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15.12.2020Bundesliga

Gegner-Check: Wer ersetzt Top-Scorer Duda?

Derby am Mittwochabend! In der Englischen Bundesliga-Woche vor Weihnachten will die Werkself am 16. Dezember (Anstoß: 20.30 Uhr) beim rheinischen Rivalen ihre Erfolgsserie fortsetzen. Der 1. FC Köln hat zuletzt Selbstvertrauen getankt – und kann nun auf ein lang ersehntes Comeback hoffen.
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Position

Irgendwie bekannt dürfte vielen Kölnern derzeit der Saisonverlauf vorkommen. Wie im Vorjahr startete der FC nicht wie gewünscht in die Saison, wie im Vorjahr scheint sich das Team nun noch rechtzeitig vor Weihnachten gefangen zu haben. 2019 war ein Derby-Sieg gegen die Werkself die Initialzündung, 2020 könnte es der überraschende Auswärtserfolg in Dortmund gewesen sein. Denn seit dem ersten Saisonsieg im Signal Iduna Park scheint der Knoten am Geißbockheim geplatzt zu sein. Dem derzeit so starken VfL Wolfsburg trotzte Köln mit einer couragierten Leistung im Anschluss ein 2:2 ab, am Samstag folgte ein eminent wichtiges 1:0 beim direkten Konkurrenten aus Mainz. „Die Stimmungslage ist jetzt bei allen befreiter“, gab Trainer Markus Gisdol auf der Pressekonferenz vor dem Derby zu Protokoll. „Das macht es leichter.“ Schließlich hat sich Köln durch den Sieg in Mainz einen Vorsprung von drei Punkten auf den Relegationsplatz und sogar fünf Zählern auf einen direkten Abstiegsplatz erarbeitet. Zusätzliches Faustpfand: Die Domstädter haben das mit Abstand beste Torverhältnis im Tabellenkeller – auch deswegen, weil Köln auch bei den bislang fünf Niederlagen meist sehr gut im Spiel war und viermal davon, darunter auch gegen den FC Bayern, mit nur einem Tor Unterschied verlor. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass Gisdols Team mit jeder Mannschaft der Bundesliga mithalten kann.

Personal

Für einen kleinen Wermutstropfen sorgte die Partie in Mainz aus Kölner Sicht dann doch. Ondrej Duda sah die Gelb-Rote Karte und wird das Derby gegen Bayer 04 gesperrt verpassen. Ein bitterer Ausfall, denn der Slowake ist im Kölner Team für die kreativen Momente und brandgefährlichen Standards verantwortlich. Bislang stand der Neuzugang von Hertha BSC in jedem Bundesligaspiel der Kölner in der Startelf und ist mit zwei Toren und drei Vorlagen Top-Scorer in Gisdols Kader. „Es ist schade, dass er fehlt“, bedauert der FC-Coach. „Er ist in einer sehr guten Verfassung.“

Wie aber wird Gisdol den Ausfall Dudas gegen die Werkself auffangen? „Wir haben mehrere Optionen für diese Position“, meint er. Eine davon könnte Jonas Hector sein. Der ehemalige Nationalspieler hatte sich bereits am 2. Spieltag eine Nackenverletzung zugezogen und fehlte Köln seitdem. Nun trainiert der Kapitän aber wieder ohne Einschränkungen mit. Bereits für das Mainz-Spiel war er ein Thema, am Ende reichte es aber noch nicht für den Kader. Und am Mittwoch? Gisdol hält sich bedeckt. „Jedes Training, das er machen kann, tut ihm gut“, meint der Coach. „Wir werden vor der Kader-Nominierung miteinander sprechen.“

Eine weitere Alternative könnte die Startelf-Rückkehr von Sebastian Andersson darstellen. Der schwedische Mittelstürmer wurde im November am Knie operiert, klagte anschließend über Belastungsschmerzen und fiel gegen Dortmund aus. In den vergangenen beiden Partien stand er aber jeweils wieder im Kader, kam gegen Wolfsburg zu einem Kurzeinsatz.

Fest steht allerdings auch: Sowohl Hector als auch Andersson sind andere Spielertypen als Duda, Gisdol müsste sein System entsprechend anpassen.

Prunkstück

In Sachen Defensive steht Köln in den meisten relevanten Kategorien mindestens im oberen Tabellenmittelfeld. Auch die Gesamtzahl von bislang 17 Gegentreffern nach 11 Spielen riecht keineswegs nach Abstiegskampf, sondern sind der exakt gleiche Wert, auf den auch Teams wie der FC Bayern, Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart kommen. Gisdol setzt auf eine extrem stabile Grundordnung und lässt sein Team situativ auch mal sehr tief verteidigen. Das macht es für gegnerische Mannschaften enorm schwer, zum Torerfolg zu kommen. Garanten für die starke Kölner Defensive sind in erster Linie Innenverteidiger Sebastiaan Bornauw sowie Schlussmann Timo Horn, die auch in den vergangenen Wochen bestens aufgelegt waren. Zudem präsentierte sich der 19-jährige Innenverteidiger Sava-Arangel Cestic, der in Dortmund sein Debüt feierte, trotz geringer Erfahrung zuletzt schon erstaunlich abgeklärt an Bornauws Seite.

Probleme

Gerade durch den Ausfall von Duda könnte das Spiel mit Ball zu einem Problem werden. Denn von der Tagesform des Slowaken hing es in dieser Saison häufig ab, ob Köln spielerisch zur Geltung kam oder nicht. Ballbesitzfußball gehört jedenfalls nicht zu den Steckenpferden von Gisdols Team, das bislang ligaweit die wenigsten Pässe gespielt hat und dabei die zweitgeringste Pass-Quote aufweist. Auch in Sachen herausgespielte Torschüsse und Großchancen rangiert Köln weit hinten im Liga-Vergleich. Konsequenz: Der FC ist abhängig von der offensiven Standardstärke, nur sieben eigene Tore erzielte das Team aus dem Spiel heraus.

Prognose

Sobald Hector und Andersson wieder voll einsatzfähig sind, hat Gisdol zwei absolute Schlüsselspieler wieder zur Verfügung, die die Qualität im Kölner Spiel deutlich anheben werden. Schon zuletzt hat der FC aber eindrucksvoll bewiesen, dass er gegen Top-Teams der Liga mindestens mithalten kann – schließlich wurde nicht nur der BVB geschlagen, auch gegen den FC Bayern war ein Punktgewinn durchaus drin. Bayer 04 erwartet also eine sehr harte Derby-Nuss.

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