
Die Eintracht erlebt derzeit sehr emotionale Tage. Nachdem es beim Heimspiel gegen den FC Augsburg schon eine Gedenkminute für den am 15. April verstorbenen Bernd Hölzenbein gegeben hatte, waren Fans und Offizielle am vergangenen Sonntag im Deutsche Bank Park noch einmal zu einer bewegenden Trauerfeier für den Weltmeister und Ehrenspielführer der Eintracht zusammengekommen.
Was die sportliche Situation der Hessen betrifft, konnte die 1:2-Niederlage beim FC Bayern München tags zuvor die Stimmung nicht nachhaltig trüben. Sportvorstand Markus Krösche sprach von „einem ordentlichen Auswärtsspiel“ der Frankfurter. Trainer Dino Toppmöller betonte, dass man daraus viele positive Dinge mitnehmen könne für das anstehende Duell mit der Werkself. „Mit diesem Spirit wollen wir auch gegen Leverkusen reingehen, um einen großen Schritt zu machen für unser großes Ziel.“ Das große Ziel ist Platz sechs, den die Eintracht bereits seit dem 16. Spieltag ununterbrochen einnimmt und den sie verteidigen will. Denn damit wäre die Qualifikation für die UEFA Europa League gesichert.
Trotz der Niederlage beim Rekordmeister hat sich die Situation für die Hessen nicht verschlechtert, weil die direkten Konkurrenten Hoffenheim, Freiburg und Augsburg ihre Spiele ebenfalls verloren. Gegen die Fuggerstädter hatten die Frankfurter in der Vorwoche einen wichtigen 3:1-Sieg eingefahren. Augsburg war bis auf drei Punkte an die Eintracht herangerückt. Nach einem 0:1-Rückstand und einer enttäuschenden ersten Halbzeit drehte die SGE die Partie in einer starken zweiten Hälfte durch Treffer von Fares Chaibi, Hugo Ekitiké und Omar Marmoush.
Für die Eintracht geht es nun in den letzten drei Saisonspielen gegen Bayer 04, bei Borussia Mönchengladbach und zu Hause gegen RB Leipzig um das Behaupten von Platz sechs. Borussia Dortmund auf Rang fünf ist außer Reichweite. Der Vorsprung vor dem SC Freiburg (fünf Punkte), dem FC Augsburg und der TSG Hoffenheim (jeweils sechs Punkte) auf den weiteren Rängen scheint komfortabel. Bei dem schweren Restprogramm der Frankfurter könnte dieses Punktepolster aber durchaus noch gefährlich schrumpfen.
Gerade in der Rückrunde hatte die Eintracht zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle zu verkraften, die vermutlich den einen oder anderen Punkt gekostet haben. Bis auf Kapitän Sebastian Rode (Knieverletzung) und Sasa Kalajdzic (Kreuzbandriss) hat Dino Toppmöller inzwischen wieder alle Mann an Bord. Rode könnte eventuell im letzten Spiel gegen RB Leipzig noch einmal zum Einsatz kommen. Der 33-Jährige beendet nach dieser Saison seine Karriere. Winter-Neuzugang Hugo Ekitiké, der im Februar von Paris Saint-Germain an den Main gewechselt war, musste bei der jüngsten 1:2-Niederlage in München zwar wegen eines Schlags auf den Oberschenkel vorzeitig vom Feld, trainierte Mitte der Woche aber wieder beschwerdefrei mit der Mannschaft. Der Stürmer, der eine längere Anlaufzeit bei seinem neuen Arbeitgeber brauchte, ließ zuletzt sein großes Können aufblitzen.
