Bis zur Abreise am Sonntag Richtung Norddeutschland pendeln die Werkself-Profis in zwei Bussen zwischen dem Trainingsgelände an der Bismarckstraße und dem Hotel, in dem sie essen, gepflegt werden, Sitzungen abhalten und auch ihre Freizeit verbringen. „Es gibt in dieser Krise Menschen mit schwierigeren Schicksalen. Das Klagen und auch Spaßmachen gehören in einer Fußballmannschaft immer dazu. Aber es läuft, diese Woche stehen wir locker durch“, erklärte Hradecky in einer Online-Medienrunde nach der heutigen Trainingseinheit.
Der Finne konzentriere sich ohnehin lieber auf den bevorstehenden Neustart im deutschen Fußball-Oberhaus. Das Niveau in den Einheiten sei trotz der vielen Wochen ohne Mannschaftstraining bereits sehr hoch. „Man spürt die Vorfreude aller. Wir stehen gut da in der Tabelle und wollen mit einem guten Schwung in die restliche Saison starten“, so der 30-Jährige, der unter anderem die notwendige verstärkte Kommunikation auf dem Platz hervorhob. „Das war bei uns schon vor der Spielpause ein wichtiges Thema und hat durch die ausbleibende Geräuschkulisse im Stadion bei Spielen ohne Zuschauer noch einmal an Bedeutung dazugewonnen.“
Was ihn und seine Mitspieler dann für eine Atmosphäre erwartet, weiß der 1,92-Meter-Hüne noch nicht. Das Auswärtsspiel im Bremer Wohninvest Weserstadion ist auch für Hradecky das erste in seiner Profikarriere ohne Zuschauer. „Wir würden natürlich lieber vor Fans spielen. Aber am Montag ist es vielleicht ein kleiner Vorteil für uns, dass Bremen nicht in einem vollen Heim-Stadion auflaufen wird“, erklärte der Stammkeeper, der sportlich gesehen auf etwas mehr Glück seitens Schwarz-Rot als im Hinspiel hofft.

Beim 2:2 Ende Oktober in der ausverkauften BayArena musste Hradecky jeweils nach zwei abgefälschten Schüssen von Milot Rashica (40.) und Davy Klaassen (48.) hinter sich greifen. „Das Spiel gehörte zu unserer wohl schwächsten Phase dieser Saison“, so der Finne. Für die Partie in Bremen erhoffe er sich, dass Werder ob der derzeitigen Tabellensituation – die Hansestädter belegen Platz 17 – „etwas mehr Druck“ verspüre. Eine Prognose, ob Favoriten- oder Außenseiter-Siege in den leeren Stadien zunehmen werden, könne Hradecky nicht treffen.
Der Werkself-Torhüter sieht es derweil positiv, mit seiner Mannschaft erst am Montag in die Restserie zu starten und damit den 26. Spieltag zu beenden: „Wir werden am Wochenende vor dem Fernseher im Hotel alles genau beobachten. Und nach den Spielen frage ich sicher auch mal bei meinen Ex-Mitspielern aus Frankfurt nach, wie es so war, um vorbereitet zu sein.“


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