Die letzten Zweifel waren schnell ausgeräumt am 33. Spieltag. Früh ging Hannover 96 am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC in Führung, früh lag auch der niedersächsische Rivale aus Wolfsburg zurück. Am Ende, nach einem souveränen 3:1-Erfolg, stand fest, was zuvor ohnehin nur noch theoretisch angezweifelt werden konnte: der Klassenerhalt für den Wiederaufsteiger. Dass es überhaupt so lange gedauert hatte, bis nach einer weitgehend sorgenfreien Saison auch rechnerische Klarheit herrschte über den Klassenverbleib, daran war eine Negativ-Serie im Frühjahr schuld. Vor dem Hertha-Spiel hatte die Elf von Trainer André Breitenreiter sieben von neun Spielen verloren und unfreiwillig noch einmal für Spannung bei den Anhängern gesorgt. Die ist nun aber verflogen, vor dem letzten Spieltag liegt Hannover mit 39 Punkten auf Platz 13.
Es war das i-Tüpfelchen auf einen emotionalen Abschied: In seinem letzten Heimspiel für Hannover erzielte Salif Sané das zwischenzeitliche 2:0 gegen Hertha BSC. Anschließend durfte er sich von den Fans feiern lassen für fünf Jahre als Führungsspieler und Leistungsträger in der Defensivzentrale der Roten. Nach der Saison wechselt der Senegalese zu Schalke 04, die Partie gegen die Werkself wird seine letzte im Trikot der 96er sein. Einen anderen Stammspieler hingegen konnten die Niedersachsen längerfristig an sich binden. Mittelfeldmann Pirmin Schwegler, der bei Bayer 04 im Jahr 2006 seine Bundesliga-Karriere gestartet hat, verlängerte bereits vergangene Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Beim Aufeinandertreffen mit seinem alten Arbeitgeber am Wochenende wird Schwegler allerdings nicht dabei sein können. Der Schweizer handelte sich gegen Berlin die fünfte Gelbe Karte der Saison ein und wird gegen die Werkself fehlen. Gleiches gilt auch für die drei langzeitverletzten Felipe, Edgar Prib und Charlison Benschop.
Dass es nach winterlichen Europa-Hoffnungen zuletzt etwas bergab ging bei Hannover hatte mehrere Gründe. Zum einen fehlten häufig die spielerischen Mittel, um vor allem gegen kompakt agierende Gegner zu Torabschlüssen zu kommen. Klare Indizien dafür: Seit Mitte Februar holte die Breitenreiter-Elf keinen einzigen Punkt mehr nach Rückstand, außerdem rangieren die Niedersachsen ligaweit an letzter Stelle, was die Passquote angeht. Das macht deutlich: Nach Standards und Kontern ist 96 zwar brandgefährlich, doch es fehlt ein echter Spielgestalter; die Vorlagen für die beiden brandgefährlichen Angreifer Martin Harnik und Niclas Füllkrug kommen zumeist über Außen. Darüber hinaus ist eine gewisse Inkonstanz im Defensivbereich erkennbar. Das wurde bereits beim spektakulären 4:4 gegen Bayer 04 im Hinspiel deutlich, war allerdings auch zuletzt des Öfteren der Fall. In vier der vergangenen acht Spiele kassierte Hannover jeweils drei Tore.
„Ohne wenn und aber“ werde Horst Heldt bleiben – so die deutliche Ansage von Präsident Martin Kind gegenüber dem „kicker“. Noch vor wenigen Wochen hatte sich das noch ganz anders angehört. Der niedersächsische Rivale VfL Wolfsburg wollte 96-Sportchef Heldt abwerben, eine Einigung stand offenbar kurz bevor. Letztlich zerschlug sich der Wechsel, was zu Unruhen in den Führungsebenen beider Klubs führte. Kind, der wiederum selbst mit Teilen der eigenen Fans auf Kriegsfuß steht, kritisierte Heldt zuletzt für das Timing der Verhandlungen, wollte seinen abwanderungswilligen Manager aber letztlich auch nicht ziehen lassen. Verständlich, wenn man sieht, was das Duo Heldt/Breitenreiter geleistet hat, seit die beiden im März 2017 noch in Liga zwei die sportliche Verantwortung übernahmen. Hannover ist auf dem besten Weg, sich wieder im Mittelfeld der Bundesliga zu etablieren. Das allerdings weckt auch Begehrlichkeiten; Heldt und Breitenreiter könnten auch in der kommenden Saison wieder im Fokus größerer Klubs stehen. Ob die 96er den Weg langfristig mit beiden weitergehen können, wird sicher richtungsweisend für die sportliche Zukunft des Vereins sein. Neben dem seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Martin Kind und Teilen der Fans kann Hannover nämlich keine weiteren Querelen in der Führungsetage gebrauchen.
Das Saisonziel haben die Niedersachsen als Aufsteiger sicher erreicht, die Mannschaft wird am Ende zwischen Rang 11 und 14 stehen. Schwierig wird es für Hannover naturgemäß, auch im zweiten Jahr das Gerüst der Mannschaft zu erhalten. Neben Identifikationsfigur Sané verlässt auch Offensivmann Felix Klaus (nach Wolfsburg) den Verein, auch Spieler wie U-21-Nationalspieler Waldemar Anton oder Stürmer Füllkrug (bereits 13 Saisontore) dürften nicht leicht zu halten sein. Hannover wird sich also auf die Politik der kleinen Schritte verlegen müssen. Das wird sowohl Kind als auch Heldt und Breitenreiter bewusst sein. Sollte das Trio sich aber in der Sommerpause sammeln und weiterhin so konstruktiv zusammenarbeiten, spricht nichts dagegen, warum diese Schritte nicht in Angriff genommen werden könnten.
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