
Klar, die Spiele ohne Fans mag niemand so wirklich. Doch wer es mit dem 1. FC Köln hält, dürfte mittlerweile schon eine starke Aversion gegen die notwendige und doch ungeliebte Maßnahme aufgebaut haben. Denn vor leeren Rängen zeigte die Leistungskurve der zuvor so starken Kölner wieder nach unten. Die letzten drei Spiele vor Zuschauern gewann der FC allesamt – und das mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 10:1. Doch bereits das erste Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte kurz vor der Unterbrechung verloren die Kölner bei Borussia Mönchengladbach mit 1:2, seit dem Wiederbeginn kommt das Team von Trainer Markus Gisdol auf drei Unentschieden und drei Niederlagen. Auch am Samstag gegen Union Berlin verließ Köln den Platz als Verlierer (1:2) – und konnte sich doch ein wenig freuen. Aufgrund der Niederlage des rheinischen Rivalen aus Düsseldorf hat die Mannschaft drei Spieltage vor Schluss sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und den Klassenerhalt somit nach menschlichem Ermessen sicher. Alles andere als eine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass Köln das Hinspiel gegen die Werkself im Dezember noch als Tabellenletzter bestritt. Doch mit dem damaligen 2:0-Erfolg startete der FC eine beeindruckende Serie und gewann zwischenzeitlich 8 von 10 Spielen. Dann kam die Corona-Pause…
Mitverantwortlich für den Aufschwung unter Markus Gisdol war dessen Mut, auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu vertrauen. Noah Katterbach (19), Ismail Jakobs (20) und Jan Thielmann (18) erkämpften sich phasenweise allesamt Stammplätze und erwiesen sich als echte Verstärkung für die Elf. Nun drohen aber alle drei gegen die Werkself auszufallen. Für den pfeilschnellen Offensivmann Jakobs wird es wegen muskulärer Probleme wohl nicht reichen. Thielmann, der ihn gegen Union eigentlich ersetzen sollte, verletzte sich beim Aufwärmen vor dem Spiel an den Adduktoren und ist damit ebenso fraglich wie Katterbach, dem das Sprunggelenk Probleme bereitet. Bei Letzterem besteht allerdings noch die Hoffnung, dass es für das Derby reichen könnte.
Gegen Bayer 04 könnte es außerdem zu einem bemerkenswerten Comeback kommen: Flügelspieler Christian Clemens stand im Spiel gegen Union erstmals nach 415 Tagen wieder im Aufgebot der Kölner. Im April 2019 hatte er sich beim Zweitligaspiel gegen Darmstadt 98 einen Kreuzbandriss zugezogen und seitdem eine lange Leidenszeit hinter sich. Zum Einsatz kam der 28-Jährige am Samstag noch nicht, aber angesichts der Englischen Woche, der Ausfälle von Jakobs und eventuell Thielmann sowie der fünf Wechselmöglichkeiten könnte es am Mittwoch so weit sein.
Sollte Katterbach auch gegen die Werkself ausfallen, wäre dies eine deutliche Schwächung. Denn gerade auf der Position des Außenverteidigers ist Köln recht dünn besetzt – und Kapitän Jonas Hector unter Gisdol ausschließlich im Mittelfeld zu finden. Generell ist es die Defensive, die in den vergangenen Wochen die Achillesferse der Kölner darstellte. Die vergangenen 8 Spiele hat das Team nicht mehr zu Null gespielt, seit dem Re-Start der Liga gab es bereits 14 Gegentore in 6 Spielen – Höchstwert in der Bundesliga. Vor allem bei Hereingaben zeigte sich die Hintermannschaft häufiger anfällig – und das trotz kopfballstarker Innenverteidiger wie Sebastiaan Bornauw und Rafael Czichos. Ein Anzeichen dafür, dass die gegnerischen Teams in letzter Zeit zu viel Raum auf dem Flügel bekamen.
Wie bereits angedeutet: In dieser Kölner Mannschaft steckt eine Menge Zukunft – und an der wird fleißig gearbeitet. Gisdol setzt auf das Trio Katterbach, Jakobs und Thielmann. Weitere Youngster stehen schon in den Startlöchern: Während der Corona-Unterbrechung stattete der Verein auch die A-Jugend-Spieler Robert Voloder (19) und Tim Lemperle (18) mit Profiverträgen aus. Beide Akteure saßen in der Bundesliga bereits auf der Bank, Lemperle auch zuletzt gegen Union. Und der nächste Schritt in Richtung des strukturellen Ausbaus soll folgen: Der Klub plant den Ausbau des Vereinsgeländes am Geißbockheim, auf dem nicht nur die Profis, sondern auch die Nachwuchsteams trainieren. Eine Entscheidung von Seiten der Politik soll in Kürze fallen.
Nach dem Derby könnte der Klassenerhalt endgültig in trockenen Tüchern sein. Wenn Köln gegen die Werkself mindestens so viele Punkte holt wie Bremen gegen den FC Bayern und Düsseldorf in Leipzig, ist der Ligaverbleib auch rechnerisch gesichert. Andererseits könnte die geringe mathematische Chance auf die Europa League ebenfalls passé sein. Dann würde es für Köln an den verbleibenden zwei Spieltagen nur noch um die berühmte goldene Ananas gehen. Hätte man das den Anhängern vor dem Hinspiel gegen Bayer 04 vorgeschlagen, sie hätten wohl ohne Nachzudenken eingewilligt.

Im Rahmen des 5. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert Bayer 04 beim kroatischen Meister Dinamo Zagreb. Die Partie steigt am Donnerstag, 26. November, um 18.45 Uhr im Stadion Maksimir. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Nicht nur auf dem Rasen gab es rund um den 2:1-Heimerfolg der Werkself gegen den SC Freiburg Grund zur Freude. Auch im Bereich der Trainerbänke waren zur Pause viele glückliche Gesichter zu sehen. Einmal mehr ehrte Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, gemeinsam mit Ex-Stürmer und Klub-Repräsentant Stefan Kießling im Namen von Bayer 04 die bis zu 30-jährigen Jubiläen von acht Fanclubs.
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Was für ein Spiel für die U19 von Bayer 04: Beim 4:3-Erfolg beim VfL Bochum 1848 drehte die junge Werkself die Partie spektakulär in der Nachspielzeit. Einen schwereren Stand hatte die U17, die beim Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 mit 2:6 unterlag. Großen Jubel gab es dafür bei gleich drei Juniorinnen-Teams, die teils gegen ältere Gegnerinnen den Einzug in die jeweiligen Finals des Kreispokals perfekt machten – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Auch in der zweiten Länderspielperiode der Saison 2026/27 reisen wieder Bayer 04-Nachwuchsakteure zu ihren Nationalteams – darunter wie so häufig auch DFB-Auswahlen.
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