwehr. Das sehen auch die Medien so, die von einem Kampf mit offenem Visier gegen den Rekordmeister schreiben und die sehr offensive Ausrichtung der Leverkusener hervorheben.
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Der Kölner Stadt-Anzeiger wählt die Schlagzeile „Den Bayern alles aberverlangt“ und schreibt: „Um 22.25 Uhr versammelte sich die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen am Freitagabend im Mittelkreis des eigenen Stadions. Trainer Heiko Herrlich bedankte sich bei jedem Spieler einzeln... Die Bayern gewannen das erste Bundesligaspiel des Jahres in der BayArena mit 3:1, aber dafür mussten sie schwer arbeiten und brauchten auch ein paar glückliche Momente... Karim Bellarabi, der als Angreifer sein Geld verdient, bildete den Gegenpart zu Leon Bailey. Die Idee dahinter war offensichtlich: Hier sollte mit dem Mittel extremer Schnelligkeit die Bedrohung durch den Altmeister Franck Ribéry ausgeschaltet werden, so wie es auf der anderen Seite mit Bailey gegen den Altmeister Arien Robben geplant war. Die Partie wurde zu einem fußballerischen Armdrücken auf hohem Niveau, bei dem die Muskeln bis zum Platzen gespannt waren... Nach dem 1:2 durch den entschlossenen und noch leicht abgefälschten Schuss von Kevin Volland geschah etwas, das in der Fußball-Bundesliga selten zu beobachten ist. Die Bayern wurden vom Gegner massiv unter Druck gesetzt und aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht. Volland (76.) und Alario (79.) hatten hervorragende Chancen zum Ausgleich, der dann aber doch nicht fiel.“

Der Kölner Express beschreibt die packende Schlussphase der Partie: „Als Ribéry zum 2:0 traf, taute Bayer auf. Plötzlich war das von Heiko Herrlich angekündigte offene Visier zu erkennen. Seine Elf stemmte sich wie schon in der Allianz Arena mit Mann und Maus gegen die drohende Niederlage. Mit dem Rücken zur Wand schürte Kevin Volland dann mit seinem zehnten Saisontor plötzlich noch mal die Hoffnungen auf einen Punkt.nDoch als Bayerns überragender Zauberfuß James Rodriguez genau Maß nahm und den Ball zum 3:1 im Winkel versenkte, war alles gelaufen.“

Die Bild-Zeitung brachte den Unterschied auf diesen Punkt: „Die Routiniers der Bayern (29,3 Jahre im Schnitt) spielen cooler und abgezockter als das junge Leverkusener Team (24,3 Jahre).“

Die Rheinische Post schreibt: „Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte war es wieder einmal der FCB, der den Platz als Sieger verließ. Durch das 3:1 (1:0) in Leverkusen untermauerten die Gäste nicht nur ihre Vormachtstellung in der Liga, sondern beendeten zugleich auch Bayers Serie von 14 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage. Kevin Volland erzielte den Anschlusstreffer für über weite Strecken ebenbürtige Leverkusener... Beide Teams verzichteten in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena auf taktische Spielchen und suchten ihr Heil von Beginn an in der Offensive. Leverkusen setzte die ohne die verletzten Mats Hummels und Robert Lewandowski angereisten Münchner früh unter Druck und lauerte auf Ballverluste. Herrlich hatte seine Mannschaft entsprechend eingestellt und in Kevin Volland, Kai Havertz, Julian Brandt, Karim Bellarabi und Leon Bailey gleich fünf nominelle Angreifer in der Startformation gebracht.“

Der Berliner Tagesspiegel hatte es so gesehen: „In der intensiven Startphase mit vielen bissigen Zweikampfaktionen spielte Bayer mutig mit und hielt die Partie offen. Doch dann erlangten die Gäste mit ihren variablen Angriffsaktionen ein Übergewicht...Leverkusen drückte in der turbulenten Schlussphase mächtig auf den Ausgleich – schließlich hatte Herrlich in Bailey, Torschütze Volland, Havertz, Brandt und Alario viele Offensivspieler auf dem Platz. Doch es klappte nicht.“

Die Meinung in der Kölnische Rundschau: „Es spricht für den Bayer-Jahrgang 2017/18 und auch Heiko Herrlich, dass er sich weder von den beiden Gegentoren noch von dem scheinbar übermächtigen Gegner nachhaltig beeindrucken ließ. Der umtriebige Kevin Volland zielte zunächst noch vorbei (62.), verkürzte dann aber mit Hilfe der abfälschenden Martinez und Süle auf Vorarbeit des starken Kai Havertz auf 1:2 (71.). Bayer erzielte somit auch im 23. Spiel hintereinander einen Treffer. Das letzte Spiel ohne eigenes Tor datiert aus der Saison 2016/17. Gegner waren seinerzeit die Bayern. Hätte der Bayer-Stürmer fünf Minuten später die nächste Vorlage von Havertz nicht im Strafraum verstoppt, sodass Jerome Boateng retten konnte, wäre der nicht einmal unverdiente Ausgleich perfekt gewesen.“

 

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