
Einen kleinen Seitenhieb in Richtung München konnten sich die Mainzer am vergangenen Samstag nicht verkneifen. „8x Meister? Langweilig! 11x drin bleiben? Mainzer Weltklasse“ prangte auf den T-Shirts, die sich Spieler und Trainer nach Abpfiff der Partie überstreiften. Hinter ihnen lagen intensive Tage mit viel Abstiegskampf, vielen Emotionen und ganz viel Jubel. Bereits in der Englischen Woche hatten die Nullfünfer den Vize-Meister aus Dortmund zwar überraschend, aber völlig verdient mit 2:0 geschlagen, am Samstag legte Mainz dann im direkten Duell gegen Werder Bremen nach, siegte mit 3:1 und bleibt somit zum elften Mal in Folge in Deutschlands höchster Spielklasse. Noch auf dem Platz hielt Sportvorstand Rouven Schröder eine emotionale Ansprache ans Team. Auszug gefällig? „Wir sind weiter in der Bundesliga, weil wir gut sind, weil wir Talente sind, weil wir ältere Spieler sind, weil wir ein Team sind! Das allein zählt. Ich bin stolz auf euch!“ Die Anspannung, die nicht nur von Schröder abfiel, war fast schon spürbar. Schließlich hat Mainz eine Saison hinter sich, in der sich der Verein quasi durchgängig im Abstiegskampf befand, fast die komplette Rückrunde lang stand die Mannschaft auf Tabellenplatz 15. Doch genau zum richtigen Zeitpunkt legten die Rheinhessen nun ihre beste Saisonphase hin und gewannen drei ihrer vergangenen vier Bundesligaspiele. Ganz klar: Das Team wird nach den letzten Tagen in Leverkusen getragen werden von einer riesigen Welle der Euphorie.
Die gute Bilanz der vergangenen Wochen hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Achim Beierlorzer wieder fast sein komplettes Stammpersonal zur Verfügung stand. Nachdem Mainz über Teile der Saison noch prominente Spieler wie Jean-Philippe Mateta oder Danny Latza verletzungsbedingt fehlten, waren die meisten Leistungsträger in der entscheidenden Phase der Saison wieder fit. Hinzu kam, dass sich gerade in den wichtigen Spielen der Nachwuchs zu großen Auftritten aufschwang: Der 19-jährige Offensivmann Jonathan Burkardt rückte in Dortmund beinahe aus dem Nichts in die Startformation und erzielte per Kopf das so wichtige 1:0, Rechtsverteidiger Ridle Baku bereitete sowohl beim BVB als auch gegen Bremen jeweils ein Tor mustergültig vor.
Frühzeitig gelaufen war die Saison für Stammkeeper Robin Zentner, der sich unmittelbar vor der Corona-Pause einen Kreuzbandanriss zuzog. Allerdings wurde er seitdem von Florian Müller – seines Zeichens ebenfalls ein Mainzer Eigengewächs – glänzend vertreten, seine starke Leistung gegen Bremen hievte Müller sogar in die „kicker-Elf des Tages“. Verzichten muss Beierlorzer in Leverkusen außerdem auf den vom FC Liverpool geliehenen Angreifer Taiwo Awoniyi, der sich im Spiel gegen Augsburg Mitte Juni bei einem schweren Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zuzog und mit Halskrause fixiert vom Platz getragen werden musste. Außerdem fehlt in der BayArena Jean-Paul Boetius, der in Bremen seine fünfte Gelbe Karte sah.
Der Ausfall von Boetius könnte eine deutliche Schwächung für das Mainzer Spiel bedeuten. Der Niederländer ist als Spielgestalter im Zentrum unverzichtbar für die Offensive der Nullfünfer, setzt mit seiner herausragenden Technik und Spielübersicht die schnelle und physisch starke Angriffsreihe ein. Spielt Boetius nicht, fehlt ein Element in der Mainzer Offensive, das sonst kein Akteur der Nullfünfer mitbringt. Zudem befand sich der Mittelfeldspieler zuletzt in starker Verfassung, erzielte gegen Bremen den wichtigen Treffer zum 2:0 mit einem präzisen Flachschuss. Und: Auch sein Wert für die Statik des Teams ist nicht zu unterschätzen, denn Boetius verrichtet durch seine Laufstärke auch viel wertvolle Defensivarbeit. Gerade gegen die ballsichere Werkself hätte das ein Faktor werden können.
