
Entsprechend happy und beschwingt feierten die Spieler nach Abpfiff mit den Fans. „Das ist etwas ganz Großes“, sagte Jonathan Tah. „Es war für uns eine Saison mit Höhen und Tiefen. Aber wir haben nie den Glauben an uns verloren, egal, welche Steine uns in den Weg gelegt wurden.“ Sportdirektor Simon Rolfes sagte: „Wir haben unser großes Ziel erreicht. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“ Und der überragende Patrik Schick stellte völlig zu Recht fest: „Heute kann sich niemand von uns über irgendwas beklagen.“
Die Anfangsformation vom 2:0-Sieg am vergangenen Spieltag gegen Eintracht Frankfurt war identisch mit der Startelf gegen Hoffenheim: Trainer Gerardo Seoane sah keine Veranlassung zu Veränderungen und setzte beim Personal auf Kontinuität. Bayer 04 musste gegen die TSG erneut auf die Langzeitverletzten Florian Wirtz, Amine Adli, Timothy Fosu-Mensah und Karim Bellarabi verzichten, dazu fehlte auch Kerem Demirbay wie schon gegen Frankfurt wegen einer Kapselverletzung am Zeh. Dafür umso erfreulicher: Rechtsverteidiger Jeremie Frimpong gehörte erstmals seit seinem Syndesmose-Riss Mitte März im Derby gegen den 1. FC Köln wieder zum Aufgebot.

Die Karten lagen klar auf dem Tisch vor Anpfiff in der PreZero Arena: Mit einem weiteren Sieg aus den beiden abschließenden Bundesliga-Spieltagen würde die Werkself auf jeden Fall in die Champions League einziehen – völlig unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz aus Freiburg und Leipzig. „Wir können es aus eigener Kraft klarmachen. Bei mir ist da kein Druck zu spüren, nur Vorfreude“, hatte Kapitän Lukas Hradecky im Vorfeld der Partie in Sinsheim gesagt. Die 1.500 mitgereisten und ganz in Rot gedressten Bayer 04-Fans dürften es auf der Tribüne genauso empfunden haben.
Den Gastgebern eröffnete sich die erste Möglichkeit, Rutters Schuss aus der Drehung im Strafraum entschärfte Hradecky (4.). Hoffenheim begann sehr aktiv und griffig, die Werkself sah sich zu Beginn erst einmal in die Defensive gedrückt – und sie konterte gefährlich. Über Sardar Azmoun und Moussa Diaby landete die Kugel bei Paulinho, doch dessen Abschluss mit links aus spitzem Winkel bereitete TSG-Keeper Baumann keine Mühe (8.). Als Diaby geschickt in die Tiefe zu Azmoun passte, bekam Posch gerade noch ein langes Bein dazwischen, sonst wäre der Iraner allein auf den Hoffenheimer Kasten zugelaufen (20.).
Stattdessen kurz darauf die Führung der TSG aus dem Nichts: Piero Hincapie unterlief völlig unnötig ein böser Ballverlust, Baumgartner drang von halbrechts in den Strafraum ein und legte zurück auf Rutter, der keine Mühe hatte, den Ball flach ins Eck zu platzieren – das 1:0 für Hoffenheim (22.). Bayer 04 hatte an diesem Rückschlag sichtlich zu knabbern und benötigte eine Weile, sich zu sortieren. Klasse dann aber der Pass von Charles Aránguiz auf Paulinho, doch dessen versuchte Hereingabe auf Patrik Schick wurde noch abgefangen (29.).

Anders fünf Minuten später: Hincapie schickte Diaby links die Linie entlang, und dessen Flanke aus vollem Lauf drückte Patrik Schick technisch extrem anspruchsvoll per Dropkick zum 1:1 unter die Latte (34.) – ein großartig herausgespielter Treffer, Tor Nr. 23 für den Tschechen, Assist Nr. 12 für Diaby, der damit einen neuen Klub-Saisonrekord bei Bayer 04 aufstellte. Doch die Freude währte ausgesprochen kurz. Als Bayer 04 einen Angriff eigentlich schon abgewehrt glaubte, kam die TSG mit der zweiten Welle über rechts durch, und Kaderabeks Flanke auf den zweiten Pfosten drückte Baumgartner entschlossen aus kurzer Distanz gegen die überraschten Hradecky und Odilon Kossounou ins Netz – das 2:1 (36.), zugleich auch der Halbzeitstand.
Die zweite Hälfte begann mit einem Wechsel auf Seiten der Werkself: Mitchel Bakker kam für Hincapie ins Spiel. Und es dauerte gerade mal 20 Sekunden bis zum ersten Abschluss der Gäste, doch der Schuss von Aránguiz trudelte am langen Eck vorbei (46.). Wenig später zog Schick scharf mit links ab, Baumann tauchte rechtzeitig ab und parierte (51.). Bayer 04 war jetzt offensiv deutlich spielfreudiger, musste defensiv aber stets auf der Hut sein: Hradecky kratzte den Ball nach Dabburs Kopfball mit einer Klasse-Parade noch über die Latte (54.). Auf der Gegenseite riss Baumann nach einem ansatzlosen Schuss von Robert Andrich aus der Drehung rechtzeitig die Fäuste hoch, und Jonathan Tah jagte den Abpraller weit drüber (57.). Den Fallrückzieher von Kramaric aus wenigen Metern entschärften die Leverkusener im Getümmel (63.).

