Gegner-Check: „Das oberste Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt“

Nach zuletzt nur zwei Punkten aus den vergangenen vier Spielen ist die Luft für Borussia Mönchengladbach im unteren Tabellendrittel dünner geworden. Nur noch drei Punkte trennen die Fohlen vom Relegationsrang. Das Team von Trainer Eugen Polanski steht vor dem Heimspiel gegen die Werkself an diesem Samstag, 7. Februar (Anstoß: 18.30 Uhr/live bei Sky sowie WOW und im Werkself-Radio), unter Druck. Der Gegner-Check.
Borussia Mönchengladbach

Position

Mit viel Schwung und Energie waren die Fohlen ins neue Jahr gestartet, präsentierten sich beim 4:0-Auftaktsieg gegen den FC Augsburg spielfreudig und höchst effizient. Doch nur drei Tage später erlitten sie bei der TSG Hoffenheim einen herben Rückschlag und waren beim 1:5 im Kraichgau chancenlos. Das ständige Auf und Ab zieht sich bei der Borussia bislang durch diese Spielzeit. Nach dem enttäuschenden Saisonstart folgte im Herbst eine starke Phase mit vier Siegen in Folge, bevor es gegen Ende des Jahres ergebnistechnisch wieder schlechter wurde – inklusive Pokal-Aus beim FC St. Pauli. Aus den vergangenen vier Spielen holten die Gladbacher nur noch zwei Punkte. In Hamburg (0:0) und zuletzt in Bremen (1:1) sprang jeweils ein Remis heraus, zu Hause setzte es zwischendurch eine 0:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart.

Auch wenn der Ausgleich der Bremer am vergangenen Wochenende erst in der Nachspielzeit fiel und das Team von Trainer Eugen Polanski haarscharf an einem Sieg vorbeischrammte, war es am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden. Gladbachs Torjäger Haris Tabakovic hatte die Gäste nach einer ereignisarmen ersten Hälfte in Führung gebracht. Dem Treffer vorausgegangen war eine schöne Kombination über Rocco Reitz und Franck Honorat, der das 1:0 für die Borussia mit seinem fünften Assist vorbereitete. „Insgesamt gesehen ist es eine verdiente Punkteteilung. Aber wenn man bis zur letzten Minute führt, will man natürlich auch die drei Punkte mitnehmen“, sagte Polanski. Es wären wichtige drei Punkte im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Werder gewesen, die in der Tabelle nur zwei Zähler hinter der Borussia liegen. Die wiederum hat als Zwölfter vor dem 21. Spieltag nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Vor dem 19. Spieltag waren es noch sieben Punkte gewesen.

Mönchengladbachs Sportchef Rouven Schröder weiß: „Die Situation wird auch in den kommenden Wochen herausfordernd bleiben. Das oberste Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Genau deshalb geht es jetzt darum, ruhig zu bleiben, unsere Schritte klar zu setzen und uns Stück für Stück wieder mehr Stabilität zu erarbeiten. Defensiv können wir auf die zuletzt gezeigten Leistungen aufbauen. Fußballerisch müssen wir uns definitiv steigern, um mehr Torgefahr zu erzeugen und am Ende natürlich auch mehr Tore zu erzielen.“ Die nächste Chance dazu bietet sich am Samstag im Heimspiel gegen die Werkself. In der Hinrunde hatten sich die Fohlen beim Debüt von Eugen Polanski auf der Trainerbank als unangenehmer Gegner erwiesen. Dank eines Last-Minute-Treffers von Haris Tabakovic holten die Gladbacher in einem offenen, intensiven Duell noch ein 1:1-Remis in der BayArena.

Personal

Am Deadline Day gab Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung des schwedischen Nationalspielers Hugo Bolin bekannt. Der 22 Jahre alte Mittelfeldakteur kam auf Leihbasis von Malmö FF. Sportchef Schröder sieht in Bolin einen „interessanten, kreativen, spielfreudigen Fußballer mit viel Perspektive, der unsere Möglichkeiten in der Offensive erhöht“. Im Mittelfeld kann Bolin sowohl links als auch rechts eingesetzt werden. Er ist nach Innenverteidiger Kota Takai (Tottenham Hotspur), Ersatztorhüter Jan Olschowsky (Rückkehr nach Leihe von Alemannia Aachen) und dem von Bayer 04 ausgeliehenen Stürmer Alejo Sarco der vierte Winter-Neuzugang der Borussen.

