
Bo Svensson nahm die Entschuldigung von Christian Streich mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Der Chefcoach des SC Freiburg hatte den 1. FSV Mainz 05 vor dem direkten Duell am vergangenen Samstag als ernsthaften Europapokal-Anwärter bezeichnet – und ruderte nach Abpfiff zurück: „Mainz kann alles gebrauchen – aber nicht so ein Zeugs von einem anderen Trainer. Jetzt am fünften Spieltag über den Europapokal zu reden, was mich wahnsinnig aufgeregt hätte, wenn das von irgendwo gekommen wäre – genau das habe ich gemacht“, sagte Streich. Sein Gegenüber Svensson nahm es gelassen. „Er wollte uns einfach loben für die tolle Spielzeit zuletzt.“
Und an die sagenhafte Rückrunde knüpft der Däne mit seinem Team gerade nahtlos an. Nach dem 0:0 gegen Freiburg stehen die Rheinhessen bei zehn Punkten – bereits drei mehr als in der gesamten Hinrunde der Vorsaison, als man sich in Mainz schon ernsthaft mit dem Abstieg auseinandersetzen musste, ehe Svensson übernahm und Mainz zur fünftbesten Rückrundenmannschaft machte. Dort, auf Platz fünf, stehen die Nullfünfer auch jetzt, punktgleich mit der Werkself. Ein paar Probleme gab es hingegen im DFB-Pokal: Beim Regionalligisten aus Elversberg musste Mainz zweimal einen Rückstand ausgleichen und siegte schließlich dramatisch mit 10:9 nach Elfmeterschießen.
Allzu lang ist die Verletztenliste der Mainzer derzeit nicht. Die beiden Spieler, die darauf zu finden sind, sind aber durchaus Profis, die Svensson sehr vermisst – auf und neben dem Platz. Moussa Niakhaté, Kapitän und Abwehrchef der starken Mainzer Defensive, zog sich beim Auswärtsspiel in Hoffenheim eine strukturelle Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu und wird noch mehrere Wochen ausfallen. Gleiches gilt für Sturm-Routinier Adam Szalai, den es am Samstag in Freiburg am linken Knie erwischte. Der Ungar musste sich am Dienstag einer arthroskopischen Operation unterziehen und wird nun etwa sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen. Beide Spieler gehörten unter Svensson zum Stammpersonal, gerade Niakhaté ist eigentlich unverzichtbar.
Für ihn rückte zuletzt Alexander Hack in die Dreier-Abwehrkette – und überzeugte seinen Trainer: „Hacki hat es gut gemacht, so wie wir ihn kennen“, urteilte der Coach über den groß gewachsenen Verteidiger, der somit auch am Samstag in der BayArena das Startelf-Mandat erhalten dürfte. Nicht ganz so klar ist hingegen, wer Szalai im Sturmzentrum neben dem gesetzten Jonathan Burkardt ersetzt. Hier bieten sich Svensson zwei Optionen mit unterschiedlichem Profil: Leicht favorisiert sein dürfte wohl der athletische Karim Onisiwo, der bereits in Hoffenheim anstelle von Szalai beginnen durfte und ihn auch nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Freiburg ersetzte. Allerdings hat sich mittlerweile auch Marcus Ingvartsen für sein Mainzer Startelf-Debüt in Position gebracht. Der technisch beschlagene Däne, kurz vor Ende des Transferfensters auf Leihbasis vom 1. FC Union Berlin gekommen, traf in Hoffenheim nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung und markierte damit den schnellsten Debüt-Treffer eines Mainzer Spielers in der Bundesliga. Für Ingvartsen wäre es in der jungen Saison übrigens bereits das zweite Aufeinandertreffen mit Bayer 04: Beim 1:1 mit Union am 1. Spieltag stand er schon in der Startelf.
Auch ohne Niakhaté stand die Null – bereits zum vierten Mal im fünften Liga-Spiel. Kein anderer Bundesligist kann bislang diese Anzahl an weißen Westen aufweisen, die zwei Gegentore, die Mainz in dieser Saison kassiert hat, sind gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls Liga-Bestwert. Die Zahlen sind alles andere als Zufall, bislang lässt schlichtweg kaum ein Team so wenig zu wie der FSV. Die 3,2 „Expected Goals Against“ sind der niedrigste Wert der Liga. Heißt: Kein Team gewährt seinem Gegner so wenige gute Abschlussmöglichkeiten wie Mainz, mit insgesamt 46 zugelassenen Schüsse aufs eigene Tor liegt man außerdem nur knapp hinter dem FC Bayern (43), dem Spitzenreiter in dieser Kategorie.
Es scheint ob der tollen Defensivwerte fast ein wenig kurios, doch Svensson war zuletzt mit dem Verhalten gegen den Ball nicht gerade zufrieden. Obwohl sein Team gegen Freiburg nur eine ernsthafte Chance des Gegners zugelassen hatte, monierte er: „In der ersten Hälfte waren wir beim Pressing und Anlaufen nicht intensiv genug unterwegs“, deshalb sei er „mit dem Defensivverhalten nicht komplett einverstanden“. Dass seine Spieler in den Zweikämpfen auch mal zu spät kommen, zeigt auch die Statistik: An den ersten fünf Spieltagen beging kein Team mehr Fouls als der FSV.
Unter Svensson ist Mainz definitiv kein Abstiegskandidat mehr. Seine klare Spielphilosophie passt hervorragend zur Mannschaft, durch ihn und die Rückkehr von Martin Schmidt sowie Christian Heidel auf der Führungsebene ist zudem die nötige Ruhe im Verein eingekehrt. Die Qualität der Mannschaft sollte definitiv für einen Platz im gesicherten Mittelfeld reichen. Und da Svensson bislang immer mehr aus der Mannschaft herausgeholt hat, als eigentlich drin war, ist Christian Streichs Prognose vielleicht gar nicht so abwegig…

Spannende Erlebnisse und exklusive Einblicke rund um die Werkself und die BayArena erwarteten in dieser Woche die Nachwuchs-Fußballer der BA04 Football Academy Guangzhou aus China bei ihrem Besuch im Rheinland. Neben einem gemeinsamen Training mit der Bayer 04 Fußball Akademie bestaunten die Kids bei einer Führung die Spielstätte des Bundesligisten. Das Highlight des Besuchs bildete eine private Pressekonferenz mit Ex-Bayer 04-Stürmer Stefan Kießling, in der dieser den jungen Kickern Tipps aus seiner eigenen Karriere mit auf den Weg gab. Am Samstagnachmittag, 10. Oktober, wird die Gruppe zum Abschluss die Werkself beim Auswärtsspiel in Mainz unterstützen.
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Am 5. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 reist die Werkself zum 1. FSV Mainz 05. Anpfiff ist am Samstag, 10. Oktober, um 15.30 Uhr. Seit dieser Spielzeit ist zudem das neue Fan-Mitfahrportal WERKSELFgo im Einsatz. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie in der MEWA ARENA zusammengefasst.
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Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
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Im Rahmen des 3. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert Bayer 04 beim griechischen Klub OFI Kreta. Die Partie steigt am Donnerstag, 22. Oktober, um 18.45 Uhr deutscher Zeit (19.45 Uhr Ortszeit) im Pankritio. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Im Rahmen des 9. Bundesliga-Spieltags 2026/27 gastiert Bayer 04 beim 1. FC Köln. Die Partie steigt am Sonntag, 8. November (Anstoß: 15.30 Uhr), im RheinEnergieSTADION. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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