Seoane wechselte doppelt und brachte Lucas Alario sowie Exequiel Palacios für Azmoun und den angeschlagenen Andrich (64.). Diaby versetzte zwar Raum über rechts, sein Abschluss mit rechts flog aber am Eck vorbei (65.). Wenig später klappte es: Alario verlängerte den Ball per Kopf, Schick schob ihn in den Lauf von Diaby, und der Franzose nahm die Kugel klasse an und spitzelte sie an Baumann vorbei ins Tor – 2:2 (73.), sein 13. Saisontreffer. Und Bayer 04 legte gierig und entschlossen nach: Patrik Schick setzte sich erst auf engstem Raum im Strafraum gegen zwei Hoffenheimer durch, strauchelte und rappelte sich wieder auf, ehe er den Ball noch an Baumann vorbei legte und zum 3:2 grätschend ins verlassene Tor bugsierte (76.). Eine absolute Weltklasse-Aktion des Stürmers, der sich anschickt, den Torjäger-Rekord von Stefan Kießling (25) anzugreifen.
Die TSG hatte Pech mit einem Pfostenschuss des unmittelbar zuvor eingewechselten Bruun Larsen – und Bayer 04 Glück, dass Kramaric den Nachschuss am Tor vorbei setzte (79.). Doppel-Torschütze Schick ließ erst eine weitere Chance aus und machte dann Platz für Daley Sinkgraven, zudem kam Julian Baumgartlinger für Paulinho (84.). Und die Werkself hatte noch einen im Köcher: Palacios setzte in einer argentinischen Ko-Produktion Alario in Szene, und der schloss in der Nachspielzeit zum 4:2 ein (90.+1). Zugleich bereits der 78. Saisontreffer der Werkself – Klubrekord aus der Saison 2001/02 verbessert (damals 77). Der Rest waren pure Freude bei der Werkself, der der dritte Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen ist, und „Oh, wie ist das schön“-Gesänge der glückseligen Bayer 04-Fans.

Für die Werkself geht es mit dem abschließenden Spieltag der Saison am Samstag, 14. Mai, um 15.30 Uhr in der BayArena gegen den Sport-Club Freiburg weiter. Zum Abschied von Sport-Geschäftsführer Rudi Völler wird es mit der Champions-League-Qualifikation im Rücken ein weiterer Feiertag für die Werkself werden.
Die Statistik:
TSG Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Posch, Vogt, Raum – Samassekou (78. Bruun Larsen) , Stiller, Baumgartner (69. Rudy) – Rutter (55. Bebou), Dabbur (69. Skov), Kramaric
Bayer 04: Hradecky – Kossounou, Tah, Tapsoba, Hincapie (46. Bakker) – Andrich (64. Palacios), Aránguiz – Diaby, Azmoun (64. Alario), Paulinho (84. Baumgartlinger) – Schick (84. Sinkgraven)
Tore: 1:0 Rutter (22.), 1:1 Schick (34.), 2:1 Baumgartner (36.), 2:2 Diaby (73.), 2:3 Schick (76.), 2:4 Alario (90.+1)
Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Gelbe Karte: Dabbur
Zuschauer: 20.033

Werkself-TV zeigt den 2:0-Erfolg von Bayer 04 bei Olympiakos Piräus im Play-offs-Hinspiel der UEFA Champions League 2025/26 re-live...

Werkself-TV zeigt nach dem 2:0-Erfolg von Bayer 04 bei Olympiakos Piräus im Play-offs-Hinspiel der UEFA Champions League die Pressekonferenz mit Kasper Hjulmand...
Mehr zeigen
Zum zweiten Mal nach Athen! Die nächste internationale Reise in der UEFA Champions League 2025/26 führt die Werkself wieder in die griechische Hauptstadt. Nach dem Auswärtsspiel in der Ligaphase bestreitet Schwarz-Rot beim aktuellen Doublesieger Olympiakos Piräus am Mittwoch, 18. Februar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit/live auf DAZN), im Karaiskakis-Stadion das Hinspiel der Play-off-Runde. Wir nehmen euch mit auf die erneute Reise nach Athen und berichten hautnah von der Werkself…
Mehr zeigen
Vor der laufenden Saison der UEFA Champions League trafen Bayer 04 und Olympiakos Piräus insgesamt nur zweimal aufeinander. Nun geht es für die Werkself nach der Partie am 7. Spieltag der diesjährigen Ligaphase für das Play-off-Hinspiel innerhalb von nur vier Wochen zum zweiten Mal gegen die Griechen. Mitte Januar bestimmte Schwarz-Rot zwar über weite Strecken das Geschehen, musste sich aber auch aufgrund vieler guter verpasster Gelegenheiten vor dem gegnerischen Tor am Ende 0:2 geschlagen geben. Das soll am Mittwochabend besser laufen, um die „Chance auf Revanche“, so Geschäftsführer Sport Simon Rolfes vorab, zu nutzen. Die Kurzpässe.
Mehr zeigen
Bitteres Ende des fünften Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. In den übrigen drei Spielen der Online-Vorrunde des fünften und finalen Showdowns haben die Leverkusener eSportler keine Punkte holen können. Der Showdown-Eins-Gewinner Bayer 04 verpasst damit den Einzug in die Offline-Runde und kann keine weiteren Zähler für die Gesamttabelle sammeln. In dieser ist das #B04eSports-Team zudem aus den Top Acht gerutscht. Eine direkte Teilnahme am Finalevent um die Deutsche Klub-Meisterschaft ist damit nicht mehr möglich, die Leverkusener müssen den Umweg über die Play-offs gehen.
Mehr zeigen