Zurück zur Übersicht
15.02.2020Bundesliga

3:2 bei Union: Bayer 04 dreht erneut das Spiel

Nach dem Erfolg gegen Dortmund hat die Werkself ein weiteres Mal große Standfestigkeit bewiesen: Bayer 04 gewann beim 1. FC Union Berlin auf den letzten Drücker noch mit 3:2 (1:1) und kam zum siebten Auswärtssieg in der laufenden Saison. Für die Leverkusener trafen Kai Havertz (22.) sowie die eingewechselten Moussa Diaby (83.) und Karim Bellarabi (90.+4), für Union waren Gentner zur frühen Führung (7.) und Bülter (87.) erfolgreich.
20200215_B04_gegen_Union_Berlin_73336.jpg

Entsprechend erleichtert nach einer Wahnsinns-Schlussphase gab sich Simon Rolfes. „Es war ein langer und harter Kampf. Der Ball war sehr oft in der Luft, wir hatten wenig Kontrolle im Spiel. Union hat zwei Traumtore geschossen. Aber die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt und sich mit schnellen Pässen zu den beiden entscheidenden Toren durchgespielt. Es gibt nicht immer nur schöne Siege wie in der vergangenen Woche, manchmal muss man auch dreckig gewinnen“, sagte der Sportdirektor.

Peter Bosz stellte seine Elf im Vergleich zum Spektakel gegen Dortmund auf drei Positionen um und brachte die Formation, die gegen die Borussia aufgehört hatte. In der Dreierkette hinten blieb alles unverändert, im Viererblock davor übernahmen Mitchell Weiser und Wendell die Plätze von Karim Bellarabi und des erkrankten Daley Sinkgraven. Den linken Offensivflügel besetzte Leon Bailey statt Moussa Diaby. Lars Bender und Nadiem Amiri bildeten erneut das Tandem im defensiven Mittelfeld. Charles Aránguiz gehörte nach überstandener Muskelverletzung in der Wade erstmals in diesem Jahr zum Aufgebot, auch Exequiel Palacios stand erstmals in einem Bundesligaspiel im Kader. Julian Baumgartlinger und Paulinho waren ebenso wie Sinkgraven nicht dabei.

Die Werkself hatte ein klares Ziel für das Duell mit Eisern Union formuliert: Es galt, den Sieg gegen den BVB mit drei weiteren Zählern zu vergolden. Dass das beim tüchtigen Neuling, der fünf seiner vergangenen sechs Heimspiele zu Null gewonnen und daheim bereits Dortmund (3:1) und Gladbach (2:0) bezwungen hatte, durchaus einer haarigen Aufgabe gleichkam, war indes allen bewusst in Schwarz und Rot. 2.500 Bayer 04-Fans besetzten den Gästeblock im stimmungsvollen Stadion An der Alten Försterei bis auf den letzten Platz.

Hradecky bei Gentners Hammer machtlos

Das Spiel nahm vom Anpfiff weg sofort Fahrt auf. Den ersten Hochkaräter der Begegnung hatte die Union auf dem Fuß: Andersson verfehlte mit seinem Schrägschuss aufs lange Eck die Führung nur um Haaresbreite (3.). Den Kopfball von Friedrich packte sich Lukas Hradcky ganz sicher (6.). Doch kurz darauf war der Finne im Kasten der Werkself völlig chancenlos: Nach einem Angriff über die linke Seite und Flanke von Bülter in den Rückraum legte Malli für Christian Gentner ab, der aus 18 Metern frei zum Schuss kam und die Kugel hoch zur Berliner Führung unter die Latte wuchtete (7.). Die giftigen Gastgeber waren gleich schwer auf Betriebstemperatur, Bayer 04 zeigte sich sichtlich beeindruckt und hatte zunächst Mühe, sich zu befreien und sortiert nach vorn zu spielen.

