Gegnercheck: Nur die Prunkstücke bereiten RB Sorgen

Nächster Härtetest für die Werkself: Am Samstag (6. April, 15.30 Uhr) empfängt Bayer 04 vor eigenem Publikum den Tabellendritten RB Leipzig und wird versuchen, dessen beeindruckende Serie zu beenden. Vor allem auf die Offensive von Peter Boszs Team kommt eine Mammutaufgabe zu.
crop_Poulse_imago39650640h.jpg

Position

Zuletzt kehrte sogar wieder die Spielfreude zurück bei RB. Nach einigen mühevollen Auftritten zuvor lief die Offensiv-Maschinerie der Sachsen gegen Hertha BSC wieder rund, die Hauptstädter wurden klar mit 5:0 nach Hause geschickt. Damit baute das Team von Ralf Rangnick seine starke Serie im Jahr 2019 aus. Seit nunmehr neun Spielen ist Leipzig ungeschlagen, die Qualifikation für die Champions League bei aktuell fünf Punkten Vorsprung auf Rang fünf zum Greifen nah. Vielleicht noch eindrucksvoller lesen sich die Zahlen der Leipziger Defensive: Gerade einmal drei Gegentore ließ das Team in der kompletten Rückrunde zu, den letzten Treffer musste Keeper Peter Gulacsi noch im Februar gegen Hoffenheim hinnehmen. Die insgesamt 20 Gegentore sind ohnehin schon einsame Ligaspitze und die Basis für eine weitere Erfolgssaison in Leipzig – auch, wenn der erstmalige Auftritt in der Europa League mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase nicht wirklich nach Vorstellung verlief. Dafür hat RB auch im DFB-Pokal noch alle Aktien und steht nach dem 2:1-Last-Minute-Erfolg nach Verlängerung in Augsburg im Halbfinale.

Personal

Gegen Hertha BSC gab es gleich mehrere erfreuliche Personalien aus Sicht der Leipziger: Spielmacher Emil Forsberg, der große Teile der Hinrunde mit Leistenproblem aussetzen musste, absolvierte erstmals seit der Verletzung wieder zwei Spiele in Folge von Beginn an und glänzte mit einem Tor und einer Vorlage. Davon profitierte auch Yussuf Poulsen (oben im Bild), dem ein Dreierpack und damit seine Saisontore 13, 14 und 15 gelangen: Der Däne spielt die beste Saison seiner Karriere und kann sich sogar noch leise Hoffnungen auf die Torjägerkanone machen. Was die Macher Rangnick und Oliver Mintzlaff aber besonders gefreut haben dürfte: Zwei Winterneuzugänge deuteten ihr riesiges Potenzial an. Der 20-jährige US-Amerikaner Tyler Adams überzeugte nicht erst gegen Hertha BSC als Abräumer vor der Abwehr mit spielerischen Qualitäten, der 21-jährige Amadou Haidara garnierte sein starkes Startelf-Debüt in der Bundesliga mit dem Treffer zum 5:0-Endstand. Besonders Haidara soll bei RB in die Fußstapfen des nach Liverpool gewechselten Naby Keita treten und als Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive fungieren. Auffällig: Sowohl Keita als auch Haidara kamen vom österreichischen Schwesterklub RB Salzburg nach Leipzig, ebenso wie Torhüter Gulacsi und die Defensivspieler Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker und Konrad Laimer. Adams ist hingegen der erste Spieler der Sachsen, der vom amerikanischen Pendant New York Red Bulls in die Messestadt wechselte.

Probleme

In einer stabilen Mannschaft sind es einzig zwei der Prunkstücke, die leichte Sorgen machen. In der Defensive ist die Personallage leicht angespannt, da die Stammspieler Upamecano sowie Lukas Klostermann derzeit verletzt passen müssen. Upamecano soll erst Ende April wieder einsatzfähig sein. Für Klostermann, der sich bei seinem Länderspiel-Debüt für die deutsche Nationalmannschaft einen Muskelfaserriss zuzog, könnte es unter Umständen für einen Einsatz gegen Bayer 04 reichen. Nordi Mukiele, der Klostermann gegen Hertha BSC vertrat, entpuppte sich als Achillesferse, wurde gelb-rot-gefährdet ausgewechselt. Das zweite Sorgenkind ist der Star im Team: Nationalstürmer Timo Werner kommt nach starker Hinrunde mit elf Treffern derzeit nicht so wirklich in Schwung, im Jahr 2019 gelang ihm bis dato nur noch ein weiteres Bundesligator. Dafür traf er am Dienstag im Pokal in Augsburg.

