Zurück zur Übersicht
11.09.2019Bundesliga

Gegner-Check: BVB bangt um Quartett

Mit einem echten Kracher geht es für Bayer 04 nach der Länderspielpause weiter. Am Samstag (14. September, 15.30 Uhr), tritt die Werkself bei Borussia Dortmund an, einem – trotz Rückschlags zuletzt – ausgewiesenen Titel-Aspiranten. Die Partie BVB gegen SVB verspricht das eine oder andere Wiedersehen, die Schwarz-Gelben bangen jedoch um gleich vier Stammspieler.
crop_Witsel_imago41881239h.jpg

Position

"Wir haben uns komplett dumm angestellt“, mit deutlichen Worten quittierte Kapitän Marco Reus das 1:3 bei Union Berlin vor der Länderspielpause, die erste große Überraschung der laufenden Bundesliga-Saison und der erste empfindliche Dämpfer für den mit hohen Ambitionen angetretenen BVB. Doch dumm angestellt hin oder her: Am neuen Dortmunder Selbstbewusstsein änderte die Niederlage in der Hauptstadt nichts. "Wir haben Ziele, die waren schon vor der Saison klar definiert“, sagte Mittelfeldmann Axel Witsel (im Foto oben) zuletzt. "Wir wissen, was wir wollen.“ Ganz oben stehen wollen sie im kommenden Frühjahr, nachdem in der abgelaufenen Saison ein Neun-Punkte-Vorsprung auf den FC Bayern nicht reichte, um den Rekordmeister zu entthronen. Nach sieben Münchner Meisterschaften in Folge soll nun Schluss sein, der BVB hat vor der Saison zum Angriff geblasen – nicht nur an den Mikrofonen, sondern auch auf dem Transfermarkt. Die Spielzeit begann daraufhin standesgemäß mit einem Sieg im DFB-Pokal und zwei Erfolgen in der Liga, ehe der Aufsteiger aus Köpenick für einen schwarz-gelben Rückschlag sorgte. Die Partie gegen Bayer 04 soll nun Gelegenheit zur Wiedergutmachung bieten – und gleichzeitig als Generalprobe dienen. Denn: Nur drei Tage nach der Werkself ist der ruhmreiche FC Barcelona zu Gast im Signal Iduna Park.

Personal

Gleich mehrere Ausrufezeichen hat der BVB in der abgelaufenen Transferphase gesetzt: Vom Dauerrivalen aus München kehrte Mats Hummels zurück nach Dortmund, dazu kamen in Thorgan Hazard aus Mönchengladbach und Nico Schulz aus Hoffenheim zwei Spieler, die auf ihrer Position seit Jahren zur Crème de la Crème in der Bundesliga zählen – ebenso wie Julian Brandt. Nach fünfeinhalb Jahren bei Bayer 04 suchte der Edeltechniker im Sommer eine neue Herausforderung bei den Westfalen und trifft am Samstag – wie auf Werkself-Seite Sven Bender, Kerem Demirbay und Coach Peter Bosz – auf seinen alten Arbeitgeber. Ganz klar: Mit dieser Qualität muss sich die Borussia vor niemandem verstecken. "Wir sind besser als letztes Jahr“, sagt auch Witsel. Widersprechen dürften ihm da nicht viele, schließlich kamen vier potenzielle Leistungsträger, es ging in Abdou Diallo aber nur ein Spieler, der in der vergangenen Saison einen Stammplatz innehatte. Was die Kaderbreite angeht, ließ der BVB gegen Ende der Transferperiode noch einige Spieler gehen. So verabschiedete sich Maximilian Philipp nach Moskau, Marius Wolf wurde auf den letzten Drücker zu Hertha BSC verliehen. Auch für Ömer Toprak gibt es am Samstag noch kein Wiedersehen mit Bayer 04, der ehemalige Abwehrchef der Werkself wurde leihweise zu Werder Bremen transferiert.

Probleme

In einigen Momenten der noch jungen Saison offenbarte die Abwehr des BVB Schwachstellen, wirkte teils nicht ganz auf der Höhe – vor allen Dingen in der Anfangsphase. Das Resultat: In allen drei Ligaspielen geriet Dortmund in Rückstand. Da kommt es Coach Lucien Favre alles andere als gelegen, dass gleich zwei Defensivspieler verletzt von ihrer jeweiligen Nationalmannschaft zurückkamen. Linksverteidiger Nico Schulz zog sich beim 2:4 der DFB-Elf gegen die Niederlande einen Bänderteilriss in der linken Fußwurzel zu, Innenverteidiger Manuel Akanji ereilte dieselbe Verletzung im linken Sprunggelenk. Dass beide Akteure gegen die Werkself auflaufen, ist zwar nicht ausgeschlossen, "aber es wird eng“, betont Sportdirektor Michael Zorc. Gleiches gilt für Neuzugang Hazard, der an einer Rippenverletzung laboriert. Auch der Einsatz von Witsel ist nach Muskelfaserriss noch nicht gesichert, der Belgier machte zuletzt aber schnell Fortschritte und befindet sich wieder auf dem Trainingsplatz.

