
Die rund 3.000 Fans der Werkself, die am heutigen Mittwochabend zum Bundesliga-Spiel in die Rheinmetropole fahren, stehen vor der kürzesten Auswärtstour der laufenden Saison – zumindest auf dem Papier: Laut Navigationsgerät sind es von der BayArena gut 40 Auto-Minuten bis in die siebtgrößte Stadt Deutschlands. Exakt 30,33 km Luftlinie trennen die beiden Stadien von Bayer 04 und der Fortuna, das seit August dieses Jahres unter dem Namen Merkur Spiel-Arena firmiert. Lediglich zwei Spielorte in der diesjährigen Meisterschaftsrunde liegen näher beisammen (Düsseldorf – Mönchengladbach, ca. 26 km Luftlinie) und (Dortmund – Gelsenkirchen, ca. 28 km Luftlinie). Kein Wunder also, dass da eine spezielle Brisanz in der Luft liegt! Auch, weil man das Duell mit Blick auf die Wappentiere der beiden Städte durchaus als „Löwen-Duell“ bezeichnen kann...
Der Löwe verbindet. Zumindest ein bisschen. Für einen kurzen Abschnitt in der Werksklub-Historie durfte Düsseldorf sogar mal als „Zu Hause“ bezeichnet werden: In der Rückrunde der Saison 2008/09 war die Werkself aufgrund des Umbaus der heimischen BayArena zu einem Ausweich-Stadion gezwungen und fand diesen in der Düsseldorfer Arena, die damals noch den Namen „LTU-Arena“ trug. Die Erinnerungen an die Zeit im fremden Wohnzimmer sind allerdings mäßig – 17 Zähler in 17 Spielen lautet die Ausbeute. Damals auch schon bei der Werkself in Plüsch dabei: Das Maskottchen Brian the Lion. An dieser Stelle ebenso bemerkenswert: Fortuna Düsseldorf ist einer der wenigen Klubs im Profigeschäft, die kein offizielles Vereins-Maskottchen haben – vielleicht einmal abgesehen von den Toten Hosen! ;-)
Spaß beiseite! Trotz der geringen Distanz zueinander hat das Rheinduell zwischen Leverkusen und Düsseldorf in den vergangenen Jahren Seltenheitswert bekommen: Über fünf Jahre liegt der letzte Vergleich zwischen dem Werksklub und der Fortuna zurück (Saison 2012/13), davor waren es geschlagene 15 Jahre (1996/97). Der Grund liegt auf der Hand: Schließlich sind die Gastgeber vor allem in den 2000er-Jahren durch ein Tal der Tränen gegangen, sogar mit zwei Spielzeiten in der 4. Liga (2002/03 und 2003/04). Angesichts von 39 Jahren Bundesliga in Folge reicht das vielleicht für Bayer 04, den Nachbarklub aus der Modestadt ein wenig zu belächeln, aber weitaus nicht, ihn auch zu unterschätzen. Das bestätigt die bisherige Bilanz im Fußball-Oberhaus, bei der die Werkself in den bisherigen 28 Vergleichen nur dank der beiden Siege in der Düsseldorfer Abstiegssaison 2012/13 (3:2 zu Hause, 4:1 auswärts) leicht die Nase vorne hat (9 Siege, 12 Unentschieden, 7 Niederlagen).
Aus den jüngsten zehn Vergleichen in der Bundesliga konnte die Fortuna gegen den rheinischen Rivalen nur einen Sieg erringen – im August 1996 unterlag die Werkself in der BayArena mit 0:1. Den drei Bayer 04-Siegen in dieser Zeit stehen sechs Unentschieden gegenüber – viermal gab es dabei ein 1:1, zweimal endete die Partie torlos. Die Quote, dass sich die Werkself auch heute Abend vielleicht „nur“ mit einem Zähler begnügen muss, steht also durchaus hoch. Andererseits, die Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg in dieser neuen Saison ist berechtigt. Die letzte Niederlage in Düsseldorf liegt nämlich über 28 Jahre zurück. Damals, im Mai 1990, setzte sich die Fortuna mit 2:0 durch – an einem Mittwoch. Überhaupt scheint sich Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga ganz besonders bei Duellen unter der Woche sehr wohlzufühlen: Von ihren letzten zehn Ligaspielen an einem Dienstag oder Mittwoch verlor die Fortuna nur eines (1996; 0:4 in Dortmund), ansonsten holte sie vier Siege und fünf Unentschieden. Not bad!