Verlassen haben den Verein hingegen in der zurückliegenden Transferperiode Linksverteidiger Luca Netz (Nottingham Forest) sowie die Offensivspieler Charles Herrmann (Cercle Brügge), Grant-Leon Ranos (auf Leihbasis zu Eintracht Braunschweig) und Kilian Sauck (Fortuna Düsseldorf). Verletzungsbedingt muss Eugen Polanski am Samstag weiterhin auf Torjäger Tim Kleindienst (Reha nach Knie-OP), die Außenstürmer Robin Hack (Knieprobleme) und Nathan Ngoumou (Trainingsrückstand) sowie Mittelfeldspieler Giovanni Reyna (muskuläre Probleme) verzichten. Innenverteidiger Kevin Diks steht hingegen wieder zur Verfügung. Der Indonesier hatte sich beim 0:0 in Hamburg eine Kopfverletzung zugezogen und musste deshalb zuletzt gegen Stuttgart und Bremen passen. Gegen die Werkself dürfte Diks sein Comeback geben. Der 29-Jährige hatte sich nach seinem Wechsel vom FC Kopenhagen im vergangenen Sommer gleich zum Stammspieler in der Abwehr entwickelt und ist mit drei verwandelten Elfmetern Gladbachs sicherster Schütze vom Punkt.

Probleme

In neun von 20 Bundesligaspielen blieb die Borussia ohne Torerfolg – so oft wie kein anderes Team. Im Angriff hängt fast alles an Haris Tabakovic, der mit seinen zehn Treffern knapp die Hälfte der 22 Gladbacher Tore erzielte (dazu kommen zwei Eigentore der Gegner). Natürlich wird Tim Kleindienst schmerzlich vermisst. Auch durch den Ausfall von Robin Hack fehlt es vorne an Durchschlagskraft. Es mangelt allerdings aktuell auch an Torgefahr anderer, nicht verletzter Offensivspieler wie Franck Honorat, Rocco Reitz oder Kevin Stöger, die in der vergangenen Saison zusammen neunmal einnetzten, in der laufenden Spielzeit aber allesamt noch ohne Treffer sind. Auch Sommer-Neuzugang Giovanni Reyna ging bislang bei 13 Einsätzen noch leer aus. „Wir müssen vorne wieder klarer und zielstrebiger werden“, forderte Reitz nach dem 1:1 in Bremen.

Und noch etwas fällt auf: Wenn die Fohlen in der laufenden Saison in Rückstand gerieten, verloren sie fast immer. Nur einmal holten sie danach noch einen Punkt – beim 1:1 in Leverkusen. „Wir lassen uns sehr schnell zu einer Negativität verleiten“, monierte Trainer Eugen Polanski am Beispiel der 0:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart. „Das passt nicht zur Bundesliga. Wir hatten gegen den VfB endlich mal wieder eine gute Anfangsphase, um uns dann selbst aus der Balance zu bringen.“ Man müsse wieder Haltung zeigen, auch in der Körpersprache, fordert der Fohlen-Coach. „Das ist das größte Thema, das wir haben.“ Beim Spiel in Bremen gab es diesbezüglich Fortschritte. Auch in puncto Heimstärke haben die Gladbacher noch Luft nach oben. Von zehn Spielen im Borussia-Park gewannen die Gastgeber nur zwei, holten insgesamt lediglich neun Punkte. Zu Hause hat nur der 1. FC Heidenheim wegen der schlechteren Tordifferenz eine noch schwächere Bilanz.

Prunkstück

Haris Tabakovic, im vergangenen Sommer als Leihspieler von der TSG Hoffenheim verpflichtet, hat sich als Mittelstürmer-Ersatz für den Langzeitverletzten Tim Kleindienst auf Anhieb bewährt. Tabakovic erzielte beim 1:1 in Leverkusen am 4. Spieltag das erste Saisontor für die Fohlen und schoss auch den Treffer am vergangenen Wochenende in Bremen. Mit insgesamt zehn Treffern liegt er hinter Harry Kane (22) und Deniz Undav (11) gemeinsam mit Luis Diaz und Michael Olise auf Rang drei der Torjägerliste und dank zweier Assists in der Scorerliste mit zwölf Punkten auf Platz fünf. Der Bosnier stünde noch besser da, hätte er nicht bereits zwei Elfmeter vergeben. Bester Vorbereiter im Team ist Franck Honorat mit fünf Assists. Dass die Borussen bislang achtmal eine Weiße Weste behielten und damit Platz drei im ligaweiten Ranking belegen, liegt nicht zuletzt an Torhüter Moritz Nicolas. Der 28-Jährige ist für den kicker notenbester Gladbacher. Auch beim eigenen Anhang steht Nicolas hoch im Kurs: Im Januar wurde er beim internen Fohlen-Fan-Voting bereits zum zweiten Mal in dieser Saison zum Spieler des Monats gewählt.

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