
Zwei ganz dicke Ausrufezeichen binnen drei Tagen setzte die Borussia zuletzt. Erst brachte Mönchengladbach dem bisherigen Spitzenreiter RB Leipzig in der Bundesliga die erste Saison-Niederlage bei, um nur kurze Zeit und einen Flug in die Ukraine später Schachtar Donezk glatt mit 6:0 zu schlagen – wohlgemerkt ein Team, das in den beiden Spielen zuvor Real Madrid bezwungen und Inter Mailand ein Unentschieden abgetrotzt hatte. Dementsprechend könnte die Gladbacher Brust vor dem Duell mit der Werkself breiter kaum sein. „Wir haben in dieser Partie eine Menge, wenn nicht gar alles richtig gemacht“, freute sich Trainer Marco Rose nach dem Kantersieg in der Ukraine. Es war der mit Abstand höchste Sieg, den eine Fohlen-Elf in der Champions League bislang herausgeschossen hatte – und ein Erfolg, der Mönchengladbach an die Spitze der Hammer-Gruppe mit Real, Inter und Donezk katapultierte. Ein Zwischenstand, mit dem nur die wenigsten gerechnet hatten, der aber vollauf verdient ist. Schließlich schnupperte die Borussia auch gegen Madrid und Mailand am Sieg und kassierte erst in den Schlussminuten den Ausgleich. Und in der Liga? Da könnte sich schon eine Fortsetzung des Dauerduells der vergangenen beiden Jahre anbahnen, als sich Bayer 04 und die Borussia bis zum letzten Spieltag um Platz vier bekämpften. Nun belegen die beiden Teams wieder Rang vier und fünf, Mönchengladbach liegt einen Platz und einen Zähler hinter der Werkself.
In den vielen Englischen Wochen setzte Rose zuletzt vermehrt auf Rotation. Die kann er sich auch erlauben, denn Mönchengladbach verfügt über einen sehr ausgeglichenen Kader. In jedem Spiel gesetzt sind praktisch nur Torhüter Yann Sommer, die Innenverteidiger Matthias Ginter und Nico Elvedi sowie Rechtsverteidiger Stefan Lainer. Eigentlich würde sich auch Denis Zakaria in diese Riege einreihen. Doch der Mittelfeldspieler hat wegen eines Knorpelschadens im Knie seit acht Monaten kein Spiel mehr machen können und aktuell noch immer Trainingsrückstand – ein Ausfall, der die Borussia hart trifft, an den sie sich aber mittlerweile notgedrungen schon gewöhnen musste. Ansonsten muss derzeit nur Außenverteidiger-Backup Andreas Poulsen verletzungsbedingt passen, Eigengewächs Jordan Beyer ist nach überstandener Corona-Infektion maximal ein Kandidat für die Bank.
Erst seit kurzem eine Option ist Neuzugang Valentino Lazaro, der auf Leihbasis von Gruppengegner Inter Mailand gekommen war. Der Österreicher fiel zum Saisonstart mit einem Muskelbündelriss aus, absolvierte erst am vergangenen Samstag gegen Leipzig seine ersten Pflichtspiel-Minuten im Trikot der Gladbacher. Es folgte immerhin eine Viertelstunde Einsatzzeit bei Schachtar. Gut möglich, dass Rose dem Außenbahnspieler gegen die Werkself eine etwas größere Rolle zutraut. In jedem Fall erweitert Lazaro das schon jetzt breit aufgestellte Repertoire an Spielertypen in Gladbachs Kader.
Mönchengladbach zeichnet eine große Variabilität aus. Rose wechselt gerne zwischen Dreier- und Viererkette hin und her und kann auch personell häufig umstellen, da er über einen auch in der Spitze noch sehr ausgeglichenen Kader verfügt. Hinzu kommt, dass einige Offensivspieler wie Jonas Hofmann, Breel Embolo oder Marcus Thuram universell einsetzbar sind und ohne Qualitätsverlust mehrere Positionen besetzen können. Viel wichtiger als eine starre Grundformation: Die Mannschaft hat den schnellen und energiegeladenen Rose-Fußball verinnerlicht, jeder Spieler kennt unabhängig vom Spielsystem seine Rolle. Diese Flexibilität macht Mönchengladbach für den jeweiligen Gegner sehr schwer ausrechenbar, zumal die Qualität in jedem Mannschaftsteil hoch und personell keine echte Schwäche auszumachen ist.
