
Die Länderspielpause kam für die Arminia vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach dem starken Start mit vier Punkten aus den ersten beiden Bundesligaspielen – nach elfjähriger Abstinenz – hatte der Aufsteiger zuletzt nämlich ein wenig zu kämpfen. Fünf Niederlagen in Folge mussten die Bielefelder hinnehmen, zuletzt ein 0:5 bei Union Berlin. „Wir müssen Sachen anders machen und werden die Dinge intern besprechen“, kündigte Sportchef Samir Arabi im Anschluss an. Die Nationalspieler behielt die Arminia während der Pause in Bielefeld, konnte also auch im mannschaftstaktischen Bereich intensiv arbeiten. Ein Testspiel gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig musste hingegen nach Corona-Fällen beim Gegner kurzfristig abgesagt werden.
Ansonsten blieb es weitgehend ruhig in Ostwestfalen. Schwarzmalerei oder Aktionismus liegen den Verantwortlichen auch fern – sie wissen, woher sie kommen. Schließlich hat der Traditionsverein schwierige Jahre hinter sich, spielte 2015 noch in der 3. Liga und ist sich trotz des souveränen Aufstiegs in der Vorsaison seiner Rolle als krasser Außenseiter im Oberhaus bewusst. Auch wenn die Ergebnisse zuletzt ausblieben: Unter dem Strich steht Arminia weiterhin über dem Strich – nämlich auf Tabellenplatz 15. In der Endabrechnung ein Resultat, das wohl jeder im Verein unterschreiben würde.
In der Aufstiegssaison marschierte Bielefeld mit einem offensiven 4-3-3-System durch die 2. Liga. Eigentlich favorisiert Trainer Uwe Neuhaus diese Formation auch im Oberhaus, doch gegen Top-Teams mit großer Offensivpower wie dem FC Bayern oder Borussia Dortmund setzte er zuletzt auf eine defensivere Grundausrichtungen, gegen den BVB sogar auf eine Fünferkette. Dass Bielefeld – anders als noch im vergangenen Jahr, als die Offensive auf Hochtouren lief – nur selten auf Angriffsfußball setzt, hat natürlich mit der gestiegenen Qualität der Gegner zu tun.
Vielleicht ist das aber auch zum Teil auf die Abstinenz eines zentralen Angriffsfaktors zurückzuführen. Denn Stürmer Andreas Voglsammer, der in der 2. Liga ein kongeniales Duo mit Kapitän Fabian Klos bildete, konnte aufgrund eines in der Vorbereitung erlittenen Haarrisses im Fuß in dieser Saison noch kein einziges Spiel absolvieren. Das könnte sich gegen die Werkself ändern. Denn der physisch starke Stürmer befindet sich wieder voll im Mannschaftstraining, hätte beim abgesagten Test gegen Braunschweig zum Einsatz kommen sollen. Ein Startelf-Einsatz gegen die Werkself käme nach dem monatelangen Ausfall sehr überraschend, doch für den Kader könnte es erstmals in dieser Saison reichen. „Wenn ich vom Kopf her so stabil bleibe, spricht nach dem jetzigen Stand nichts dagegen, mich als Option anzubieten“, sagte er kürzlich in einem Kicker-Interview. Als Einwechselspieler mit Wucht könnte der 28-Jährige für Neuhaus dann von großem Wert sein.
Abgesehen vom Spiel gegen Union Berlin macht die Defensive der Arminia bislang einen sehr guten Job. Auch starke Offensivreihen wie die von Borussia Dortmund taten sich gegen den immer diszipliniert agierenden Verbund schwer, der BVB gewann schließlich dank zweier Standardtore. Bielefeld gelingt es vor allen Dingen immer wieder eindrucksvoll, das Zentrum dicht zu machen. Die beiden Innenverteidiger Amos Pieper und Mike van der Hoorn stehen jeweils unter den Top 10 der Rangliste der besten Zweikämpfer der Liga, die übrigens von Werkself-Abräumer Julian Baumgartlinger angeführt wird. Vor Pieper und van der Hoorn ist Sechser Manuel Prietl ein enorm wichtiger Stabilisator, der in Hertha-Leihgabe Arne Maier sogar noch einen hochkarätigen Mitstreiter zur Seite gestellt bekommen hat. Und auch hinter der Innenverteidigung ist Bielefeld stark aufgestellt: Torhüter Stefan Ortega vereitelte bislang ligaweit die meisten Großchancen. Diese Defensivzentrale kann fast jeder Angriffsreihe das Leben schwer machen.
Vor allem offensiv drückt der Schuh seit dem Aufstieg noch. Nur vier Treffer gelangen der Arminia bislang, die wenigsten ligaweit. Mittelstürmer Klos, immerhin amtierender Zweitliga-Torschützenkönig, wartet noch auf sein erstes Saisontor – und auf seinen Partner Voglsammer. Vielleicht bringt der die Durchschlagskraft und Kaltschnäuzigkeit im Angriff zurück, die Bielefeld bisher noch abgeht. Als einziges Team der Bundesliga hat die Arminia noch keinen Treffer nach einer Standardsituation erzielt und schoss noch kein Tor in den ersten 45 Minuten.
Für Bielefeld geht es nun darum, nach der Länderspielpause wieder schnell zurück zu der Form zu finden, die das Team zu Beginn der Saison ausgezeichnet hatte. Da zeigte die Mannschaft eindrucksvoll, dass sie die Qualität hat, um die Klasse zu halten. Wenn mit der Rückkehr Voglsammers auch die Offensivstärke aus der 2. Liga wieder zum Vorschein kommt, könnte es dafür reichen.

Im Rahmen des 5. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert Bayer 04 beim kroatischen Meister Dinamo Zagreb. Die Partie steigt am Donnerstag, 26. November, um 18.45 Uhr im Stadion Maksimir. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Nicht nur auf dem Rasen gab es rund um den 2:1-Heimerfolg der Werkself gegen den SC Freiburg Grund zur Freude. Auch im Bereich der Trainerbänke waren zur Pause viele glückliche Gesichter zu sehen. Einmal mehr ehrte Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, gemeinsam mit Ex-Stürmer und Klub-Repräsentant Stefan Kießling im Namen von Bayer 04 die bis zu 30-jährigen Jubiläen von acht Fanclubs.
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Was für ein Spiel für die U19 von Bayer 04: Beim 4:3-Erfolg beim VfL Bochum 1848 drehte die junge Werkself die Partie spektakulär in der Nachspielzeit. Einen schwereren Stand hatte die U17, die beim Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 mit 2:6 unterlag. Großen Jubel gab es dafür bei gleich drei Juniorinnen-Teams, die teils gegen ältere Gegnerinnen den Einzug in die jeweiligen Finals des Kreispokals perfekt machten – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Auch in der zweiten Länderspielperiode der Saison 2026/27 reisen wieder Bayer 04-Nachwuchsakteure zu ihren Nationalteams – darunter wie so häufig auch DFB-Auswahlen.
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