Die Zahlen sprechen definitiv für einen heißen Tanz. Und den werden auch die Fans in der Düsseldorfer Arena sicherlich begrüßen – zumal nach dem Kälteeinbruch in dieser Woche die Wetterfrösche ab 18.30 Uhr nur Temperaturen um die 15 Grad prognostizieren. Daran dürfte auch die sicherlich warme Begrüßung für Jonathan Tah nichts ändern. Die Nummer 4 der Werkself kam in der Saison 2014/15 als Leihgabe des Hamburger SV 23 Mal im Fortuna-Trikot zum Einsatz und hegt bis heute Sympathien, die er zuletzt auch in einem Interview mit f95.de zum Ausdruck brachte. Übrigens: In Torwart Michael Rensing steht heute Abend auf Seiten der Gastgeber aller Voraussicht nach auch ein ehemaliger Bayer 04-Akteur auf dem Platz. Der heute 34-Jährige lief in der Spielzeit 2013/14 insgesamt viermal mit dem Kreuz auf der Brust auf – unter anderem beim letzten Leverkusener Sieg in der Modestadt. Achja, und in Bezug auf Modestadt gibt es auch noch einen Hinweis: Die Werkself spielt heute Abend in von oben bis unten in Schwarz gegen ganz in weiß gekleidete Fortunen.
Für das 29. Rheinduell zwischen Bayer 04 und Fortuna Düsseldorf wurde Schiedsrichter Manuel Gräfe mit der Spielleitung betraut. Der 45-jährige Sportwissenschaftler aus Berlin zählt seit 2004 zu den Unparteiischen im deutschen Fußball-Oberhaus – 241 Bundesliga-Partien hat der zweimalige „Schiedsrichter des Jahres“ seither auf dem Buckel, 21 davon mit Bayer 04-Beteiligung (zuletzt beim 2:1-Heimsieg über den 1. FC Köln im Oktober 2017). Dabei gab es für die Werkself am Ende 12 Siege zu feiern (4 Unentschieden, 5 Niederlagen), aber immerhin auch fünf Platzverweise gegen Bayer 04 hinzunehmen. Neues Spiel, neues Glück. Manuel Gräfe wird heute Abend von Florian Heft und Markus Sinn (Linienrichter), Lasse Koslowski (4. Offizieller) sowie Dr. Felix Brych und dessen Assistenten Christian Dietz (Video) unterstützt.
So weit, so gut! Wie immer an dieser Stelle ist allen Bayer 04-Fans, die die Werkself nicht vor Ort unterstützen (können), das Public Viewing in der Schwadbud ans Herz gelegt: Die Fan-Kneipe in der Osttribüne der BayArena lädt wie immer bei Auswärtsspielen zum gemeinsamen Mitfiebern ein. Ab 17.30 Uhr, also eine Stunde vor Anpfiff, sind die Türen heute Abend geöffnet. Weitere Optionen die Werkself aus der Ferne zu verfolgen, bieten außerdem die klubinternen Kanäle wie der Live-Ticker auf bayer04.de – sowie das Werkself-Radio als akustische Alternative. Auch über die Social Media-Kanäle der Werkself (Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat) geht den Anhängern der Werkself nichts durch die Lappen – und zwar unter dem Spieltags-Hashtag #F95B04! In diesem Sinne: Auf geht's, Schwarz-Rot, kämpfen, siegen und im Klassement vor die Fortuna rücken!



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