Erste Chance führt gleich zum Ausgleich

Dann aber lieferte die Werkself wie schon gegen Dortmund einen Beweis enormer Effektivität: Jonathan Tah schlug einen weiten Ball in die gegnerische Hälfte, wo Lars Bender klasse per Kopf in den Lauf von Kai Havertz vorlegte, der bedrängt von Neven Subotic das Bein ganz lang machte und die Kugel als Heber über Gikiewicz ins Netz setzte – 1:1 (22.). Erste Chance, erster Treffer, kann man mal so machen! Berlin blieb indes jederzeit forsch und gefährlich, Hradecky parierte Anderssons Versuch ohne Probleme (30.). Vollands Kopfball nach Havertz-Flanke landete im dritten Stock (31.). Als Subotic Havertz taktisch foulte und so einen vielversprechenden Angriff unterband, gab es zum Erstaunen der Leverkusener keine Gelbe Karte für den Unioner (33.). Die sah dafür wenig später Sven Bender (38.), auch das eine eher überraschende Entscheidung von Schiedsrichter Osmers. Bei der letzten Gelegenheit der ersten 45 Minuten kam Andersson nach einer Rechtsflanke am kurzen Pfosten zum Abschluss, traf die Kugel aber nicht richtig (45.). In einer intensiven, aber auch zunehmend zerfahrenen Partie ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Umstellung nach dem Wechsel

Die zweite Hälfte begann mit zwei Wechseln auf Seite der Werkself: Moussa Diaby und Charles Aránguiz kamen für Leon Bailey und Mitchell Weiser ins Spiel, Kapitän Lars Bender gab fortan den Rechtsverteidiger. Sven Bender wurde ins defensive Mittelfeld vorgezogen, Bayer 04 agierte jetzt im 4-2-3-1. Die Berliner sofort wieder im Angriffsmodus und mit einer Möglichkeit, doch Wendell vermochte Malli gerade noch rechtzeitig zu stören und zur Ecke zu klären (46.). Kurz darauf musste das Spiel erst mal unterbrochen werden, weil im Leverkusener Fanblock mächtig Pyro gezündet wurde.

Die Begegnung blieb intensiv umkämpft, wobei Bayer 04 nun mehr Spielkontrolle innehatte als noch in den ersten 45 Minuten. Ärgerlich, dass Diaby der Ball bei der Annahme versprang nach einem Konter und guten Zuspiel von Havertz (61.). Als die nächsten Pyros im Bayer 04-Block brannten und auch eine dringliche Intervention von Lars Bender am Zaun nichts bewirkte, unterbrach Osmers die Partie für einige Minuten und schickte beide Teams an den Spielfeldrand (65.). Dem Spielfluss vor allem bei der Werkself war das alles andere als zuträglich, Union übernahm nun wieder mehr die Initiative. Sehr stark bei den Gästen präsentierte sich auch in dieser Phase Edmond Tapsoba, der mit seiner unaufgeregten Balleroberung zu gefallen wusste.

Andrichs Schuss rauschte klar am Tor vorbei (75.), das war nach längerer Zeit überhaupt mal wieder eine Chance in diesem Spiel. Bosz nahm seinen dritten Wechsel vor und brachte Karim Bellarabi für Nadiem Amiri. Berlin blieb enorm griffig in den Zweikämpfen und machte den Leverkusenern das Leben weiter schwer. Doch dann das zweite Beispiel höchster Effektivität bei Schwarz und Rot an diesem Nachmittag: Nach einem gelungenen Angriff über Charles Aránguiz und Kevin Volland, der klasse auf Moussa Diaby durchsteckte, traf der Franzose allein vor Gikiewicz technisch fein zum 2:1 (83.).

Bellarabis Tänzchen zum Siegtor

Die Entscheidung? Mitnichten! Nach langem Abschlag von Gikiewicz landete der Ball über zwei Stationen beim Marius Bülter, der Lukas Hradecky mit einem Schlenzer in den Winkel nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit ließ – 2:2 (87.). Danach gingen beide Teams all in und aufs Ganze. Havertz, der jetzt richtig aufdrehte, spielte Bellarabi frei, Gikiewicz rettete der Union den Gleichstand (88.). Wegen der Unterbrechung gab es sieben Minuten Nachspielzeit obendrauf. Berlin war jetzt stehend k.o., nach Bellarabis Pass quer zum Fünfer kam Volland einen Schritt zu spät (90.+3). Dann doch noch die Erlösung: Karim Bellarabi tanzte nach Doppelpass mit Aránguiz durch Berlins Abwehr und verlud Giekiewicz aus spitzem Winkel ins kurze Eck zum 3:2  (90.+4).

