
Auch der SC Freiburg trat am vergangenen Donnerstag zu seinem dritten Gruppenspiel in der UEFA Europa League an. Und wie die Werkself fuhr das Team von Trainer Christian Streich einen Sieg ein. Beim 3:1-Erfolg beim serbischen Klub Backa Topola taten sich die Breisgauer allerdings in der ersten Halbzeit sehr schwer und gingen mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. Erst nach dem Seitenwechsel drehte der SC auf. Vor allem in Person von Vincenzo Grifo. Der Deutsch-Italiener erwies sich einmal mehr als Standardspezialist und Mann für alle Fälle. Mit einem verwandelten Elfmeter, einem Freistoß und einem Treffer aus dem Spiel heraus war Grifo mit seinem Hattrick der Man of the Match. Aber auch der Auftritt seiner ganzen Mannschaft im zweiten Durchgang gefiel Streich: „Wir haben charakterlich sehr, sehr gute Jungs, die kritikfähig sind. Ich bin sehr zufrieden, dass wir das Spiel gedreht haben.“ Weil im Parallelspiel West Ham United bei Olympiakos Piräus verlor, führen die Freiburger nun punktgleich mit den Londonern die Tabelle in Gruppe A an.
Auch in der Bundesliga waren die Breisgauer am vergangenen Wochenende erfolgreich. Zu Hause besiegten sie den VfL Bochum 1848 durch Tore von Ritsu Doan und Vincenzo Grifo mit 2:1. Es war der vierte Sieg im achten Ligaspiel. Ein Remis und drei Niederlagen stehen darüber hinaus zu Buche. Mit 13 Punkten hat der SC einen ordentlichen Saisonstart hingelegt und rangiert derzeit auf Tabellenplatz 8.
Drei Tage nach der Partie in der BayArena empfängt Freiburg in der 2. Runde des DFB-Pokals den SC Paderborn im Europa-Park Stadion. In der 1. Runde hatte man sich beim Oberligisten SV Oberachern mit 2:0 durchgesetzt.
So groß die Freude nach dem 3:1 in Serbien am vergangenen Donnerstag war, personell hat es den SC dort hart erwischt. Schon in der ersten Halbzeit mussten die Offensivspieler Roland Sallai und Maximilian Philipp ausgewechselt werden. Der sehr formstarke Sallai verletzte sich am Oberschenkel, Philipp war nach einem Luftzweikampf unglücklich auf die Schulter gefallen. Beide werden in Leverkusen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht spielen können, möglicherweise auch in den kommenden Wochen ausfallen.
Definitiv fehlen wird weiterhin Kapitän Christian Günter. Den 30 Jahre alten Linksverteidiger zwingt eine Infektion nach seiner Unterarmfraktur zu einer langfristigen Pause. In Leverkusen werden neben Günter auch Max Rosenfelder (Patellasehnenprobleme) sowie die Mittelfeldspieler Yannik Keitel (Aufbautraining nach Adduktorenverletzung) und Daniel-Kofi Kyereh (Reha nach Kreuzbandriss) nicht zur Verfügung stehen.
Beim 2:1-Sieg gegen Bochum durfte erstmals in dieser Saison Noah Weißhaupt als linker Schienenspieler in der Startformation ran. Der dribbelstarke ehemalige U21-Nationalspieler sorgte auch am Donnerstag in Serbien mit vielen Vorstößen für Gefahr. Die defensivere Alternative auf dieser Position wäre Lukas Kübler. Auf der gegenüberliegenden Seite vertraute Streich zuletzt dem Japaner Ritsu Doan, ebenfalls einem sehr offensiven Außen.
