Zurück zur Übersicht
31.10.2019Bundesliga

Gegner-Check: Ein Tabellenführer am Limit

Der Tabellenführer zu Gast in der BayArena! Im dritten Heimspiel binnen einer Woche erwartet die Werkself am Samstag, 2. November, nicht nur einen rheinischen Rivalen, sondern auch den derzeitigen Primus der Bundesliga. Die Spitzenposition von Borussia Mönchengladbach nach neun Spieltagen kommt sicher überraschend, aber keineswegs von ungefähr. Was die Fohlen derzeit so stark macht – und warum sie laut Trainer Rose trotzdem „am Limit“ sind? Der Gegner-Check.
Denis Zakaria

position

Viel Zeit, die Tabellenführung auszukosten, bleibt bei Borussia Mönchengladbach derzeit gar nicht. Seit der Länderspielpause jagt eine Herausforderung die nächste: Erst in Dortmund, dann in Rom, anschließend gegen Frankfurt, dann schon wieder in Dortmund – und am Samstag in der BayArena. Ereignisreiche Tage mit ereignisreichen Spielen liegen hinter der Borussia. In der Bundesliga verteidigten die Fohlen am Sonntag ihre Tabellenführung durch ein spektakuläres 4:2 über Eintracht Frankfurt. Das Team von Trainer Marco Rose liegt bereits seit Anfang Oktober ganz vorne in der deutschen Eliteliga, derzeit einen Punkt vor dem FC Bayern. Aus dem DFB-Pokal musste sich die Borussia am Mittwochabend hingegen verabschieden. Bei Borussia Dortmund führten die Gladbacher zwar bis zur 77. Spielminute, doch der Ex-Leverkusener Julian Brandt kegelte Sommer & Co. mit einem Doppelpack noch aus dem Wettbewerb. Noch nicht ganz so erfolgreich verliefen außerdem bislang die Mönchengladbacher Auftritte in der Europa League: Nach dem 0:4 gegen den Wolfsberger AC zum Auftakt reichte es in den beiden folgenden Auswärtsspielen bei Basaksehir und der AS Rom jeweils nur zu einem 1:1 und damit bislang noch zu keinem Sieg. Aber: Die Mannschaft zeigte stets Moral, glich sowohl in der Türkei als auch in der italienischen Hauptstadt jeweils in der Nachspielzeit aus.

personal

Marco Rose, zuvor bereits bei RB Salzburg hochgradig erfolgreich, brachte im Sommer eine klare Spielphilosophie mit an den Niederrhein – und die geht bislang auf. Mönchengladbach agiert zumeist im 4-3-3 mit drei Mittelfeldspielern, die in erster Linie das Zentrum des Spielfelds kontrollieren sollen. Schlüsselspieler für dieses Vorhaben: der Schweizer Denis Zakaria (im Bild oben). Der 22-Jährige spielt auf der „Sechs“ eine bislang herausragende Saison, ist für zahlreiche Ballgewinne verantwortlich und auch für die Spieleröffnung ein wichtiger Taktgeber. Vor dem Dreier-Mittelfeld lässt Rose in der Regel noch einen Dreier-Sturm auflaufen, wobei sich Neuzugang Breel Embolo oft auf die Spielmacher-Position fallen lässt und das Mittelfeld-Trio zur Raute ergänzt. Gerade offensiv hat Rose viele personelle Optionen, neben Embolo überzeugten bislang auch die beiden Franzosen Alassane Plea und Marcus Thuram, die beiden besten Torschützen der Borussia in dieser Saison. Und: Gegen Bayer 04 kann Rose auch wieder auf ein ganz wichtiges Puzzlestück zurückgreifen - seinen Kapitän. Gut ein halbes Jahr hatte Lars Stindl mit einem Schienbeinbruch gefehlt, kam somit erst Mitte Oktober zu seinen ersten Minuten unter Rose. Bis zum Mittwoch agierte der 31-Jährige nur als Einwechselspieler, machte als solcher aber gleich auf sich aufmerksam: In Rom erzielte er vom Elfmeterpunkt den späten Ausgleich, gegen Frankfurt legte er einen Treffer auf. Beim Pokalspiel in Dortmund lief Stindl nun erstmals nach seiner Verletzung von Beginn an auf und hielt gleich 90 Minuten durch. Gut möglich, dass Stindl am Samstag in der BayArena sein Startelf-Comeback in der Bundesliga geben wird.

