
Clemens, wie geht es dir in dieser besonderen Situation? Hast du dich an die Einschränkungen und Schutzmaßnahmen gewöhnt, die mit der Coronavirus-Pandemie einhergehen?
Mir geht es gut. Es hat ein paar Tage gedauert, um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden und sich auf das Arbeiten von zu Hause einzustellen. Familie, Kind und Kita – all diese Dinge muss man berücksichtigen. Wir als Familie haben uns da wirklich gut zurechtgefunden. Arbeitstechnisch ist es beim Scouting gut möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Dort kann man hervorragend Videos schauen. Aber das ist natürlich etwas komplett anderes, als wenn man auch Live-Eindrücke sammeln kann.
Lass uns zu Beginn in die Vergangenheit blicken: Du bist von 2003 bis 2006 unterm Bayer-Kreuz aufgelaufen. Welche Erinnerungen hast du an die Zeit in Leverkusen?
Ich bin damals aus Karlsruhe nach Leverkusen gekommen und kam dort in eine Mannschaft, die mit absoluten Topspielern besetzt war. Zu Beginn war es etwas schwierig, dort meinen Platz zu finden. Ich habe aber das nötige Vertrauen bekommen, sodass ich mich in Leverkusen sehr wohl gefühlt habe. Bayer 04 ist ein toller, gut organisierter und strukturierter Verein, bei dem ich wirklich gerne gespielt habe. Ich habe mich leider, nachdem ich so richtig Fuß gefasst habe, verletzt und bin dann ein Jahr ausgefallen. Im letzten Jahr hatte ich dann aber noch mal eine sehr schöne Zeit.

Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern und Funktionären?
Mit Bernd Schneider bin ich noch im guten Kontakt; Simon Rolfes habe ich November vergangenen Jahres getroffen. Ab und zu habe ich auch mit Jens Nowotny und Carsten Ramelow Kontakt. Man hört zwischendurch immer mal etwas von den Jungs.
Verfolgst du noch die Spiele der Werkself?
Grundsätzlich verfolge ich in meinem Job so viele Spiele wie möglich. Aber klar schaue ich bei meinen ehemaligen Vereinen ein bisschen genauer hin, was da so passiert.
Am Montag triffst du mit Werder auf die Werkself. Freust du dich auf diese Partie, die gleichzeitig die Wiederaufnahme der Bundesliga bedeutet?
Ich schaue mit gemischten Gefühlen auf diese Partie. Auf der einen Seite ist es natürlich schön, dass es wieder losgeht. Auf der anderen Seite beschäftigt man sich aber auch mit der Frage: Was passiert, wenn…? Da ist das Beispiel Dresden, wo die gesamte Mannschaft in Quarantäne geschickt worden ist. Uns ist allen klar, dass wir als Verein eine große Verantwortung tragen. Das wird ein langer und harter Weg. In Bezug auf die sportliche Form ist es für uns sehr schwierig einzuschätzen, wo wir als Verein momentan stehen. Es fehlen die Vergleichswerte. Niemand hat so eine Situation bis dato erlebt. Wenn man eine Sommerpause hat, macht man Vorbereitungsspiele und hat ein gutes oder ein weniger gutes Gefühl. Trotzdem freue ich mich darauf, am Montag gegen Leverkusen zu starten.
Die Vorbereitung war für beide Teams kurz. Was für eine Partie erwartest du am Montagabend?
Was hat man für Erwartungen an eine Situation, die es so noch nie gab? Es ist natürlich eine komplett andere Atmosphäre, wenn man in einem Stadion ohne Zuschauer spielt. Leverkusen ist eine Mannschaft, die eine sehr hohe Qualität in den eigenen Reihen hat. Sie verfügen über ein gutes Umschaltspiel und kommen sehr über die Geschwindigkeit. Dazu kommt noch die fußballerische Komponente.
Für beide Teams geht es in den kommenden Spielen um einiges. Während Schwarz-Rot um den Einzug in die Champions League kämpft, steckt Werder derzeit im Abstiegskampf. Wo werden beide Mannschaften am Saisonende stehen?
Wir wollen und werden hoffentlich am Saisonende die Liga halten. Es würde mich auch freuen, wenn Leverkusen im kommenden Jahr in der Champions League spielt.
Zum Abschluss noch einmal zu deiner Position: Du bist heute als Leiter der Scoutingabteilung bei Werder tätig. Wie wird sich die Corona-Krise auf das kommende Transferfenster auswirken?
Erst mal muss geklärt werden, ob das kommende Transferfenster verlängert wird. Ich glaube auch, dass es dieses Mal bei den Vereinen erst sehr spät zu Entscheidungen kommen wird, da jeder erst mal abwartet, was noch passiert. Die Ablösesummen werden sich voraussichtlich in diesem Jahr relativieren und nach unten gehen. Ich glaube auch, dass dieses Mal sehr viele Spieler auf dem Markt sein werden, weil die Vereine natürlich auch überlegen, wo sich Einsparungen vornehmen lassen. Natürlich wird es wieder ein Transfermarkt geben, aber die ganz hohen Ablösesummen werden wir wahrscheinlich nicht sehen.
Zur Person:
Clemens Fritz wurde am 7. Dezember 1980 in Erfurt geboren. Über die Jugend von Rot-Weiß Erfurt wechselte er zum VfB Leipzig, wo ihm der Sprung in den Profifußball gelang. 2003 wechselte er vom Karlsruher SC nach Leverkusen. In 49 Pflichtspielen gelangen Fritz zwei Tore für Schwarz-Rot. Es folgte 2006 der Wechsel nach Bremen, wo er 2017 seine Spielerkarriere beendete. Heute ist Fritz bei Werder als Leiter der Scoutingabteilung tätig.






Werkself-TV zeigt nach dem 1:1-Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 am 24. Bundesliga-Spieltag die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Urs Fischer und Kasper Hjulmand...
Mehr zeigen
Von Sondertrikot bis Fan-Banner stand beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 alles im Zeichen der zahlreichen Bayer 04-Fanclubs. Entsprechend durfte eine angemessene Ehrung der langjährigen Werkself-Anhänger in der Halbzeitpause der Bundesliga-Partie nicht fehlen. Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, würdigte die bis zu 50-jährigen Jubiläen von sechs Fanclubs vor den Trainerbänken der BayArena.
Mehr zeigen
Werkself-TV zeigt das 1:1-Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 am 24. Bundesliga-Spieltag re-live...

Ganz besondere Unikate zu gewinnen: Kurz nach dem 1:1-Remis der Werkself gegen den 1. FSV Mainz 05 im „Sondertrikot 50 Jahre Fanclubs“ haben alle Fans von Bayer 04 die Chance, sich im Rahmen eines App-exklusiven Gewinnspiels das Sondertrikot in der Elite-Version mit der Unterschrift von Kapitän Robert Andrich oder Nationalspielerin Carlotta Wamser zu sichern.
Mehr zeigen
Im dritten Spiel der Hauptrunde der Liga A der DFB-Nachwuchsliga (Gruppe B) musste die U17 von Bayer 04 die zweite Niederlage hinnehmen. Gegen den Tabellenführer VfB Stuttgart unterlag das Team von Trainer Benjamin Adam nach einer kämpferisch vorbildlichen Leistung 1:3 (1:0). Gabriel Minutillo hatte die Werkself in Führung gebracht, nach dem Wechsel drehten die Gäste die Partie.
Mehr zeigen