Potenzial

RB stellt weiterhin die Weichen für eine Zukunft als nationales wie internationales Top-Team. Ab Sommer übernimmt in Julian Nagelsmann eines der größten Trainertalente auf dem Markt das Team – es soll der Beginn einer Ära werden. Der junge und doch schon profilierte Coach hat ein ebenso junges und hochveranlagtes Team zur Verfügung. Spieler wie Upamecano, Adams, Haidara oder auch Ibrahima Konaté und Jean-Kevin Augustin zeigten bereits, dass sie auf höchstem Niveau spielen können, obwohl noch keiner von ihnen älter als 21 Jahre ist. Durch die starke Scouting-Abteilung und die Vernetzung mit den weiteren RB-Teams wird Leipzig auch in Zukunft hochtalentierte Spieler an Land ziehen können, der Verbleib in der nationalen Spitze scheint damit gesichert.

Prognose

Auf Rang fünf hat Leipzig nun fünf Punkte Vorsprung, der Champions-League-Platz scheint abgesichert – vor allem vor dem Hintergrund, dass Leipzig über eine enorme Stabilität und Konstanz in seinen Leistungen verfügt. Am Ende der Saison werden die Sachsen aller Voraussicht nach die zweite Königsklassen-Teilnahme der noch jungen Vereinsgeschichte klar machen.

Ähnliche News

Pressekonferenz nach dem 4:3-Sieg in Mainz | Bundesliga, 5. Spieltag
Werkself-TV - 10.10.2026

Die Pressekonferenz nach dem 4:3-Sieg bei Mainz 05

Werkself-TV zeigt die Pressekonferenz nach dem 4:3-Sieg beim 1. FSV Mainz 05 am 5. Bundesliga-Spieltag 2026/27 mit den beiden Cheftrainern Carles Martínez und Urs Fischer...

Mehr zeigen
Die U19 von Bayer 04
U19 - 10.10.2026

3:1 gegen Aachen: U19 setzt Siegesserie in der DFB-Nachwuchsliga fort

Sechster Sieg im sechsten Spiel: Die U19 von Bayer 04 weist nach dem 3:1 (2:1) gegen Alemannia Aachen am 7. Spieltag der Vorrunde in der DFB-Nachwuchsliga weiterhin eine makellose Bilanz auf und bleibt souveräner Tabellenführer in Gruppe G. Für die Leverkusener traf Gabriel Minutillo im Ulrich-Haberland-Stadion zunächst zweimal per Elfmeter. Im zweiten Durchgang legte Torjäger Aleksa Damjanovic den dritten Treffer für Schwarz-Rot nach.

Mehr zeigen
Die U17 bejubelt den Heimsieg
U17 - 10.10.2026

3:0 gegen Viktoria Köln – U17 feiert souveränen Sieg

Wichtiger Erfolg: Die U17 von Bayer 04 hat am 8. Spieltag der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga gegen den FC Viktoria Köln 3:0 (2:0) gewonnen. In der ersten Hälfte trafen Valon Bedzeti (22.) und Louis Lomboy (28.) für Schwarz-Rot, Bedzeti entschied die Partie nach dem Seitenwechsel (69.) für die über die gesamte Dauer konzentriert verteidigenden Leverkusener.

Mehr zeigen
In memoriam Peter Hermann | Folge 3 (1996 bis 2008)
Werkself-TV - 10.10.2026

In memoriam Peter Hermann | Folge 3 (1996 bis 2008)

1996 konnte Bayer 04 mit Peter Hermann den Abstieg gerade noch so abwenden. Was folgte, war ein Trainerwechsel, der für Hermann zur Geduldsprobe werden sollte. Bis er unter Berti Vogts und Klaus Toppmöller mit dem Klub zu neuen Höhenflügen ansetzte: das Vize-Triple und das Finale der UEFA Champions League. Doch es sollte turbulent bleiben, denn nach der Übersaison folgte der erneute Fast-Absturz – und für den stets Bayer 04-loyalen Peter Hermann deutete sich der erste Klub-Wechsel an. Folge 3 beleuchtet Hermanns Jahre zwischen den Trainern Christoph Daum, Berti Vogts und Klaus Toppmöller.

Mehr zeigen