Potenzial

Dass in Hummels einer der besten deutschen Verteidiger den Weg von München nach Dortmund antrat und nicht umgekehrt, und in Brandt und Hazard zwei herausragende Spieler verpflichtet wurden, die auch mit anderen großen Klubs in Verbindung gebracht wurden, zeigt deutlich: Der BVB hat sich in den vergangenen Jahren zu einer absoluten Top-Adresse gemausert – und das nicht nur national, sondern auch international. Die Qualität im Kader ist enorm, das Entwicklungspotenzial ebenfalls, wenn man bedenkt, dass von Spielern wie Brandt (23), Dan-Axel Zagadou (20), Achraf Hakimi (20) und vor allem Jadon Sancho (19) noch mindestens ein weiterer Schritt nach vorne erwartet werden kann. Nicht nur für diese Saison, sondern auch für die kommenden Jahre ist der BVB also hervorragend aufgestellt.

Prognose

Im Vergleich zur letzten Saison ist die Borussia noch einen Ticken stärker aufgestellt, im Rennen um die Meisterschaft sollten die Westfalen also ein gehöriges Wörtchen mitreden. Die Aussichten, den FC Bayern nach sieben Titeln in Folge zu entthronen, stehen so gut wie kaum zuvor seit der letzten BVB-Meisterschaft 2012. Einen möglichen Stolperstein sprach Reus nach der Niederlage in Berlin an: "Ich glaube, dass wir manchmal daran denken, einfach mit unserer Qualität die Spiele gewinnen zu können. Das müssen wir abstellen.“ Wenn das passiert, kann rund um den Borsigplatz im Frühsommer 2020 wieder gefeiert werden.

Ähnliche News

U15 bejubelt Meisterschaft
Jugend - 08.06.2026

Nachwuchs: U15 ist Regionalliga West-Meister

Erfolgreiche Wochen für die U15 von Bayer 04! Nach ihren zwei überzeugenden Turniersiegen sicherten sich die Leverkusener Junioren am vergangenen Sonntag im abschließenden Ligaspiel der Saison auch die Meisterschaft in der Regionalliga West. Ihre Duelle erfolgreich gestalten konnten außerdem die U16 und die U13 sowie die U16-Juniorinnen. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.

Mehr zeigen
Erstes Interview von Carles Martìnez als Cheftrainer in Leverkusen
Werkself-TV - 05.06.2026

Erstes Interview von Carles Martínez als Cheftrainer in Leverkusen

Carles Martínez brennt für seine neue Aufgabe: Der 42-Jährige spricht in seinem ersten Interview in Leverkusen über die bisherige Entwicklung des Klubs und wie er daran anknüpfen will. Er beschreibt seine bisherige Arbeit in Frankreich, Kuwait, Katar und seiner Heimat Barcelona, seine Erfahrung bei der Entwicklung junger Spieler und die wichtigsten Schritte bis zum Start der Trainingsarbeit in Leverkusen.

Mehr zeigen
U15 von Bayer 04
Jugend - 05.06.2026

Nachwuchs: U15 vor Meisterschaftsspiel – U13-Juniorinnen gewinnen Double

Während die U16 am Wochenende gegen den FC Viktoria Köln den fünften Sieg hintereinander einfahren könnte, reitet auch die U15 auf einer echten Erfolgswelle: Nach zwei überzeugenden Turniersiegen zuletzt würden sich die Leverkusener mit einem Erfolg gegen den VfL Bochum 1848 die Meisterschaft sichern. Und der weibliche Nachwuchs befüllt ebenfalls fleißig das Trophäen-Kabinett – mit einem deutlichen 17:0 gewannen die U13-Juniorinnen den Verbandspokal. Das Ergebnisse und anstehenden Spiele der Nachwuchs-Kicker im Überblick.

Mehr zeigen
Verbandspokal-Sieg der U13
Jugend - 05.06.2026

17:0 im Finale: Verbandspokal-Sieg für die U13-Juniorinnen

Großer Jubel an Fronleichnam: Die U13-Juniorinnen von Bayer 04 haben das Finale im Verbandspokal des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM) in beeindruckender Manier gewonnen. Ein deutliches 17:0 bescherte nach der Meisterschaft in der Leistungsstaffel West bereits den zweiten Titel der Saison. Für den Jungjahrgang der Leverkusener U16-Juniorinnen reichte es derweil nicht für einen Erfolg am Pokalfinal-Tag.

Mehr zeigen
Carles Martínez Novell
Bayer 04 - 04.06.2026

Bayer 04-Cheftrainer Carles Martínez Novell im Porträt

Herzlich willkommen in Leverkusen, Carles Martínez Novell! Bayer 04 hat den 42-jährigen Spanier als neuen Cheftrainer verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet. Zuletzt war Martínez bis Saisonende für den FC Toulouse in der französischen Ligue 1 tätig. Zuvor hatte er unter anderem vier Jahre in der legendären Talentschmiede La Masia des FC Barcelona in seiner Heimatstadt gearbeitet. Bayer04.de stellt Martínez genauer vor.

Mehr zeigen