
„Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und klar verdient gewonnen. Wir waren in allen Belangen besser und aggressiver als der Gegner, weil wir Frankfurts Stärke und Mentalität gebrochen haben“, sagte Kerem Demirbay voller Zufriedenheit nach dem Abpfiff. Auch Jonathan Tah, der eine fehlerlose Partie gespielt hatte, war happy: „Die ganze Mannschaft hat mit viel Energie gespielt und sich immer wieder gut auf dem Platz gecoacht. Entscheidend war, dass wir den Kampf angenommen haben. Jetzt ist es unser Ziel, auch die letzten drei Spiele dieser Saison zu gewinnen.“
Bayer 04-Coach Hannes Wolf nahm im Vergleich zur Partie am Dienstag bei Bayern München vier Veränderungen in seiner Startelf vor. Für Sven Bender, der mit Problemen am Sprunggelenk verletzt passen musste, Jeremie Frimpong (nicht im Kader), Charles Aránguiz und Moussa Diaby (beide auf der Bank) kamen Aleksandar Dragovic, Karim Bellarabi, Kerem Demirbay und Florian Wirtz neu ins Team. Taktisch begann die Werkself, die von Jonathan Tah als Kapitän aufs Feld geführt wurde, gegen die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde in einem 3-2-4-1-System. Tah agierte diesmal nicht im Zentrum, sondern auf der rechten Seite als Absicherung gegen Filip Kostic.
Bayer 04 startete sehr griffig, fand gut in die Partie und hatte bereits früh die Führung vor Augen. Den Schuss von Patrik Schick wehrte Frankfurts Keeper Trapp zentral nach vorne ab, doch den scharfen Nachschuss von Leon Bailey lenkte Eintrachts Torhüter mit überragender Reaktion noch um den Pfosten (4.). Auf der Gegenseite deuteten auch die Gäste sehr zeitig ihre Stärken in der Offensive an, als André Silva die Kugel nach Zuspiel von Durm nur knapp am kurzen Eck vorbei setzte (6.). Wenig später passte Schick von links klug quer auf Karim Bellarabi, der sofort flach abzog, doch Trapp rettete gerade noch per Fußabwehr (9.). Hier war von Beginn an richtig Feuer drin.

Abgesehen von Silvas Möglichkeit agierte Frankfurt fast ausnahmslos in der Rückwärtsbewegung, weil die ballsichere Werkself sehr variabel nach vorn spielte. Ein Standard ermöglichte die nächste Chance der Hausherren: Nach Eckstoß von Demirbay flog der Kopfball von Edmond Tapsoba einen halben Meter am Tor vorbei (28.). Lukas Hradecky hatte wenig Mühe, den Abschluss von Durm aus spitzem Winkel zu entschärfen (33.). Trapp musste sich da schon mehr strecken, um den Linksschuss von Florian Wirtz zu parieren (35.). Ärgerlich, dass Schick einen vielversprechenden Konter in Überzahl mit einem ungenauen Zuspiel vermasselte (40.).
Unmittelbar vor der Halbzeit schraubten die hochkonzentrierten Leverkusener noch einmal mit einem starken Finale an der Führung: Baileys Versuch wurde geblockt, den Schuss von Demirbay mit rechts hechtete Trapp aus dem Eck und der anschließende Schuss von Exequiel Palacios rauschte knapp am Dreieck vorbei (45.). Die Frankfurter waren mit dem torlosen Remis zur Pause ganz ordentlich bedient. 11:3 Torschüsse wies die Statistik nach 45 Minuten aus Sicht der Leverkusener aus, die zudem 65 Prozent der Zweikämpfe für sich entschieden. Die Vorgabe von Hannes Wolf („Wir müssen uns wehren in den Duellen“) setzte die Mannschaft auf dem Feld eindrucksvoll um.






Die erste Möglichkeit in Hälfte zwei eröffnete sich der Eintracht: Kamada legte die Kugel nach Silvas Rechtsflanke aus kurzer Distanz am Pfosten vorbei (47.). Aber auch die Werkself meldete sich sofort temperamentvoll in der Offensive zurück: Bailey versuchte es allein und drehte Ilsanker ein, sein Schuss ging allerdings über den Frankfurter Kasten (52.). Eine Minute später stand der Jamaikaner erneut im Blickpunkt, als er klasse von links zurücklegte, doch Bellarabi traf den Ball nicht voll und setzte ihn mit links am Pfosten vorbei (53.). Das war ein richtig dickes Ding! Auf der anderen Seite kam Lukas Hradecky nach einer Ecke nicht an den Ball, was für etwas Verwirrung und Gestocher im Strafraum sorgte (58.).
Hannes Wolf nahm den ersten Wechsel vor, brachte Moussa Diaby für Bellarabi (61.). Nach starkem Sprint von Florian Wirtz übers halbe Feld verpasste der Youngster den richtigen Moment zum Abschluss (62.). Wenig später der verdiente Führungstreffer für Bayer 04. Diaby brachte den Ball von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Leon Bailey den Ball fast von der Torauslinie mit ganz viel Gefühl durch Kevin Trapps Beine zum 1:0 über die Linie streichelte (70.) – bereits sein neunter Saisontreffer. Kurz darauf fand Demirbays Hereingabe von rechts keinen Abnehmer im Strafraum (76.).
Frankfurts Coach Hütter reagierte mit einem offensiven Dreifach-Wechsel und brachte Jovic, Younes und Chandler für Barkok, Hasebe und Durm. Bei Bayer 04 kam Lucas Alario für Schick (76.). Und der Argentinier war kurz darauf Wegbereiter und Schütze des 2:0 (80.): Alario schnappte sich den Ball vor dem eigenen Strafraum und trieb ihn über viele Meter, ehe er zu Bailey passte, der sofort wieder für Alario auflegte, der den Ball schließlich technisch hervorragend mit links über Trapp ins Netz lupfte – Saisontreffer Nr. 11 für Alario. Nadiem Amiri und Wendell kamen für Bailey und Wirtz, die beide ein ganz starkes Spiel zeigten. Amiris Strahl aus 20 Metern wischte Trapp aus dem Eck (89.) – der Torhüter war eindeutig bester Frankfurter in der BayArena. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse noch einmal. Erst traf André Silva mit seinem 25. Saisontreffer per Kopf zum Anschluss (90.+1). Doch beinahe im Gegenzug stellte Kerem Demirbay mit einem abgefälschten Schuss aus der Distanz den alten Abstand wieder her und traf zum 3:1 (90.+2).

Die Bundesliga legt am kommenden Wochenende, wenn das DFB-Pokal-Halbfinale auf dem Programm steht, noch mal eine Pause ein, ehe es in den Saisonendspurt mit den abschließenden drei Spieltagen geht. Für Bayer 04 steht am Samstag, 8. Mai, um 15.30 Uhr die Begegnung bei Werder Bremen an.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Tah, Dragovic, Tapsoba – Palacios, Demirbay – Bellarabi (61. Diaby), Wirtz (85. Wendell), Bailey (85. Amiri), Sinkgraven – Schick (76. Alario)
Frankfurt: Trapp – Ilsanker (83. Tuta), Hinteregger, Ndicka – Sow, Hasebe (76. Younes) – Durm (76. Chandler), Kamada (83. Zuber), Barkok (76. Jovic), Kostic – Silva
Tore: 1:0 Bailey (70.), 2:0 Alario (80.), 2:1 Silva (90.+1), 3:1 Demirbay (90.+2)
Gelbe Karten: Palacios – Ndicka
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

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