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19.09.2020Bundesliga

Gegner-Check: Wolfsburg will den Vereinsrekord

Die Bundesliga ist zurück – und auf die Werkself wartet gleich eine anspruchsvolle Aufgabe: Den 1. Bundesliga-Spieltag beschließt Bayer 04 am Sonntag, 20. September (Anstoß: 18 Uhr), auswärts beim VfL Wolfsburg – einem Team, das mit großen Ambitionen in die Saison geht.
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Position

Die Pflichtaufgaben hat der VfL souverän gelöst. In der 1. Runde des DFB-Pokals schlugen die Niedersachsen den Regionalligisten Union Fürstenwalde trotz frühen Rückstands mit 4:1, am Donnerstag setzten sie sich in der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation mit 4:0 beim albanischen Vertreter FK Kukesi durch. Dennoch mahnte Trainer Oliver Glasner an, im Spiel am Sonntag gegen die Werkself müsse sein Team „einen Schritt nach vorne machen“. Es wird die erste harte Prüfung in einer neuen Saison, in der der VfL einen Vereinsrekord aufstellen möchte: Noch nie hat sich das Team dreimal in Folge für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert – nicht mal in den Glanzzeiten rund um die Meisterschaft 2009. Wiederholt Wolfsburg sein Vorjahres-Ergebnis, wäre es so weit – doch Geschäftsführer Jörg Schmadtke strebt nach noch Höherem. „Platz sieben sollte für uns der unterste Maßstab sein“, gab er vor der Saison als Zielsetzung aus.

Personal

Viel getan hat sich in der Sommerpause nicht im Kader der Wölfe. Nennenswerte Abgänge verzeichnete der VfL nur auf der Innenverteidiger-Position, wo sich Robin Knoche, Marcel Tisserand und Felix Uduokhai (zuvor bereits ausgeliehen) verabschiedeten. Neben den beiden Leih-Rückkehrern Jeffrey Bruma und Yunus Malli kamen bislang zwei echte Neuzugänge: Der erst 18-jährige Pole Bartosz Bialek (von Zaglebie Lubin) soll eine weitere Alternative fürs Sturmzentrum werden, der 20 Jahre alte Innenverteidiger Maxence Lacroix (FC Sochaux) hingegen schwang sich direkt zum Stammspieler auf und bestritt beide Pflichtspiele von Beginn an.

Gerade in der Abwehr plagen Trainer Glasner vor dem Bundesliga-Start aber einige Personalsorgen: Kapitän Josuha Guilavogui, in dieser Saison fest für die Innenverteidigung eingeplant, kann wegen einer Gelb-Rot-Sperre aus dem letzten Spiel der Vorsaison nicht mitwirken. Marin Pongracic, der beim letzten Aufeinandertreffen mit der Werkself doppelt traf, ist am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und fehlt ebenfalls. Die Innenverteidigung dürften am Sonntag wohl Lacroix und John Anthony Brooks bilden. Noch etwas prekärer sieht die Lage rechts in der Viererkette aus: Für den Brasilianer William, der im Februar einen Kreuzbandriss erlitten hatte, kommt der Saisonstart noch zu früh – und nun fällt in Kevin Mbabu auch noch der zweite nominelle Rechtsverteidiger im Kader aus. Glasner ist also zu einer fachfremden Lösung gezwungen, die wohl Felix Klaus heißen wird. Der gelernte Flügelstürmer gab sowohl gegen Fürstenwalde als auch gegen Kukesi den Rechtsverteidiger.

Zusätzlich Sorgen dürfte Glasner machen, dass er Mittelfeldmann Maximilian Arnold am Donnerstag in Albanien bereits in der ersten Hälfte wegen Schmerzen am Sprunggelenk auswechseln musste. Ob es für das Urgestein der Wölfe für einen Einsatz gegen die Werkself reicht?

Prunkstück

Wenn Arnold fit ist, gehört das zentrale Mittelfeld mit zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Gemeinsam mit dem Österreicher Xaver Schlager bildet Arnold ein Duo, das sowohl robust und laufstark gegen den Ball arbeitet als auch spielerisch über eine hohe Qualität verfügt. Arnold und Schlager sind die Schaltzentrale der Wölfe, gewissermaßen das Herzstück des Teams. Ein Ausfall von Arnold, der im Mai auch beim 4:1 in der BayArena überragte, würde den Niedersachsen zweifellos wehtun – er wäre aber qualitativ durchaus aufzufangen. Denn in Yannick Gerhardt verfügt Wolfsburg auch über einen starken dritten Mann für den Maschinenraum des Teams, der im Falle eines Arnold-Ausfalls wohl den Startplatz einnehmen würde. Beim Pokalspiel gegen Fürstenwalde spielte der Ex-Kölner von Beginn an – und steuerte prompt ein Tor bei.

Probleme

In den ersten beiden Pflichtspielen schlichen sich bei den Wölfen offensiv wie defensiv noch einige Nachlässigkeiten ein, die den beiden spielerisch eigentlich klar unterlegenen Gegnern Chancen einräumten. In beiden Partien verschuldete Wolfsburg auf relativ unnötige Art und Weise einen Elfmeter, gerade gegen Kukesi war die Defensive in der ein oder anderen Szene nicht auf der Höhe. „Man merkt, dass uns hinten manchmal noch die Abstimmung fehlt“, gestand auch Glasner nach dem Spiel ein. Auch offensiv fehlte mitunter die Konzentration. Das Pokalspiel gegen Fürstenwalde hätte der VfL deutlich höher gewinnen können, ließ aber eine ganze Reihe an erstklassigen Möglichkeiten ungenutzt.

Prognose

Glasner hat im Großen und Ganzen die gleiche Mannschaft zusammen, die er im Vorjahr in seiner Premieren-Saison als Bundesliga-Coach ins internationale Geschäft geführt hat. Nun wird der österreichische Trainer gefordert sein, das Team in seinem zweiten Jahr weiterzuentwickeln. Viele Spieler befinden sich im besten Fußballer-Alter, der Kader ist ausgeglichen besetzt. Wenn Wolfsburg die Defensiv-Ausfälle zum Start kompensieren kann und schnell in den Rhythmus findet, sollte der Vereinsrekord in jedem Fall drin sein.

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