Zurück zur Übersicht
27.02.2019Bundesliga

Gegnercheck: Freiburgs neue Standard-Waffe

An mangelndem Einsatz sollte es in diesem Spiel nicht hapern: Wenn Bayer 04 am Karnevalssamstag (2. März, 15.30 Uhr) den SC Freiburg empfängt, treffen die zwei laufstärksten Teams der aktuellen Bundesliga-Saison aufeinander – und auch zwei, die sich voll über Offensivfußball definieren. Denn wie auch die Werkself präsentiert sich der Sport-Club in der Rückrunde bislang in Torlaune. Worauf Bayer 04 am Samstag besonders aufpassen muss? Der Gegnercheck.
Grifo_imago38884338h.jpg

Position

Die Erleichterung war Christian Streich nach Abpfiff anzusehen, auch wenn sich seine Freude nach außen in Grenzen hielt – wieder einmal. Dabei hatte er soeben den höchsten Bundesliga-Sieg seiner Trainer-Laufbahn gefeiert. Mit 5:1 besiegte seine Elf am vergangenen Samstag den FC Augsburg und demontierte den Gegner dabei nicht nur, sondern distanzierte ihn auch in der Tabelle deutlich. „Das war ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt“, analysierte auch Doppeltorschütze Nils Petersen nach Abpfiff bei Sky. Elf Punkte liegen die Badener nun vor dem Relegationsplatz. Eine komfortable Ausgangslage, die sich die Breisgauer durch die zuletzt gezeigten Leistungen verdient haben. Seit vier Spielen ist Freiburg unbesiegt, die Offensive läuft in der Rückrunde so richtig warm. 13 Tore erzielten Petersen & Co. im Kalenderjahr 2019, nur Bayer 04 sowie der FC Bayern (jeweils 15 Mal) trafen in der Bundesliga häufiger.

Personal

Einer der Gründe für den Freiburger Offensiv-Aufschwung kam neu im Winter – und ist doch altbekannt im Breisgau. Mittelfeldmann Vincenzo Grifo (im Bild oben), der von 2015 bis 2017 wahrscheinlich die bislang stärkste Phase seiner Karriere beim SC durchlebte, kehrte im Januar für ein halbes Jahr per Leihe aus Hoffenheim nach Freiburg zurück und steuerte in der Rückrunde bereits zwei Tore und zwei Vorlagen bei – mehr Scorerpunkte als in der gesamten Hinrunde bei der TSG. Grifos große Stärke: Standardsituationen. Drei seiner vier direkten Torbeteiligungen für den Sport-Club erfolgten durch einen ruhigen Ball, zuletzt traf der 25-Jährige gegen Augsburg mit einem herrlichen Freistoß zum zwischenzeitlichen 2:0. „Aktuell sind wir sehr stark durch Standards“, meinte auch Petersen nach dem Augsburg-Spiel. Freiburg hat durch Grifo also eine neue Waffe – es ist aber nicht die einzige im Angriffsspiel. In Routinier Petersen sowie Luca Waldschmidt und Florian Niederlechner verfügt Streich über gleich drei Mittelstürmer, um die ihn einige andere Bundesliga-Trainer sicherlich beneiden. Defensiv kann Freiburgs Coach gegen die Werkself wieder auf seinen Dauerbrenner setzen: Linksverteidiger Christian Günter, der in der vergangenen Saison keine einzige Bundesliga-Sekunde verpasst hatte, kehrt nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre zurück in die Mannschaft.

Probleme

Günters Rückkehr entspannt die Situation in der Abwehr ein bisschen, dennoch muss Streich gerade im Defensivzentrum derzeit mit einer dünnen Personaldecke leben. Sowohl Robin Koch (Innenbandanriss) als auch Manuel Gulde (Muskelfaserriss) fehlen derzeit in der Innenverteidigung – wohl auch gegen Bayer 04. Es verbleiben Dominique Heintz und Philipp Lienhart sowie als Alternative der unerfahrene Keven Schlotterbeck, der normalerweise für die zweite Mannschaft der Badener spielt. Ohnehin ist die Defensive die Achillesferse des Teams. Zwar erzielte Freiburg schon starke 13 Tore in der Rückrunde, ließ aber auch ebenso viele Treffer zu – nur vier Teams in der Liga mehr. Auch was zugelassene Torchancen angeht, rangiert der SC auf den hinteren Plätzen.