Probleme

Stindls Einsatzchancen sind auch deshalb so hoch, weil Mönchengladbach derzeit von einigen Verletzungssorgen geplagt wird. Am Sonntag gegen Frankfurt musste Embolo früh ausgewechselt werden, er ist für die Partie in Leverkusen ebenso fraglich wie Sturmkollege Plea, beide standen in Dortmund nicht im Kader. Dazu fehlen Fabian Johnson und Raffael bereits seit Längerem. Und nicht nur in der Offensive ist die Borussia personell ausgedünnt, auch ganz hinten drückt der Schuh, nachdem gegen Frankfurt nicht nur Embolo, sondern auch Innenverteidiger Tony Jantschke vorzeitig vom Platz musste. „Es zeigt, dass wir am Limit sind und nicht überdrehen dürfen“, meinte Rose. Nach dieser Maxime handelte er auch im Fall Matthias Ginter. Trotz der Personalnot in der Innenverteidigung schickte Rose den Nationalspieler im Pokalspiel gegen Dortmund nach überstandener Schulterverletzung noch nicht zurück auf den Platz, hielt ihn für den Notfall aber auf der Bank bereit und ließ, da auch Jantschke fehlte, den 19-jährigen Louis Beyer von Beginn an ran. Ginters Rückkehr soll am Samstag in der BayArena erfolgen, aber wie für viele andere Fohlen-Spieler gilt: Sicher ist der Einsatz noch nicht.

Potenzial

Die Entscheidung schien auf den ersten Blick unpopulär - doch sie scheint zu fruchten: Obwohl Mönchengladbach unter Dieter Hecking durchaus erfolgreich spielte und erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison von der Werkself aus den Champions-League-Rängen gekegelt wurde, entschieden sich die Verantwortlichen noch deutlich vor Ende der Saison dafür, in die Spielzeit 2019/20 mit einem neuen Trainer gehen zu wollen: Rose statt Hecking. Die Maßnahme war eher ausgelegt auf den mittel- und langfristigen Erfolg des Teams. Rose, bereits seit Jahren von zahlreichen Bundesligisten umworben, stellt diesen Erfolg nun bereits kurzfristig ein. Mit vielen entwicklungsfähigen Spielern an Bord wird Mönchengladbach unter dem neuen Trainer in Zukunft also noch einiges zuzutrauen sein.

Prognose

Borussia Mönchengladbach kämpft am Samstag in Leverkusen darum, eine weitere Woche an der Spitze der Bundesliga verbringen zu können. Langfristig dürfte es sicherlich schwierig werden, den Konkurrenten aus München hinter sich zu halten - doch wenn sich das Gladbacher Lazarett lichten sollte, gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass diese Borussia schlechter werden sollte. Nachdem die Fohlen in der vergangenen Saison noch knapp scheiterten, sind die Voraussetzungen für einen Einzug in die Königsklasse nun vielversprechend.

sky_1910_gratis_300x250.jpg

Ähnliche News

Als Christoph Daum gegen Dortmund seinen glorreichen Einstand als Bayer 04-Trainer gab
Werkself-TV - 28.11.2025

Da war doch was... Als Christoph Daum gegen Dortmund seinen glorreichen Einstand als Bayer 04-Trainer gab

August 1996: Nach dem verhinderten Abstieg in Liga 2 musste frischer Wind her an der Seitenlinie der Werkself. Bayer 04 verpflichtete Christoph Daum als neuen Trainer – was sich im ersten Spiel der neuen Saison gegen Borussia Dortmund sofort bezahlt machen sollte: Leverkusen besiegte den BVB 4:2.

Mehr zeigen
Schwarz Rote Woche Tag 4
Bayer 04 - 28.11.2025

Schwarz-Rote Woche 2025 – Tag 4: New-Balance-Special am Black Friday

Die alljährliche Schwarz-Rote Woche läuft! Und Tag vier hält am heutigen Black Friday, 28. November, unter anderem Rabatte auf alle New-Balance-Artikel wie Trikots und Co. bereit…

Mehr zeigen
U23-Frauen
Jugend - 28.11.2025

Nachwuchs: U23-Frauen bestreiten Topspiel – U16 reist nach Ägypten

Nach langer Liga-Pause steigt die U19 von Bayer 04 wieder ein. Für das Team von Trainer Kevin Brok geht es an den letzten beiden Spieltagen der Vorrunde um die Qualifikation für Liga A der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga. In wärmere Gefilde reist derweil die U16, die bei einem internationalen Turnier in Ägypten im Einsatz ist. Hochkarätige Hallenturniere, unter anderem gegen Vertreter aus den USA, stehen für die U15 und die U11 an. Die U23-Frauen empfangen Borussia Dortmund zum Topspiel in der Regionalliga West in Monheim – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Ticket-Infos
Bayer 04 - 28.11.2025

Tickets für Spiele der Werkself

Ein Überblick über die Ticket-Verkäufe zu den Heim- und Auswärtsspielen der Werkself in der Bundesliga, der UEFA Champions League und im DFB-Pokal.

Mehr zeigen