
„Wir haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht“, frohlockte Edin Terzic. Mit dem 3:1-Auswärtssieg über den 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Sonntag steht Borussia Dortmund bereits einen Spieltag vor Saisonende als Champions-League-Teilnehmer für die kommende Saison fest. Und tatsächlich: Noch Anfang April hätte damit wohl kaum jemand gerechnet. Doch im Saison-Endspurt kristallisierte sich der BVB als Team der Stunde in der Bundesliga heraus und zeigte eindrucksvoll seine ganze Qualität. Sechs Spiele in Folge gewann Borussia zuletzt in der Liga – und dann war da ja noch das nicht ganz unwichtige Spiel im Berliner Olympiastadion. Seit einer Woche darf sich Dortmund nun also auch wieder DFB-Pokalsieger nennen. Die vergangenen Tage – sie hätten für die Schwarz-Gelben besser nicht laufen können. Für den Möglich-Macher Terzic wird die Partie gegen die Werkself ein Abschied – zumindest ein halber. Denn Stand jetzt wird der 38-jährige Coach in der kommenden Saison wieder als Co-Trainer der Dortmunder fungieren, dann unter Cheftrainer Marco Rose. Doch vorher gilt es noch, das Sahnehäubchen auf den herausragenden Endspurt zu setzen. Mit einem Sieg gegen Bayer 04 würde der BVB wahrscheinlich vor dem VfL Wolfsburg bleiben und die Saison damit als Tabellendritter abschließen.
Nicht nur ein halber, sondern ein ganzer Abschied wird am Samstag Lukasz Piszczek bereitet. Der Pole hatte beim Pokalfinale für die vielleicht emotionalsten Bilder des Abends gesorgt, als ihn seine Mitspieler nach dem Schlusspfiff hochleben ließen. Gegen Bayer 04 wird der Rechtsverteidiger nun sein letztes Pflichtspiel nach elf Jahren in Schwarz-Gelb absolvieren können. Denn: Seine Muskelverhärtung, die einen Einsatz in Mainz verhinderte, ist auskuriert, Piszczek wird sein Abschiedsspiel also bekommen. Anders sieht es bei Marcel Schmelzer aus. Der Routinier, der jahrelang gemeinsam mit Piszczek die Dortmunder Außenverteidigung bildete, kann nach einer schweren Knieverletzung nicht mehr für Dortmund auf dem Rasen stehen. Er ist dabei nicht der einzige Defensivspieler, der dem BVB im Saisonfinale fehlt.
Auch Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou und Rechtsverteidiger Mateu Morey fallen mit schweren Knieverletzungen seit geraumer Zeit aus; für Abräumer Axel Witsel war die Saison aufgrund eines Achillessehnenrisses ebenfalls frühzeitig beendet. Auch Torhüter Marwin Hitz, der zuletzt als Nummer 1 zwischen den Pfosten stand, fehlt wegen einer Kapselverletzung, für ihn wird Roman Bürki das Tor hüten. Offensiv fällt hingegen nur Youssoufa Moukoko aus, der jüngste Spieler der Bundesliga-Geschichte laboriert an einer Bänderverletzung am Fuß.
Die individuelle Qualität des BVB ist gerade in der Offensive beeindruckend. Noch imponierender wird sie, wenn man sich das Alter der beiden Doppel-Torschützen aus dem Pokalfinale – Jadon Sancho (21) und Erling Haaland (20) – vor Augen hält. Dortmund hat also mindestens zwei Spieler in ihren Reihen, die den Weltfußball in den kommenden Jahren entscheidend prägen können. Und dabei waren sie in den vergangenen Wochen nicht einmal DIE prägende Figur im BVB-Offensivspiel. Denn diese Rolle kann man getrost Marco Reus zuschreiben. Der Aufschwung der Borussia hing auch ganz entscheidend mit dem Aufschwung ihres Kapitäns zusammen, der pünktlich zur entscheidenden Saisonphase wieder zur langersehnten Hochform auflief. Reus, Haaland, Sancho – mit diesem Trio muss sich Dortmund vor keiner Mannschaft der Welt verstecken.
Davon gab es in den vergangenen Wochen wahrlich nicht viele. Eine Aufgabe, mit der sich Marco Rose im Sommer mit Sicherheit befassen muss, ist das Defensiv-Verhalten bei Standardsituationen. 16 Gegentore nach ruhenden Bällen bedeuten einen Platz im unteren Drittel der Liga, auch zwei der letzten drei Gegentreffer in der Liga kamen auf diese Weise zustande. Ganze 7 dieser 16 Gegentore fing sich der BVB nach Ecken – nur zwei Teams noch mehr. Vielleicht kann Rose im Sommer die Spiele der Werkself als Video-Anschauungsmaterial nutzen. Bayer 04 ist das einzige Team dieser Bundesliga-Saison, das vor dem letzten Spieltag noch keinen einzigen Gegentreffer nach Ecken kassiert hat.
Mit einem Sieg gegen Bayer 04 wäre Dortmund aller Voraussicht nach Dritter – eine große Leistung für eine anfangs noch unruhige Saison inklusive Trainerwechsel. Doch – und das wissen die Verantwortlichen genau – mit diesem Kader ist noch deutlich mehr drin. Sollte es dem BVB gelingen, Spieler wie Haaland und Sancho im Sommer zu halten und diese – ebenso wie andere BVB-Talente wie Jude Bellingham (17) und Giovanni Reyna (18) – ihre rasante Entwicklung weiter fortsetzen, können die Schwarz-Gelben in der kommenden Saison auf nationaler wie internationaler Ebene wieder voll angreifen.

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