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20.01.2018Bundesliga

4:1 – Werkself stürmt die Festung Sinsheim und auf Platz zwei

Bayer 04 hat eine überragende Antwort auf die Niederlage gegen die Bayern gegeben: Die Werkself gewann nach einer sehr reifen Leistung mit 4:1 (1:0) in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim und machte in der Tabelle erst mal einen mächtigen Satz auf den zweiten Tabellenplatz. Der überragende Leon Bailey traf zur Führung (43.) und bereitete die nächsten Tore von Julian Baumgartlinger (52.) und Lucas Alario (70.) vor. Nach dem Anschluss von Szalai (86.) war erneut Alario in der Nachspielzeit zum Endstand erfolgreich. Hoffenheim hatte zuvor nur eine seiner vergangenen 26 Bundesliga-Begegnungen auf eigenem Platz verloren.
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Entsprechend zufrieden zeigte sich Heiko Herrlich, der der Mannschaft anschließend gleichsam als Belohnung zwei trainingsfreie Tage bis zum Dienstag verordnete. „Wir hätten schon früher in Führung gehen können als erst kurz vor der Pause. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt vom Gegner rauslocken lassen. Ich bin sehr glücklich über drei Punkte gegen einen Mitbewerber auf einen internationalen Platz“, sagte der Chefcoach. Julian Brandt stellte fest, „dass wir am Ende auch in der Höhe verdient gewonnen haben“.

Heiko Herrlich hatte im Duell mit den heimstarken Hoffenheimer den gleichen 18er-Kader wie zum Rückrundenauftakt gegen die Bayern nominiert. In der Startelf indes gab es drei Veränderungen: Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger und Lucas Alario rückten für Dominik Kohr, Kai Havertz und Karim Bellarabi in die Anfangsformation. Einher damit ging ein taktischer Wechsel vom 3-4-3 zu einem 4-2-3-1 mit Kapitän Lars Bender als Rechtsverteidiger und Kevin Volland als hängende Spitze hinter dem Zentrumsstürmer Alario. „Wir wollen sehr kompakt stehen und wenig zulassen und dann natürlich auch selbst aktiv nach vorne werden“, lautete Herrlichs Vorgabe.

Latte rettet für Leno

Beide Teams begegneten sich bei strömendem Regen vom Anpfiff weg mit offenem Visier und intensiver Zweikampfführung. Die Werkself setzte die ersten Akzente in der Offensive: Baileys Schuss war kein Problem für Baumann (6.), die scharfe Flanke des Jamaikaners verpasste Alario (7.). Auf der Gegenseite packte Bernd Leno bei Zubers Versuch ganz sicher zu (8.). Dann lag ein Tor in der Luft: Nach hervorragendem Solo und noch besserem Zuspiel von Leon Bailey kam Julian Brandt halbrechts in Position, zögerte aber im Anschluss vielleicht etwas zu lange und wurde beim Schuss schließlich noch geblockt (19.). Dann kamen Bailey und Alario nach Flanken von Lars Bender und Wendell nur einen Schritt zu spät (24./25.) – die Werkself schraubte ordentlich am Führungstreffer. Den hatte auf einmal aber auch Hoffenheim auf dem Fuß: Glück für den schon geschlagenen Leno, dass der Ball nach dem abgefälschten Schuss von Geiger an die Latte tropfte (26.).

Bailey eine Augenweide

Dass Bayer 04 nicht unverdient mit einer Führung in die Halbzeit ging, lag an einem Geniestreich von Leon Bailey: Nach einem herrlichen Angriff über rechts und Hereingabe von Julian Brandt nach Doppelpass mit Aránguiz stand er sieben Meter zentral vor dem Kasten mit dem Rücken zum Tor und überwand Baumann extrem listig mit der linken Hacke ins rechte Eck zum 1:0 (43.) – eine Augenweide und unglaubliche Aktion frei nach dem Motto „Frechheit siegt“. Das siebte Saisontor für Bailey, und zum 24. Mal in Folge hat die Werkself nun immer mindestens einen Treffer erzielt, Einstellung des Vereinsrekords aus der Saison 1999/2000.

Nach der Pause ging's in unveränderter Besetzung weiter – und einem krachenden Start der Kraichgauer: Rupp hatte viel Platz und knallte die Kugel aus der Distanz an den Außenpfosten (46.). Nach einem Fehlpass von Wendell zog Zuber aus aussichtsreicher Position knapp am langen Eck vorbei (49.). Die Hoffenheimer hatten sich ganz offensichtlich etwas vorgenommen in Hälfte zwei, doch die Gäste blieben ganz cool und schlugen effektiv zurück. Und wie: Nach tollem Angriff über den nie zu bremsenden Bailey legte Lars Bender für den starken Julian Baumgartlinger auf und der Kapitän von Team Austria traf aus 18 Metern mit einem ebenso überlegten wie strammen Flachschuss ins lange Ecke zum 2:0 (52.). Es war der erste Bundesliga-Treffer für Bayer 04 von „Baumi“. Die TSG reagierte mit der Hereinnahme zweier weiterer Stürmer und blies zur totalen Offensive: Kramaric und Uth kamen für Rupp und Bicakcic.

Alarios Doppelpack

Die Werkself hätte den Sack frühzeitig zumachen müssen: Nach rasantem Konter und Zuspiel von Kevin Volland verschenkte Julian Brandt allein vor Baumann das 3:0 und zielte neben das Tor (63.). Heiko Herrlich brachte Panos Retsos für den überragenden Lars Bender (68.). Und Leon Bailey haute noch mal richtig einen raus: Nach fantastischer Vorarbeit des Flügelspielers traf Lucas Alario mit einem schönen Schlenzer ins lange Eck zum 3:0 (70.) – zugleich Bundesliga-Treffer Nummer vier für den Argentinier. Hoffenheim suchte noch einmal verzweifelt den Anschluss, doch Bayer 04-Abwehrchef Sven Bender organisierte seinen aufmerksamen Defensivverbund vorbildlich. Der Anschluss gelang den Gastgebern dennoch: Szalai traf mit einem Lupfer an Leno vorbei zum 1:3 (86.). Den Schlusspunkt aber setzten die Leverkusener: Alario war in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Retsos zum 4:1-Endstand erfolgreich.

Für Bayer 04 geht es in der Bundesliga mit dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 weiter. Anstoß am Sonntag, 28. Januar, in der BayArena ist um 15.30 Uhr.

Die Statistik:

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Bicakcic (58. Uth), Vogt. B. Hübner – Kaderabek, Zuber – Rupp (56. Kramaric), Grillitsch (62. Amiri), Geiger – Szalai, Gnabry

Bayer 04: Leno – L. Bender (68. Retsos), Tah. S. Bender, Wendell (85. Henrichs) – Aránguiz, Baumgartlinger – Brandt (78. Mehmedi), Volland, Bailey – Alario

Tore: 0:1 Bailey (43.), 0:2 Baumgartlinger (52.), 0:3 Alario (70.), 1:3 Szalai (86.), 1:4 Alario (90.+3)

Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)

Gelbe Karten: Bicakcic, Grillitsch – L. Bender

Zuschauer: 28.017

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