Gegner-Check: Stuttgart freut sich auf die Paradedisziplin

Nach zuletzt zwei Auswärtsspielen darf die Werkself am Samstag, 6. Februar (Anstoß 15.30 Uhr), wieder in der heimischen BayArena ran. Dem VfB Stuttgart, der als Gegner gastiert, wird dieser Austragungsort aber auch nicht Unrecht sein. Warum? Der Gegner-Check.
crop_imago1000327937h.jpg

Position

Auch für den VfB Stuttgart ist der Traum vom Finale in Berlin geplatzt. Trotz früher Führung unterlagen die Schwaben am Mittwoch Borussia Mönchengladbach mit 1:2. Das Aus in dem Wettbewerb, den Sportdirektor Sven Mislintat noch kurz zuvor als „unsere Champions League“ bezeichnet hatte. Die Konzentration der Stuttgarter kann nun also ganz der Bundesliga gelten – und da spielt der VfB als Aufsteiger eine bislang sehr gute Rolle. Mit erfrischend offensiver Spielweise hatte Stuttgart mitunter die Liga aufgemischt und unter anderem Borussia Dortmund in deren Stadion mit 5:1 geschlagen. Zuletzt mischte sich gelegentlich ein wenig Sand ins Getriebe, doch das Team von Chefcoach Pellegrino Matarazzo steht weiterhin im gesicherten Mittelfeld der Liga. Mehr noch: Der Zehntplatzierte repräsentiert momentan vielleicht sogar DAS Mittelfeld der Liga. Während alle anderen Teams nach oben respektive unten schauen können oder müssen, hat Stuttgart sieben Punkte Rückstand auf die europäischen Plätze und acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Eine Zwischenbilanz, die man beim Aufsteiger vor der Saison sicherlich sofort unterschrieben hätte.

Und: Am Samstag treten die Schwaben wieder in ihrer Paradedisziplin an – Auswärtsspiel. In der Auswärtstabelle der Liga liegt der VfB auf Platz zwei – punktgleich mit der Werkself und nur hinter Tabellenführer FC Bayern. Ganze 22 Treffer auf gegnerischem Platz sind ebenfalls nur einer weniger als der Rekordmeister und deutlich mehr als der Rest der Liga. Bayer 04 ist also gewarnt.

Personal

Ein trauriges Jubiläumsspiel verlebte Gonzalo Castro vergangene Woche. Stuttgarts Kapitän bestritt beim 2:0 gegen den FSV Mainz 05 sein 400. Bundesligaspiel. 286 davon absolvierte er zwischen 2005 und 2015 für Bayer 04, damit liegt der mittlerweile 33-Jährige noch immer auf Platz sieben der Leverkusener Rekordspieler in der Liga. Von allen aktuellen Bundesligaspielern absolvierten nur Christian Gentner und Manuel Neuer mehr Partien im Oberhaus. Aber: Die Nummer 400 war für Castro frühzeitig beendet, bereits Mitte der ersten Halbzeit musste der Spielführer verletzt vom Feld – und Nummer 401 muss nun warten. Mit einem Muskelfaserriss fällt Castro vorerst aus und verpasst damit die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Schade nicht nur für „Gonzo“, sondern auch ärgerlich für den VfB, denn Castro hat eine eminent wichtige Rolle inne. Nicht nur als Führungsspieler für die vielen jungen Akteure der Schwaben, sondern auch als Taktgeber und Initiator im Mittelfeld.

Ansonsten kann Coach Matarazzo, der zuletzt in der Regel auf ein 3-4-2-1 setzte, auf all seine Stammkräfte setzen. Einzig Ersatzstürmer Hamadi Al Ghaddioui (Schambeinreizung) und das 18-jährige Nachwuchstalent Lilian Egloff (Knochenödem) fallen aus, der 19-jährige Clinton Mola verpasste aufgrund von anhaltenden Hüftproblemen ohnehin bereits die gesamte Spielzeit.

Prunkstück

Die Spielphilosophie des VfB unter Matarazzo verkörpert wohl kein Spieler besser als Silas Wamangituka. Der Außenbahnspieler steht für all das, was die Stuttgarter Mannschaft in dieser Saison ausmacht: Jung, unbekümmert, pfeilschnell, variabel einsetzbar – und für den neutralen Beobachter äußerst unterhaltsam. Obwohl er in der Regel auf der rechten Außenbahn agiert und im System mit Dreierkette dort auch Defensivaufgaben zu erfüllen hat, hat Wamangituka bereits elf Saisontore auf dem Konto, nur fünf Spieler kommen ligaweit auf mehr. Derzeit befindet sich der Kongolese in bestechender Verfassung, hat in jedem seiner letzten fünf Pflichtspiele getroffen. Besonders bemerkenswert: Sowohl beim 2:0 gegen Mainz in der Liga als auch beim 1:2 gegen Mönchengladbach im Pokal vollendete er einen Sololauf tief aus der eigenen Hälfte heraus mit einem Treffer. Auch die Werkself wird sich vor seinen Tempodribblings in Acht nehmen müssen.