Dass es gerade die Youngster aus dem eigenen Nachwuchs waren, die sich in den vergangenen Wochen zu entscheidenden Figuren aufschwangen, kommt nicht von ungefähr. Die Mainzer Nachwuchsarbeit ist seit Jahren ein Faustpfand und brachte bereits Spieler wie André Schürrle, Suat Serdar oder Loris Karius hervor – und jetzt eben Akteure wie Müller, Baku und Burkardt, die einen wichtigen Anteil am erneuten Klassenerhalt hatten. Solange sich Mainz jedes Jahr einige Stammspieler des Kaders selbst schnitzt, werden die Nullfünfer nicht nur ihrer Vereinsphilosophie, sondern langfristig auch ihrem sportlichen und wirtschaftlichen Anspruch gerecht.
Der Abstieg ist seit Samstag kein Thema mehr für den FSV. Doch die End-Platzierung steht noch lange nicht fest. Abhängig vom eigenen Ergebnis gegen die Werkself und den Spielen der Konkurrenz ist für Mainz noch ein Spektrum von Platz 11 bis hin zu Platz 15 drin. Das macht letztendlich nicht nur in Sachen Fernsehgeld einen Unterschied, sondern auch in den Köpfen der Spieler. Die werden also mit Sicherheit auch in Leverkusen alles geben, um die Saison positiv abzuschließen.


Was hat sich im Frauenfußball bei Bayer 04 in den vergangenen zehn Jahren am meisten verändert? Was zeichnet Carolin Simon als Kapitänin aus? Und wie wurde ausgerechnet Pokemon zu ihrer großen Leidenschaft? In unserem neuen Format „04 Seiten“ lernen wir unsere Rückkehrerin von einer ganz persönlichen Seite kennen – und erfahren, was man auf den ersten Blick vielleicht nicht über sie vermuten würde.
Mehr zeigen
Gesundheit! Passend zur Erkältungszeit im Herbst drehte sich bei Bayer 04 auch in diesem Jahr vieles um das körperliche Wohlbefinden. Mit den Gesundheitswochen schafft der Bundesligaklub jedes Jahr Raum für Aufklärung, Austausch und Information rund um gesundheitliche Themen. Dabei wurden auch diesmal verschiedene Angebote genutzt, um die Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung stärker ins Bewusstsein zu rücken und gleichzeitig weitere Aspekte eines gesunden Lebensstils aufzugreifen.
Mehr zeigen
Wie schon bei einigen Heimspielen in der Vergangenheit, können Fans der Werkself erneut die Arbeit des Tafel Leverkusen e.V. mit der Spende von Lebensmitteln unterstützen. Vor der Heimpartie gegen den SC Paderborn 07 am Samstag, 21. November, wird Bayer 04 an den bekannten Sammelstellen vor dem A-Block (Süd-Ost) sowie dem E- und F-Block (Nord-West) die Spenden ab Stadionöffnung um 13.30 Uhr bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr entgegennehmen. Eine Spendenabgabe in der Bayer 04-Fanwelt ist am Spieltag leider nicht möglich, aber an anderen Tagen. Die Tafel bittet in erster Linie um haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel.
Mehr zeigen
Im Rahmen des 11. Bundesliga-Spieltags 2026/27 gastiert Bayer 04 bei Borussia Dortmund. Die Partie steigt am Sonntag, 29. November (Anstoß: 19.30 Uhr), im SIGNAL IDUNA PARK. Alle Infos zum Ticketverkauf.
Mehr zeigen
Nicht nur auf dem Platz gelang der Leverkusener Saisonstart. Auch um die Bayer 04-Spiele stellten sich im Werkself-Quiz etliche Fans erfolgreich den 16 täglich wechselnden Fragen in den verschiedensten schwarz-roten Kategorien. Quizbegeisterte Bayer 04-Anhänger können sich nun freuen – denn das Werkself-Quiz wird noch umfangreicher! Neben hochwertigeren Gewinnen und einem Quiz zu jedem Spieltag gibt’s ab sofort auch eine neue Gruppen-Funktion. Ein Überblick über die kniffligen Erweiterungen.
Mehr zeigen