
Das Topspiel, das in 197 Länder übertragen wurde, bot zunächst einmal einen würdigen Rahmen für drei besondere Jubiläen: Bayer 04 hatte sowohl die 1968er-Mannschaft, die als Westmeister der Regionalliga vor 50 Jahren in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga nur knapp an Kickers Offenbach gescheitert war, als auch die UEFA-Cup-Gewinner von 1988 zu ihrem 30-jährigen Jubiläum und die DFB-Pokalsieger von 1993 zu ihrem 25-jährigen Jubiläum in die BayArena eingeladen. Die insgesamt fast 50 Bayer 04-Helden wurden auf dem Rasen von den Klubverantwortlichen geehrt und vor der Partie von den Bayer 04-Fans mit einer fantastischen Choreografie gefeiert. Alles war also angerichtet für einen großen Fußballabend vor ausverkauftem Haus.
Die Werkself ging nach drei Siegen in Folge mit viel Rückenwind ins Duell mit den Schwarz-Gelben und wollte zum Abschluss der zweiten Englischen Woche in Folge natürlich nachlegen. Allerdings war der BVB mit der Empfehlung eines 7:0-Sieges gegen Nürnberg unter der Woche nach Leverkusen gekommen und bis dato noch die einzige ungeschlagene Manschaft der Liga.
Heiko Herrlich veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:1-Sieg in Düsseldorf auf drei Positionen: Für Tin Jedvaj verteidigte Mitchell Weiser hinten rechts, Julian Brandt übernahm im Mittelfeld für Leon Bailey und in der Sturmspitze durfte Lucas Alario anstelle von Isaac Kiese Thelin ran.
Dann ging’s rein in ein rassiges Duell zwischen Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb. Die Werkself übernahm sofort die Initiative und lief die Dortmunder aggressiv an. An der ersten gefährlichen Aktion der Gastgeber wirkten die Borussen freilich mit, als Zagadou nach einer Ecke von Brandt knapp neben das eigene Tor klärte (7.). Zwei Minuten später schlug’s dann ein im Kasten von Bürki. Havertz legte bärenstark nach links auf Alario, der Argentinier flankte zurück an die rechte Strafraumgrenze, wo sich Mitchell Weiser nicht lange fackelte und aus 18 Metern volley und stramm ins linke Eck zum 1:0 für die Werkself abzog - Bürki war chancenlos. Für Weiser war es sein erstes Pflichtspiel-Tor im Trikot mit dem Kreuz auf der Brust, für Bayer 04 ein Auftakt nach Maß.
Der BVB war nun gefordert und wurde stärker. Pulisic prüfte Lukas Hradecky erstmals mit einem Schuss aus 16 Metern (12.). Aber auch, wenn die Gäste jetzt mehr Ballbesitz hatten, ließ die Werkself kaum etwas zu, weil sie in der Defensive konzentriert und gut gestaffelt arbeitete. So kam der BVB nicht in die gefährliche Zone und brauchte eine Standardsituation für seine nächste Chance. Reus zirkelte einen Freistoß an der Leverkusener Mauer vorbei, aber Hradecky war auf dem Posten (36.).
Es blieb ein hoch intensives Spiel, in dem Bayer 04 wenig später erneut eiskalt zuschlug: Nach einer Ecke von Brandt konnten die Dortmunder den Ball nicht klären, Havertz behielt wieder einmal die Übersicht, legte links rüber auf Jonathan Tah, der Innenverteidiger ließ mit einer Körpertäuschung noch einen Verteidiger aussteigen und zog überlegt aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Hausherren ab (40.). Nach starken 45 Minuten aus Leverkusener Sicht ging es mit diesem Ergebnis auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel gehörte den Gästen die erste Möglichkeit, als Reus einen Schlenzer übers Tor setzte (48.). Fast im Gegenzug zog Brandt zu einem unwiderstehlichen Solo an und packte anschließend den Hammer aus - Bürki lenkte den Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte (50.). Jetzt war’s ein offener Schlagabtausch in der BayArena. Der BVB ging aggressiver drauf, die Werkself konterte stark und hatte viel Pech, als Volland nach einer klasse Kombination über Havertz und Brandt aus 17 Metern nur den Pfosten traf (54.). Das hätte das 3:0 und die Vorentscheidung sein können. Kurz darauf die nächste Chance für den wieder einmal glänzenden Kai Havertz, dessen Schuss Bürki entschärfen konnte (57.). Aber die Dortmunder gaben sich nicht geschlagen und schöpften neue Hoffnung, als Bruun Larsen zum 1:2 abstaubte, nachdem Hradecky zunächst einen Schuss von Reus abwehren konnte (65.).
Auf der anderen Seite bekam Havertz nicht genug Druck hinter einen Kopfball, um Bürki in Verlegenheit zu bringen (69.). Er war ein irres Tempo im Spiel. Im Gegenzug schalteten die Dortmunder wieder in den höchsten Gang: Nach einem Doppelpass mit Sancho hämmerte Reus den Ball zum 2:2-Ausgleich in die Maschen (69.). Der BVB, jetzt druckvoller als die Werkself, drehte das Spiel dann vollends, als Alcacer das 3:2 für die Dortmunder gelang (85.). Tah vergab kurz vor Schluss mit einem knapp neben das Tor gesetzten Kopfball noch eine Möglichkeit für die Werkself, die in der Nachspielzeit noch einmal alles auf eine Karte setzte. Hradecky kam bei einem Eckball mit nach vorne, der BVB fing die Ecke ab und nutzte den Konter zum 4:2-Endstand durch Alcacer (90.+3). „Insgesamt war es eine gute Leistung meiner Mannschaft, aber leider waren wir in den entscheidenden Situationen am Ende nicht da", sagte Cheftrainer Heiko Herrlich nach der Partie. Die Dortmunder übernahmen mit dem Sieg in der BayArena die Tabellenführung in der Bundesliga, Bayer 04 belegt Rang 12.
Für die Werkself steht am Donnerstag, 4. Oktober, die nächste Aufgabe in der Europa League auf dem Programm. Bayer 04 empfängt dann um 18.55 Uhr AEK Larnaka aus Zypern in der BayArena.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Weiser (70. Jedvaj), Tah, S. Bender, Wendell – Kohr, L. Bender – Brandt (79. Paulinho), Havertz, Volland - Alario (70. Bailey)
Borussia Dortmund: Bürki - Hakimi, Akanji, Diallo, Zagadou - Witsel, Delaney (46. Dahoud) - Pulisic (67. Sancho), Bruun Larsen - Reus - Philipp (63. Alcacer)
Tore: 1:0 Weiser (9.), 2:0 Tah (40.), 2:1 Bruun Larsen (65.) , 2:2 Reus (69.), 2:3 Alcacer (85.), 2:4 Alcacer (90.+3)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Gelbe Karten: Wendell - Delaney
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)


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Bitteres Ende des fünften Showdowns der VBL Club Championship 2025/26. In den übrigen drei Spielen der Online-Vorrunde des fünften und finalen Showdowns haben die Leverkusener eSportler keine Punkte holen können. Der Showdown-Eins-Gewinner Bayer 04 verpasst damit den Einzug in die Offline-Runde und kann keine weiteren Zähler für die Gesamttabelle sammeln. In dieser ist das #B04eSports-Team zudem aus den Top Acht gerutscht. Eine direkte Teilnahme am Finalevent um die Deutsche Klub-Meisterschaft ist damit nicht mehr möglich, die Leverkusener müssen den Umweg über die Play-offs gehen.
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