Beim 3:1 gegen Augsburg hatte Hugo Ekitiké in seinem zwölften Pflichtspiel für die Eintracht erstmals getroffen. In München ließ der 21 Jahre alte Franzose nun gleich ein Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:1 folgen, als er sich zunächst elegant gegen Konrad Laimer und Thomas Müller durchsetzte und dann Manual Neuer mit einem platzierten Aufsetzer bezwang. „Natürlich freut es mich, dass er jetzt zweimal hintereinander getroffen hat“, sagte Markus Krösche. „Das ist eben Hugos Qualität. Fußballerisch ist er sowieso über jeden Zweifel erhaben.“ Unlängst zog Frankfurt seine Kaufoption auf den Hochbegabten und stattete seinen Rekord-Einkauf mit einem bis 2029 laufenden Vertrag aus. Ekitiké verstärkt die ohnehin sehr gut besetzte Offensiv-Abteilung der Eintracht. Omar Marmoush ist mit elf Treffern und acht Assists bester Scorer der SGE. Ansgar Knauff (7/2), Junior Dina Ebimbe (4/3) und Mario Götze (3/2) stehen ebenfalls für hohe Qualität im Umschaltspiel der Hessen, die wie die Werkself bereits acht Kontertore erzielt haben.
Vor allem zu Hause sind die Frankfurter schwer zu schlagen. Von den vergangenen 25 Heimspielen verlor die Eintracht nur eines – im November 2023 gegen den VfB Stuttgart (1:2). Mit 28 Punkten (sieben Siege, sieben Unentschieden, eine Niederlage) belegt das Toppmöller-Team in der Heimtabelle Rang fünf. Die SGE verfügt zudem über beachtliche Comeback-Qualitäten in dieser Saison: Mit 17 Punkten nach einem Rückstand weist Frankfurt nach dem FC Augsburg (23) hier den zweitbesten Wert auf.
Als Standard-Spezialisten treten die Frankfurter in dieser Spielzeit nicht auf. Nur drei Treffer erzielten sie nach ruhenden Bällen – das ist der schlechteste Wert aller Bundesliga-Teams. Auch bei der Anzahl der abgegebenen Schüsse (347) liegen die Hessen mit einem Schnitt von 11,3 Schüssen pro Spiel auf dem letzten Platz. Ihr großes Offensiv-Potenzial haben die Hessen bislang längst nicht immer ausschöpfen können.
Die Heimbilanz gegen Bayer 04 in den vergangenen sechs Jahren spricht klar für die Eintracht. Fünf Mal in Folge gewannen die Frankfurter zuletzt gegen Schwarz-Rot. Die beiden jüngsten Duelle in der Main-Metropole endeten sogar spektakulär mit 5:1 und 5:2 für die Eintracht. Der letzte Sieg der Werkself in Frankfurt datiert vom 25. November 2017 (1:0). Rein statistisch betrachtet wäre die Eintracht also prädestiniert, die Ungeschlagen-Serie von Bayer 04 zu beenden. Und noch eine kleine Randnotiz: In den bisherigen 77 Bundesliga-Duellen zwischen beiden Mannschaften gab es noch nie ein 0:0. Tore scheinen garantiert zu sein am Sonntag.
Mit einem Sieg am Sonntagabend würde die Eintracht den von Dino Toppmöller erhofften „großen Schritt“ in Richtung Europa League machen oder – je nach Ausgang der Spiele der Konkurrenten – die Teilnahme an diesem Wettbewerb sogar bereits gesichert haben. Und sollte Dortmund die UEFA Champions League gewinnen und Fünfter in der Liga bleiben, würde Frankfurt als Sechster sogar in der ab der neuen Saison reformierten Königsklasse starten. Bis dahin gibt es allerdings noch viele Wenn und Aber.

Ein torreiches 2025 liegt hinter der Werkself: Los ging's direkt mit einem Blitzstart – Nathan Tella trifft in Dortmund schon nach wenigen Sekunden zum ersten Mal im neuen Fußball-Jahr. Weitere Highlights liefern dann Florian Wirtz, Aleix Garcia, immer wieder Patrik Schick und natürlich Alejandro Grimaldo mit seinen europaweit gefürchteten Freistößen. Die Highlights zum Ende des Jahres: Wichtige Pokal-Treffer von Ibrahim Maza, vielumjubelte Siegtore in Lissabon und Manchester, der Scorpion Kick von Martin Terrier im Derby und als ganz besonderer Abschluss in 2025: Montrell Culbreath aus der U19 mit seinem Treffer zum 3:1-Sieg in Leipzig bei seinem Debüt. Viel Spaß beim Schauen!
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