Unglaublich, erneut hatte die Werkself ein Match auf den letzten Drücker gedreht. Bei Unions letztem Eckball war auch Keeper Gikiewicz nach vorn geeilt und kam aus fünf Metern sogar frei zum Abschluss, doch Hradecky tauchte ab und begrub die Kugel unter sich (90.+7) – dann kam der ersehnte Schlusspfiff.

Für Bayer 04 geht es mit einer Englischen Woche und zwei Heimspielen über Karneval weiter. Im Hinspiel des Sechzehntelfinales der Europa League trifft die Werkself am Donnerstag, 20. Februar, um 21 Uhr auf den FC Porto. In der Bundesliga geht es am Sonntag, 23. Februar, um 15.30 Uhr mit der Partie in der BayArena gegen den FC Augsburg weiter.

Die Statistik:

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic (85. Polter) – Trimmel, Gentner (75. Prömel), Andrich, Lenz – Malli (75. Ingvartsen), Bülter – Andersson
Bayer 04: Hradecky – Tah, S. Bender, Tapsoba – Weiser (46. Aránguiz), L. Bender, Amiri (75. Bellarabi), Wendell – Havertz, Volland, Bailey (46. Diaby)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.), 2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90.+4)

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Gelbe Karten: Trimmel, Gentner – Weiser, S. Bender

Zuschauer: 22.012

Bewerb_Schwadbud_HomepageMediumRectangle_300x250px_Portovs.jpg

Ähnliche News

Frauen holen Derbysieg am Karnevalsfreitag | 18. Spieltag
Werkself-TV - 13.02.2026

Frauen: Die TV-Highlights des 2:1-Derbysiegs gegen den 1. FC Köln

Werkself-TV zeigt die TV-Highlights des 2:1-Derbysiegs der Bayer 04-Frauen gegen den 1. FC Köln am 18. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga 2025/26.

Mehr zeigen
Willkommen Aleksa Damjanovic | Bayer 04 verpflichtet Sturm-Talent von Roter Stern Belgrad
Werkself-TV - 13.02.2026

Erstes Interview mit Aleksa Damjanovic: „Dieser Schritt bedeutet mir viel“

Bayer 04 sichert sich zur kommenden Saison die Dienste des serbischen U19-Nationalspielers Aleksa Damjanovic. Der 17 Jahre alte Mittelstürmer wechselt im Sommer von Roter Stern Belgrad nach Leverkusen und unterschreibt einen langfristigen Vertrag. Das 1,98 Meter große Sturm-Juwel gilt als eines der vielversprechendsten Angreifer-Talente Europas und überzeugte zuletzt mit starken Leistungen im Profi- und Nachwuchsbereich. Geschäftsführer Sport Simon Rolfes und Direktor Fußball Kim Falkenberg loben besonders seine Abschlussstärke, Kopfballqualitäten und physische Präsenz im Strafraum.

Mehr zeigen
Karneval
Fans - 13.02.2026

„Karneval beim Bayer“: Die Termine der 04 Straßenumzüge

Bayer 04 ist in diesem Jahr wieder mit voller Energie, guter Laune und jeder Menge Kamelle bei den Karnevalszügen in Leverkusen dabei! Unter dem Motto „Karneval beim Bayer“ ziehen wir mit einem bunt geschmückten Bayer 04‑Wagen von Partner Niesen sowie mit mitreißender Musik von DJ Actimax und Maskottchen Brian the Lion durch die Straßen. Bayer 04 freut sich darauf, euch auf der Strecke zu treffen!

Mehr zeigen
FC St. Pauli beim Torjubel
Bundesliga - 13.02.2026

Gegner-Update: Mit Charakter und Mentalität – der FC St. Pauli meldet sich zurück

Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg war der 2:1-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende ein echter Stimmungsaufheller für die Kiezkicker und ihre Fans. Mit viel Rückenwind reist der FC St. Pauli nun also erneut nach Leverkusen. Am Samstag, 14. Februar (Anstoß: 15.30 Uhr/live bei Sky und im Werkself-Radio, Konferenz bei DAZN), treffen die Hanseaten bereits zum dritten Mal in dieser Saison auf Bayer 04. Die letzte Partie gegen die Werkself liegt noch keine zwei Wochen zurück. Trotz der Niederlage im Pokal-Viertelfinale darf das Team von Trainer Alexander Blessin einige positive Dinge aus diesem Spiel mitnehmen. Das Gegner-Update.

Mehr zeigen