Nach dem Weggang von Mark Flekken zum FC Brentford hütet in dieser Saison Noah Atubolu das Tor der Breisgauer. Der 21 Jahre alte Keeper kommt wie viele andere seiner Mannschaftskollegen aus der Freiburger Fußballschule. Die neue Nummer 1 hatte keinerlei Bundesliga-Erfahrung, macht ihre Sache bislang aber sehr gut. Vor Atubolu ist in der Abwehr das Duo Philipp Lienhart/Matthias Ginter gesetzt. Lässt Streich mit Dreierkette spielen, hat wie jüngst gegen Bochum und Topolo Routinier Manuel Gulde (32) gute Karten auf einen Startelf-Einsatz. Zweikampfstärke, Erfahrung und Abgeklärtheit sprächen für Gulde, so Streich. „Manu ist fast immer stabil und kann immer ein Kopfballtor machen.“
Im zentralen Mittelfeld unverzichtbar ist Maximilian Eggestein, der bislang in allen Pflichtspielen von Beginn an auf dem Platz stand. An seine Seite kehrte gegen Bochum Nicolas Höfler zurück, der zuvor wegen einer Rot-Sperre in drei Spielen gefehlt hatte. In der Offensive ist Vincenzo Grifo mit sechs Toren und vier Assists in zwölf Pflichtspielen aktuell wieder einmal gefährlichster Freiburger. Anstelle von Maximilian Philipp und Roland Sallai stünden vorne Michael Gregoritsch und Lucas Höler sowie Sommer-Neuzugang Junior Adamu (RB Salzburg) als Alternativen zur Verfügung.
Seit Jahren zählt der SC Freiburg in der Liga zu den gefährlichsten Teams bei Standards. Bislang sind den Breisgauern hier zwar erst vier Tore nach ruhenden Bällen gelungen. Aber beim jüngsten 3:1-Sieg in der Europa League hat Vincenzo Grifo nachgelegt und ist seinem Ruf als Standardkönig einmal mehr gerecht geworden. Mit vier Kopfballtreffern und nur einem Kopfball-Gegentor zählen die Freiburger auch in Luftzweikämpfen zu den stärksten Bundesligisten. Überhaupt die Zweikämpfe: Das Streich-Team weist aktuell die beste Zweikampfquote (53 %) aller Mannschaften auf. In den vergangenen beiden Saisons zählte der SC auch jeweils zu den Top-5 der defensivstärksten Klubs. In dieser Spielzeit blieb man bereits dreimal ohne Gegentor. Hätten sich die Badener allein in den beiden Partien gegen Stuttgart (0:5) und Dortmund (2:4) nicht neun Treffer gefangen, stünde man auch in dieser Spielzeit hier deutlich besser da.
Hätte, wäre, würde, wenn: Auch am Donnerstag in Serbien ärgerte sich Christian Streich über ein „furchtbares“ Gegentor seiner Mannschaft, die sich in dieser Situation schlecht verhalten habe. Konstant sattelfest steht die Freiburger Defensive bisher eben noch nicht. Auch im Angriff stotterte der SC-Motor in den ersten Spielen häufiger. Neun Tore in acht Partien: Nur die auf den Rängen 16, 17 und 18 stehenden Kölner, Bochumer und Mainzer haben noch weniger Treffer erzielt als die Freiburger. Allerdings hatten die im Abschluss auch oft Pech. Sieben Aluminium-Treffer sind der höchste Wert aller Bundesliga-Teams.
Angesichts der nun anstehenden englischen Wochen haderte Christian Streich verständlicherweise nach der Partie bei Backa Topola mit dem personellen Engpass, der durch die Verletzungen von Sallai und Philipp entstanden ist. „Dass die beiden in einer solchen Phase nun ausfallen, ist fußballerisch gesehen natürlich eine Katastrophe für uns“, sagt der Coach, der am Sonntag ein „extrem schweres Spiel“ für seine Mannschaft in Leverkusen erwartet. „Wir wissen, was auf uns zukommt. Dort heißt es leiden, leiden, leiden, wir brauchen eine hohe Frust-Toleranz, weil du ganz oft nicht an den Ball kommen wirst.“ Auf der anderen Seite habe sein Team zuletzt zwei Spiele in Folge drehen können und Erfolgserlebnisse gesammelt. „Jetzt spielen wir in Leverkusen und lassen alles auf dem Platz, was wir in uns drin haben.“ Auch Mittelfeldspieler Nicolas Höfler weiß, „dass wir dort viel arbeiten müssen“. Klar sei aber auch, „dass wir nicht 90 Minuten lang mauern können. Wir müssen selbst Akzente mit Ball setzen, auch um Kraft zu tanken. 90 Minuten gegen Leverkusen hinterherzulaufen – dann hast du keine Chance, dann reißen sie dir den Arsch auf“.

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