Potenzial

Als die Alternativen in der Innenverteidigung rar wurden, debütierte der 21-jährige Schlotterbeck beim Spiel in Stuttgart; als Günter zuletzt gesperrt fehlte, übernahm der ebenfalls 21-jährige Chima Okoroji gegen Augsburg seinen Platz auf der linken Defensivseite – ebenfalls Startelfdebüt in der Bundesliga. Sowohl Schlotterbeck als auch Okoroji spielen eigentlich für die Reserve der Breisgauer und erfüllten ihre Aufgaben bei den Profis souverän, ohne für einen großen Qualitätsabfall zu sorgen. Das verdeutlicht, wie viel Wert bei den Freiburgern nach wie vor auf eine enge Verzahnung von Profi-Abteilung, zweiter Mannschaft und Jugend gelegt wird. Das trägt Früchte: In Günter und Torwart Alexander Schwolow kommen zwei aktuelle Leistungsträger aus dem eigenen Nachwuchs, der in den letzten Jahren bereits Spieler wie Matthias Ginter, Oliver Baumann, Maximilian Philipp, Dennis Aogo oder den ehemaligen Werkself-Abwehrchef Ömer Toprak hervorbrachte. In Verbindung mit Streich als Identifikationsfigur ergibt diese Philosophie ein nachhaltiges Konzept, das Freiburg auch langfristig unter den besten 20 Mannschaften Deutschlands halten wird.

Prognose

Der Sieg gegen Augsburg war Gold wert und machte außerdem deutlich: Bei dieser Freiburger Mannschaft passt einfach zu viel zusammen, um ernsthaft in Abstiegsgefahr zu geraten. Auch eine weitere Verbesserung des bislang 13. Tabellenplatzes erscheint zumindest nicht unrealistisch. Am Ende sollte es eine Platzierung zwischen 11 und 14 werden für den Sportclub, das alljährliche Ziel Klassenerhalt damit erneut erreicht werden.

180911_pronovaBKK_B04_Social_Trikot_600x800_1.jpg

Ähnliche News

Remzi Kahraman
Frauen - 05.07.2026

Frauen: Co-Trainer Remzi Kahraman verlässt Bayer 04

Co-Trainer Remzi Kahraman verlässt die Bayer 04-Frauen mit sofortiger Wirkung und nimmt eine neue Herausforderung im Ausland an. Der Klub entsprach dem Wechselwunsch des 31-Jährigen, dessen Vertrag ursprünglich noch bis 2027 lief. Die Entscheidung über seine Nachfolge wird zeitnah bekannt gegeben.

Mehr zeigen
Quelle: DFB/dpa Picture-Alliance
Jugend - 05.07.2026

U19-EM in Wales: Culbreath und Onyeka gegen Spanien ohne Einsatz – Halbfinale steht an

Die deutsche U19-Nationalmannschaft hat bei der U19-EM in Wales ihr drittes und letztes Gruppenspiel gegen Spanien 0:4 verloren. Die Bayer 04-Akteure Montrell Culbreath und Francis Onyeka (verliehen zur SV 07 Elversberg), die in den beiden siegreichen Partien zuvor zusammen auf vier Torbeteiligungen gekommen waren, blieben wie einige weitere Stammkräfte ohne Einsatz. Die DFB-Auswahl hatte bereits vorzeitig den Halbfinal-Einzug perfekt gemacht.

Mehr zeigen
Argentinien um Exequiel Palacios feiert den Einzug ins Sechzehntelfinale
Bayer 04 - 04.07.2026

WM-Ticker: Palacios, Grimaldo, Quansah und Tillman im Achtelfinale

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko läuft! Insgesamt acht Leverkusener nehmen teil an der 23. Ausgabe des Kontinentalturniers, das erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen wird. Bayer04.de berichtet über alle Spiele mit Beteiligung der Leverkusener WM-Fahrer.

Mehr zeigen
Die U19 von Bayer 04
U19 - 03.07.2026

DFB-Pokal der Junioren: U19 in der 1. Runde zu Gast in Hildesheim

Der Auftaktgegner der U19 von Bayer 04 im DFB-Pokal der Junioren 2026/27 steht fest: Die Leverkusener bekommen es in der 1. Runde auswärts mit dem VfV 06 Hildesheim aus Niedersachsen zu tun. Das ergab die Auslosung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Freitagnachmittag auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main.

Mehr zeigen