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21.11.2018Bundesliga

Gegnercheck Stuttgart: Frischer Wind durch Weinzierl und Altintop

Endspurt in die Bundesliga-Hinrunde: Das erste von insgesamt acht Werkself-Spielen bis Weihnachten bestreitet das Team von Heiko Herrlich am Freitagabend (23. November, 20.30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart. Etwas überraschend tragen die Schwaben momentan die Rote Laterne durch den Bundesliga-Herbst. Der jüngste Auftritt und ein Co-Trainer für besondere Aufgaben sorgen jedoch für Hoffnung.
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Position

Das erste Kapitel der Trainer-Tätigkeit von Markus Weinzierl beim VfB Stuttgart fand ein versöhnliches Ende. In der Länderspielpause Mitte Oktober hatte der Niederbayer den VfB von Tayfun Korkut übernommen – es dauerte drei Niederlagen bis zum lang ersehnten Erfolgserlebnis: 2:0 gewannen die Schwaben beim Aufsteiger Nürnberg, fuhren den ersten Auswärtsdreier der Saison ein und verhinderten, dass die erste Zwischenbilanz des neuen Cheftrainers zum Desaster wurde: Null Punkte, 0:11 Tore, so die ernüchternden Zahlen der ersten drei Auftritte unter Weinzierl. Der verdiente jüngste Erfolg in Nürnberg sorgt nun aber für Hoffnung auf Besserung – auch, weil der 43-Jährige in der neuerlichen Länderspiel-Pause noch einmal Zeit hatte, intensiv mit der Mannschaft zu arbeiten. Und natürlich an den nötigen Stellschrauben zu drehen, um die Wende einzuleiten. Rein tabellarisch kann es ohnehin nur besser werden für die Schwaben. Denn kurioserweise rutschte Stuttgart trotz des Dreiers in Nürnberg auf den alleinigen letzten Tabellenplatz ab – die zuvor punkt- und torgleichen Düsseldorfer hatten ihr Spiel zeitgleich noch höher gewonnen. Den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze hat der Klub aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt dennoch wiederhergestellt. Es ist also noch alles drin für den VfB in der Bundesliga – im Gegensatz zum DFB-Pokal, wo Stuttgart bereits in der 1. Runde bei Drittligist Rostock die Segel streichen musste.

Personal

Beim Blick auf den Stuttgarter Kader würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, dass diese Spieler momentan auf dem 18. Platz der Tabelle stehen. Neben dem aktuellen Weltmeister Benjamin Pavard finden sich im Aufgebot des VfB gleich sieben ehemalige deutsche Nationalspieler. Erfahrung ist also reichlich vorhanden am Neckar, zuletzt brachte Weinzierl aber auch einen Schuss Unbekümmertheit ins Spiel. In Nürnberg warf er den gerade einmal 17-jährigen Antonis Aidonis ins kalte Bundesliga-Wasser. Der Youngster half mit, den Sieg in der Schlussphase über die Zeit zu bringen und ist nun zweitjüngster Bundesliga-Profi der VfB-Geschichte – nur um rund einen Monat „geschlagen“ von Nationalstürmer Timo Werner. Auch ein anderes neues Gesicht sorgt für Zuversicht beim VfB: Vor dem Nürnberg-Spiel hatte Weinzierl seinen ehemaligen Schützling Halil Altintop als „Co-Trainer für individuelle Maßnahmen“ installiert. Als solcher sollte er unter anderem das Standardverhalten verbessern – und schon traf der VfB im Frankenland gleich zweimal nach Ecken. Auch die Spieler sind voll des Lobes über den 351-fachen Bundesligaspieler, der unter Weinzierl beim FC Augsburg seinen zweiten Frühling erlebt und erst im Sommer seine Karriere beim 1. FC Kaiserslautern beendet hatte. „Er weiß, was wir als Spieler brauchen und kann jedem helfen“, lobte Offensivmann Erik Thommy jüngst gegenüber dem „kicker“-Sportmagazin.

Probleme

Unabhängig davon, ob die beiden Standard-Treffer in Nürnberg nun unmittelbar dem neuen Individual-Trainer zuzurechnen sind oder nicht – der VfB hatte sie bitter nötig. Auch deshalb, weil sich die Stuttgarter aus dem Spiel heraus bislang enorm schwer tun mit dem Toreschießen. In acht von zwölf Pflichtspielen in dieser Saison stand beim VfB vorne die Null – obwohl das Team in Mario Gomez einen der profiliertesten Stürmer der Bundesliga in seinen Reihen hat. Die Gründe für die Flaute sind vielfältig: Einerseits lässt Stuttgart das kreative Element im Angriff durchs Zentrum sowohl unter Korkut als auch Weinzierl die meiste Zeit vermissen, das Spiel über die Flügel war für die Gegner häufig zu leicht auszurechnen. Auch die Chancenverwertung lässt zu wünschen übrig, vor allem Gomez‘ Sturmpartner, der argentinische Neuzugang Nicolas Gonzalez, ließ bereits einige Hochkaräter liegen. Nach dem am Mittwoch bestätigten Ausfall von Daniel Didavi (Achillessehnen-Probleme) hofft Weinzierl, dass ihm gegen die Werkself zumindest wieder der pfeilschnelle Anastasios Donis wieder zur Verfügung stehen wird – damit das gewisse Etwas in die Stuttgarter Offensive zurückkehrt. Neben Didavi wird ebenfalls Holger Badstuber (muskuläre Probleme in der Wade) nicht zur Verfügung stehen, der Einsatz von Santiago Ascacibar und Timo Baumgartl entscheidet sich unterdessen erst kurzfristig, gab der Stuttgarter Coach auf der Pressekonferenz am Mittwoch bekannt.

Potenzial

Auch wenn der aktuelle Tabellenstand eine andere Sprache spricht: Die Verantwortlichen haben viel vor im Schwabenland. Präsident Wolfgang Dietrich erklärte kürzlich in der „BILD“-Serie „Mein Verein in 5 Jahren“, man wolle im Jahre 2023 wieder nachhaltig im oberen Drittel der Bundesliga vertreten sein. Um dieses Ziel zu realisieren, sucht der Verein derzeit nach neuen Investoren und befindet sich nach Aussage von Dietrich mit mehreren Unternehmen in Gesprächen. Dass die Strukturen beim VfB (sowie die Jugendarbeit, die in den vergangenen Jahren unter anderem Timo Werner und Joshua Kimmich hervorbrachte) eines Top-Klubs bereits absolut würdig sind, steht außer Frage. Sollte nun ein zahlungskräftiger Investor hinzukommen, könnte der fünfmalige Deutsche Meister langfristig tatsächlich wieder an alte, glorreiche Zeiten anknüpfen.

Prognose

Bevor der VfB wieder oben angreifen kann, muss er erst einmal die laufende Saison schadlos überstehen. Die Mannschaft hat zweifellos das Potenzial, wie in der vergangenen Rückrunde einen Lauf zu starten und am Ende noch im Tabellen-Mittelfeld zu lande. Allerdings muss Weinzierl schnell gelingen, die nötigen Stellschrauben zu drehen, damit sich die Qualität der Spieler auf dem Platz und letztlich auch auf der Ergebnistafel widerspiegelt. Ansonsten könnte es für die Schwaben bis zum Ende gegen den Abstieg gehen.

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