Sven Bender gab sich nach dem Abpfiff entsprechend geknickt. „Wir haben nachgelassen nach der Pause und uns aus dem Spiel nehmen lassen. Mainz war dann sehr aggressiv und von uns kam zu wenig, deshalb haben wir verdient verloren. Jetzt müssen wir den Kopf oben behalten und schnell Ergebnisse liefern“, sagte der Abwehrchef. Kevin Volland sah es ganz ähnlich: „Wir sind hier in der zweiten Halbzeit gnadenlos bestraft worden. Nach der Pause lief nichts mehr zusammen, wir waren naiv, nicht clever und haben die Zweikämpfe nicht mehr angenommen. Das darf eigentlich nicht sein.“
Heiko Herrlich schickte die gleiche Anfangself wie zuletzt gegen Hoffenheim ins Rennen, nachdem sich Jonathan Tah rechtzeitig von seiner im Kreis der U21-Nationalmannschaft erlittenen Kniestauchung erholt hatte. Veränderungen erfreulicher Art gab's auf der Bank: Kapitän Lars Bender gehörte erstmals seit März in einem Pflichtspiel wieder dem Bayer 04-Aufgebot an. Auch Joel Pohjanpalo nahm als zusätzliche Option in der Offensive dort Platz, der Finne meldete sich überraschend schnell nur zwei Wochen nach seinem Muskelfaserriss im Hüftbereich wieder einsatzbereit. Neuzugang Panos Retsos (Knieblessur) fehlte ebenso wie Julian Baumgartlinger (grippaler Infekt) und Tin Jedvaj (Reha nach Haarriss im Schienbein).
Mainz mit den drei Ex-Leverkusenern Adler, Donati und Öztunali bis dahin noch tor- und punktlos: Da war von vornherein klar, dass der FSV vor eigenem Anhang mit geballter Kraft auf unbedingte Wiedergutmachung aus sein würde. Die Werkself wie schon zuletzt in einem taktischen 3-4-3-System, auch die Mainzer wählten diese Grundordnung mit drei zentralen Abwehrspielern, interpretierten sie allerdings deutlich defensiver. Bayer 04 probierte es in der Anfangsphase meist über die rechte Seite mit dem agilen Mehmedi und Bellarabi, sah sich aber einem sehr engmaschig geknüpften Abwehrnetz der Gastgeber gegenüber.
Den ersten Torschuss verzeichneten zwar die 05er, als Latza die Kugel mit links am zweiten Pfosten vorbeisetzte (19.). Doch den Wirkungstreffer erzielte die Werkself: Wendell setzte zentral Dominik Kohr prima in Szene, der sehr entschlossen in den Strafraum zog und Adler mit einem platzierten Schuss ins Eck keine Abwehrchance ließ (21.). Die erste Gelegenheit gleich genutzt – Bayer 04 kann also auch effektiv. Wenig später wurde der einschussbereite Kevin Volland nach Pass von Julian Brandt im letzten Moment von Latza noch gestört, sonst wäre der Doppelpack der ganz in blau spielenden Leverkusener wohl perfekt gewesen (24.).
Mainz wirkte mächtig verunsichert und wurde kaum einmal gefährlich – abgesehen von einem mächtigen Linksschuss von Öztunali aus 20 Metern, der an die Latte krachte (37.). Doch unmittelbar vor der Pause kam der FSV wie aus dem Nichts zurück in die Partie. Brosinski setzte sich über links durch und Muto nutzte die Hereingabe zum Ausgleich (45.), höchst ärgerlich für die Werkself so kurz vor der Halbzeit. „Wir haben das Spiel im Griff und deutlich mehr Anteile. Dann passen wir einmal nicht richtig auf, kriegen das 1:1 und müssen jetzt wieder von vorne anfangen“, sagte Manager Jonas Boldt zur Pause.
Vollands Kopfball nach Flanke Bellarabi bedeutete die erste Torannäherung von Bayer 04 nach der Pause (55.). Dann brachte Heiko Herrlich Kai Havertz für den eher unauffälligen Brandt – und musste mitansehen, wie die Seinen nach einem Standard in Rückstand gerieten: Diallo traf per Kopf aus kürzester Distanz nach dem Freistoß von Öztunali zum 2:1 (57.). Bei der Werkself kam Pohjanpalo für Volland (64.). Bellarabi, der sich kurz zuvor an der linken Hand verletzt hatte, zog volley mit rechts ab, aber Adler hatte kein Problem mit dem zentral geschossenen Ball (67.).
Ohnehin waren die Mainzer, beflügelt von ihren beiden Toren, jetzt mit deutlich mehr Galligkeit im Spiel. Und sie legten nach: Serdar zog von der Strafraumgrenze ab, die von Mehmedi noch leicht touchierte Kugel rauschte flach an Freund und Feind vorbei zum 3:1 ins lange Eck (71.). Bayer 04 hatte das Spiel komplett aus der Hand gegeben – und durfte sich bei Bernd Leno bedanken, der den Schuss von De Blasis sensationell noch um den Pfosten kratzte (77.). Stefan Kießling kam noch für Kohr ins Spiel (84.) – und dem Routinier bot sich per Kopf nach Hereingabe von Mehmedi die dicke Chance zum Anschluss, doch der Ball flog hauchzart am Pfosten vorbei (88.). Es passte zu einem enttäuschenden Nachmittag für die Werkself.
Für die Werkself geht es in der Bundesliga am Sonntag, 17. September, mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg weiter. Anstoß in der BayArena ist um 15.30 Uhr.
Die Statistik
1. FSV Mainz 05: Adler – Bell, Balogun, Diallo – Donati, Latza (46. Serdar), Frei, Brosinski – Öztunali, Muto (89. Quaison), De Blasis (84. Onisiwo)
Bayer 04: Leno – Tah, S. Bender, Henrichs – Mehmedi, Kohr (84. Kießling), Aránguiz, Wendell – Bellarabi, Volland (64. Pohjanpalo), Brandt (56. Havertz)
Tore: 0:1 Kohr (21.), 1:1 Muto (45.), 2:1 Diallo (57.), 3:1 Serdar (71.)
Gelbe Karten: Serdar, Bell – Tah, Kohr
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 24.876
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