Die Borussia könnte noch deutlich besser dastehen, wenn sie häufiger in der Lage gewesen wäre, eine Führung über die Zeit zu bringen. Doch die Gegentore in der Schlussphase sind bislang die Achillesferse der jungen Saison. Besonders bitter wurde es beim Spiel gegen Real Madrid, als sich die Borussia nicht für eine starke Leistung belohnte, weil sie eine 2:0-Führung durch zwei Gegentreffer ab der 87. Minute noch aus der Hand gab. Auch bei Inter Mailand kassierten die Fohlen den 2:2-Ausgleich erst in der 90. Minute – und in der Bundesliga lag Roses Team sowohl gegen Union Berlin als auch gegen Wolfsburg in Front, ehe es jeweils in der Schlussphase noch das 1:1 hinnehmen musste.
Ein Rückschritt ist im zweiten Jahr unter Rose nicht zu erwarten – im Gegenteil. Das Team hat keine Stammspieler verloren, Qualität dazubekommen und ist dabei, unter ihrem Trainer den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. Gerade in der Champions League hat Mönchengladbach eindrucksvoll gezeigt, dass mit diesem Team national wie international zu rechnen ist. Ob es am Ende in der Bundesliga wieder auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Fohlen und der Werkself hinausläuft? Nicht auszuschließen…


Während die U16 am Wochenende gegen den FC Viktoria Köln den fünften Sieg hintereinander einfahren könnte, reitet auch die U15 auf einer echten Erfolgswelle: Nach zwei überzeugenden Turniersiegen zuletzt würden sich die Leverkusener mit einem Erfolg gegen den VfL Bochum 1848 die Meisterschaft sichern. Und der weibliche Nachwuchs befüllt ebenfalls fleißig das Trophäen-Kabinett – mit einem deutlichen 17:0 gewannen die U13-Juniorinnen den Verbandspokal. Das Ergebnisse und anstehenden Spiele der Nachwuchs-Kicker im Überblick.
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Großer Jubel an Fronleichnam: Die U13-Juniorinnen von Bayer 04 haben das Finale im Verbandspokal des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM) in beeindruckender Manier gewonnen. Ein deutliches 17:0 bescherte nach der Meisterschaft in der Leistungsstaffel West bereits den zweiten Titel der Saison. Für den Jungjahrgang der Leverkusener U16-Juniorinnen reichte es derweil nicht für einen Erfolg am Pokalfinal-Tag.
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Bayer 04 Leverkusen hat Carles Martínez Novell als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 42-jährige Spanier war bis Saisonende für den FC Toulouse in der französischen Ligue 1 tätig. Martínez beendete die zurückliegende Saison mit den Südfranzosen auf Platz neun. Er übernimmt die Werkself zum 1. Juli 2026 und unterzeichnete einen bis zum 30. Juni 2028 gültigen Vertrag. In Leverkusen folgt Martínez, dessen Kontrakt in Toulouse mit Monatsende ausläuft, auf Kasper Hjulmand, der den Klub nach einer Spielzeit verlässt.
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In der Sommervorbereitung 2026/27 gastiert die Werkself beim Regionalligisten Kickers Offenbach in Hessen. Die Partie findet am Samstag, 25. Juli (Anstoß: 15 Uhr), im Stadion am Bieberer Berg statt. Alle Infos zum Ticketverkauf für die Begegnung im Rahmen der 125-jährigen Jubiläums des OFC.
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Verstärkung für den Nachwuchsbereich von Bayer 04 Leverkusen: Zur Saison 2026/27 wechselt Konstantinos Kotsifakis vom Fußball-Zweitligisten Hertha BSC zum Werksklub, wo er künftig als fester Bestandteil des Trainerteams der Leverkusener U19 arbeiten wird. Zudem übernimmt der Deutsch-Grieche eine operative Funktion bei der Betreuung des Future Teams von Bayer 04. Bei der Hertha fungierte der 29-Jährige zuletzt als Cheftrainer der U17.
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