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17.01.2025Bundesliga

Gegner-Check: Zusammenhalten nach dem Ausrutscher

Den Start ins neue Jahr hatte sich Borussia Mönchengladbach sicher anders vorgestellt. Nach den Auftaktniederlagen gegen den FC Bayern München und beim VfL Wolfsburg rutschte das Team von Cheftrainer Gerardo Seoane in der Tabelle auf Platz elf ab. Dennoch hat der Klub vom Niederrhein eine insgesamt gute Hinrunde gespielt. An diesem Samstag, 18. Januar (Anstoß: 18.30 Uhr), treten die Fohlen bei der Werkself an und können in der BayArena voraussichtlich wieder auf ihren Torjäger und Topscorer zählen. Der Gegner-Check.
Borussia Mönchengladbach

Position

Das Ergebnis fiel am Ende deutlich aus und bescherte der Borussia die bislang höchste Saisonniederlage: Mit 1:5 gerieten die Fohlen am vergangenen Dienstag beim VfL Wolfsburg schwer unter die Räder. Dabei hatte das Team von Gerardo Seoane in der ersten Hälfte eine sehr ordentliche Leistung gezeigt. Nach dem frühen 0:1-Rückstand durch einen Elfmeter waren die Gladbacher sogar die bessere Mannschaft mit guten Chancen auf den Ausgleich. Letztlich fehlte den Gästen, die auf ihren Torjäger Tim Kleindienst (Magen-Darm-Beschwerden) und Außenstürmer Franck Honorat (Fußverletzung) verzichten mussten, aber die nötige Durchschlagskraft. Dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel völlig den Faden verlor, kritisierte Seoane: „Mit der zweiten Halbzeit bin ich überhaupt nicht einverstanden. Nach dem Tor zum 0:2 waren wir teils kopflos und haben neben dem physischen Abbau auch mentale Schwäche gezeigt. Von daher ist das Resultat sehr bitter.“ Auch Kapitän Julian Weigl war angefressen: „Es ist schwer zu beschreiben, was in der zweiten Halbzeit passiert ist. Die Gegentore haben wir uns viel zu einfach gefangen. Wir waren zu passiv und haben Wolfsburg zu viel Platz gelassen.“ Der VfL nutzte diesen Platz und legte nach dem 2:0 (60.) in der Schlussviertelstunde noch dreimal nach. Den Treffer für die Gäste erzielte Shio Fukuda kurz vor dem Abpfiff.

Nach dem 0:1 zum Jahresauftakt gegen den Tabellenführer FC Bayern München muss Gladbach nun also die zweite Niederlage binnen vier Tagen verdauen. In der Partie gegen den Rekordmeister hatten die Borussen vor heimischem Publikum in der Defensive durchaus überzeugt, nach vorne aber nur wenig Gefahr entwickeln können. Aktuell rangiert der Klub vom Niederrhein auf Platz elf. Mit 24 Punkten sind die Borussen nach der Hinrunde der beste Elfte seit Einführung der Drei-Punkte-Regel vor 30 Jahren. Mitte November 2024 waren sie in einer starken Phase einmal bis auf Platz sechs geklettert. Zwischen dem 7. und dem 15. Spieltag gewann Gladbach fünf von neun Partien (drei Unentschieden, eine Niederlage). Und auch aktuell beträgt der Abstand zu den internationalen Plätzen maximal vier Punkte. Deshalb will sich das Team auch nach der deftigen Niederlage in Wolfsburg nicht verrückt machen lassen. „Wir müssen das abschütteln. Ich bin überzeugt, dass es jetzt nicht viel mit uns als Gruppe macht, denn ich glaube, dass wir eine sehr homogene Mannschaft haben“, bekräftigt Julian Weigl.

Personal

Voraussichtlich steht Torjäger Tim Kleindienst den Borussen am Samstag nach seinem Magen-Darm-Infekt wieder zur Verfügung. Verzichten muss Gerardo Seoane aber weiterhin auf seinen rechten Flügelstürmer Franck Honorat. Der 28 Jahre alte Franzose, mit fünf Assists (gemeinsam mit Kleindienst) bester Vorbereiter der Borussen, fehlte wegen einer Fußverletzung schon bei den ersten beiden Spielen in diesem Jahr. Ansonsten kann Seoane aus dem Vollen schöpfen. Gesetzt sein dürften in der Defensive neben Torhüter Moritz Nicolas auch die Verteidiger Nico Elvedi, Ko Itakura und Joe Scally. Im zentralen Mittelfeld sind Julian Weigl, Philipp Sander und Rocco Reitz feste Größen. In der Offensive könnte Zielspieler Tim Kleindienst von den Außenstürmern Alassane Plea und Robin Hack unterstützt werden.

Probleme

In der letzten halben Stunde gegen Wolfsburg offenbarte Gladbach ungewohnte Schwächen im Abwehrverhalten. „Gerade defensiv haben wir in den vergangenen Wochen sehr stabil gespielt“, sagte Kapitän Julian Weigl. Diesmal aber kamen die Borussen mit dem schnellen Umschaltspiel der Wölfe überhaupt nicht zurecht. Ordnung und Orientierung gingen komplett verloren. „Wenn du fünf Buden bekommst, musst du dich hinterfragen, was du falsch gemacht hast. Da ist schon einiges dabei, was wir aufarbeiten müssen“, sagte Offensivkraft Robin Hack mit Blick auf den kommenden Gegner. In der BayArena müsse man sich wieder auf viel Abwehrarbeit einstellen. „Da müssen wir zusammenhalten als Mannschaft und zeigen, dass Wolfsburg nur ein Ausrutscher war“, fordert Weigl.

Auch im Spiel mit dem Ball zeigte Gladbach in den ersten beiden Partien dieses Jahres Probleme. Trotz vielversprechenden Angriffen und guten Torchancen sprang wenig Zählbares heraus. Top-Vorbereiter Franck Honorat wird mit seinen Tiefenläufen und maßgeschneiderten Flanken schmerzlich vermisst.

Prunkstück

Zusammen mit Tim Kleindienst bildete Honorat über Wochen ein kongeniales Angriffsduo. Dynamisch, geradlinig, schnell: Der Franzose ist extrem wichtig fürs Offensivspiel der Gladbacher und harmoniert prächtig mit Kleindienst. Letzterer kam im vergangenen Sommer vom 1. FC Heidenheim 1846 an den Niederrhein und schlug dort voll ein. Neun Tore erzielte Kleindienst für die Borussia bisher, steht damit auf Platz fünf der Bundesliga-Torjägerliste. Gleich zum Saisonauftakt traf der 29-Jährige auch gegen die Werkself, sorgte kurz vor Schluss für das zwischenzeitliche 2:2, bevor Florian Wirtz in der elften Minute der Nachspielzeit doch noch per Elfmeter-Nachschuss für den 3:2-Sieg der Leverkusener in Mönchengladbach sorgte. Kleindienst ist auch für die defensive Stabilität extrem wichtig, weil er schon vorne energisch und intensiv Druck auf den Gegner ausübt.

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