Probleme

Angesichts der starken Saison des Aufsteigers wirkt es fast schon befremdlich, dass Coach Matarazzo bis vergangene Woche noch auf einen Negativrekord zusteuerte. Nur zwei Trainer hatten in der Bundesliga-Historie länger auf ihren ersten Heimsieg warten müssen als der US-Amerikaner. Denn so stark Stuttgart auf gegnerischem Platz auftritt, so mau war die Bilanz in der heimischen Mercedes-Benz-Arena. In den ersten acht Heimspielen gelang kein einziger Sieg, in der Heimtabelle ist der VfB ein Kellerkind. Immerhin: Am letzten Wochenende wurde die Serie mit dem 2:0 gegen Mainz 05 im neunten Anlauf gebrochen – und Matarazzo muss sich nun keine Sorgen um einen unrühmlichen Eintrag in den Geschichtsbüchern der Liga machen.

Prognose

Beim VfB scheint etwas zusammenzuwachsen. Sportdirektor Mislintat beweist bei Transfers immer wieder ein gutes Auge, Trainer Matarazzo hat dem Team eine klare Spielphilosophie eingeimpft und die junge Mannschaft hat noch enormes Steigerungspotenzial. Die Jahre der Inkonstanz mit zwei Abstiegen binnen drei Jahren scheinen Vergangenheit. Stuttgart ist auf dem besten Wege, sich wieder in der Liga zu etablieren. Diese Saison jedenfalls dürfte angenehm sorgenfrei enden.

Ähnliche News

Autogrammstunde
Bayer 04 - 28.08.2026

Fanwelt-Event nach UEL-Auslosung: Europapokal-Autogrammstunde mit Culbreath und Sergio

Das Europapokal-Trikot ist gelauncht, die UEL-Gegner ausgelost – und die Vorfreude auf die internationale Saison groß! Anlässlich dessen fand am Freitagnachmittag, 28. August, in der Fanwelt eine Autogrammstunde mit dem aktuellen Werkself-Profi Montrell Culbreath und der offiziellen Klub-Legende Paulo Sergio statt.

Mehr zeigen
U19 von Bayer 04
Jugend - 28.08.2026

Nachwuchs: U19 im DFB-Pokal gefordert – U18-Kader reist nach Cordoba

Den Schwung aus vier Siegen in den ersten vier Liga-Partien will die U19 von Bayer 04 mit in die 2. Runde des DFB-Pokals der Junioren nehmen – in dieser wartet der FC Carl Zeiss Jena. Die U17 hat es derweil nach zwei Remis zum Saisonstart gegen Borussia Mönchengladbach auf den ersten Sieg abgesehen. Hochkarätige Turniere warten auf einen aus U19- und U17-Spielern bestehenden U18-Kader im spanischen Cordoba sowie auf die U13 im niederländischen Zutphen – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Los Bayer 04 Leverkusen
Europa League - 28.08.2026

Die möglichen Gegner der Werkself in der UEFA Europa League 2026/27

Am Freitagmittag entscheidet sich, auf welche acht der 36 teilnehmenden Mannschaften Bayer 04 in der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 treffen wird. Bei der Ziehung in Monaco (live auf UEFA.com) werden der Werkself je zwei Teams aus den vier Töpfen, aufgeteilt anhand des UEFA-Club-Koeffizienten, zugelost. Eine Partie gegen einen Kontrahenten aus dem eigenen Land ist dabei ebenso ausgeschlossen wie mehr als zwei Duelle mit Klubs aus demselben Landesverband. Ein Blick auf die Töpfe und die möglichen Gegner.

Mehr zeigen
Exequiel Palacios
Bayer 04 - 27.08.2026

Argentinier Exequiel Palacios wechselt zu Ipswich Town

Nach sechseinhalb Jahren verlässt Exequiel Palacios die Bundesliga und wechselt von Bayer 04 in die Premier League. Der Argentinier, der als Werkself-Profi vor vier Jahren mit seiner Nationalmannschaft Weltmeister und beim Turnier in diesem Sommer Vizeweltmeister geworden war, spielt ab sofort für den englischen Aufsteiger Ipswich Town. Der 27-Jährige, dessen Vertrag in Leverkusen bis zum 30. Juni 2030 Gültigkeit hatte, kam im Januar 2020 als junges Talent zu Bayer 04. Dort entwickelte er sich kontinuierlich zu einem der besten defensiven Mittelfeldspieler in der deutschen Eliteklasse.

Mehr zeigen