
Entsprechend geknickt gab sich der Kapitän nach der Partie. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht. Auch die Führung hat uns keine Sicherheit gegeben. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber es lief nicht rund und vieles blieb holperig. Doch wir haben auch in der letzten Saison schon gezeigt, dass wir nach einem schlechten Start wieder in die Spur gekommen sind. Das müssen wir auch diesmal schaffen“, sagte Lars Bender.
Im Vergleich zu ersten Partie in Mönchengladbach gab es zwei Veränderungen bei der Werkself: Mitchell Weiser besetzte den Posten des Rechtsverteidigers für den nach Monaco gewechselten Benny Henrichs und Kapitän Lars Bender rückte für Dominik Kohr ins defensive zentrale Mittelfeld. Sven Bender gehörte noch nicht wieder zum Aufgebot, Torhüter Lukas Hradecky saß auf der Bank. Bei Wolfsburg vertrat der Österreicher Pavao Pervan den etatmäßigen belgischen Stammkeeper Koen Casteels, der wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes kurzfristig abgereist war.
Bayer 04 ging die Partie voller Elan und Entschlossenheit an. Nicht einmal 20 Sekunden waren gespielt, als Julian Brandt nach schönem Zuspiel von Kevin Volland in letzter Sekunde noch vom Ball und der möglichen Führung getrennt wurde. Lucas Alarios Schuss wurde geblockt, der Kopfball von Jonathan Tah nach Ecke von Bailey flog einen Meter am Eck vorbei (2.). Brandts Linksschuss strich ebenfalls über den Kasten (5.). Die Werkself hatte sich erkennbar eine Menge vorgenommen – und Glück, dass Weghorst nach einem Freistoß von Arnold aus kurzer Distanz das kurze Eck verfehlte (7.). Beim Abschluss von Gerhardt (10.) von der Strafraumgrenze war Ramazan Özcan hellwach und schnell unten, danach rettete der Keeper per Fuß erneut klasse gegen Gerhardt (12.). Auch der nach dem Auftaktsieg gegen Schalke erkennbar selbstbewusste VfL spielte munter nach vorn.
Bayer 04 hatte in dieser Phase Mühe, den rechten Zugriff auf die enorm ballsicheren Gäste zu finden. Auf der Gegenseite entschärfte Pervan recht problemlos einen Flachschuss von Mitchell Weiser aufs kurze Eck (18.). Kurz darauf die Führung für die Hausherren: Leon Bailey setzte sich leichtfüßig mit Ball ab – Lucas Alario hatte geschickt den Laufweg frei gemacht – und überwand Pervan mit seinem strammen Linksschuss aus 18 Metern (24.). Eine Schrecksekunde, als Weghorst Lars Bender rüde am Knöchel trifft und der Werkself-Kapitän behandelt werden muss (29.).
Weghorsts Versuch mit der Hacke war kein Problem für Özcan (35.), zeigte aber, dass der VfL dranblieb. Beim Schuss von Yannick Gerhardt fast von der Torauslinie ließ sich der Bayer 04-Torhüter aber böse überraschen und lenkte die Kugel zum 1:1-Ausgleich ins Netz (36.). Nichts war's mit dem erhofften 350. Bundesligaspiel ohne Gegentor für Bayer 04. Und Steffen hatte unmittelbar vor der Pause sogar das 2:1 für Wolfsburg auf dem Kopf (44.).
Nach der Pause kam Bayer 04 wie schon zu Beginn der ersten Hälfte bereits nach wenigen Sekunden zum ersten Abschluss: Vollands Kopfball nach Alarios Flanke ging drüber (46.). Doch den Wirkungstreffer setzte Wolfsburg: Weghorst nutzte die Unsortiertheit in der Werkself-Defensive und traf per Kopf zum 1:2 (55.), als Wendell angeschlagen auf dem Boden lag. Özcan war hier ohne jede Chance. Der Brasilianer, von einem harten Schuss am Sprunggelenk getroffen, konnte nicht weitermachen, für ihn kam Charles Aránguiz ins Spiel (59.). Für den Chilenen war es das erste Spiel überhaupt in dieser Saison, Vorbereitung inbegriffen. Aránguiz stand kaum auf dem Platz, da nutzte Renato Steffen einen flinken Angriff des VfL zum 1:3 (60.). Wolfsburg hatte die Partie komplett gedreht.
Jetzt war die Werkself zur Reaktion gezwungen. Alario rutschte der Kopfball über den Scheitel (66.), Bailey wurde im Strafraum geblockt (67.). Heiko Herrlich nahm einen Doppelwechsel vor: Paulinho und Kiese Thelin ersetzten Volland und Alario (71.). Der junge Brasilianer stand erstmals in der Bundesliga auf dem Rasen. Doch alle Waffen in der Offensive blieben diesmal stumpf bei der Werkself, die es nicht schaffte, den Gegner unter Druck zu setzen. Ein Schuss von Paulinho landete neben dem Pfosten (87.), den Kopfball von Kiese Thelin parierte Pervan (90.). Am Ende stand eine ernüchternde 1:3-Niederlage.
Am kommenden Wochenende legt die Bundesliga eine Länderspielpause ein. Für Bayer 04 geht es mit dem dritten Spieltag am Samstag, 15. September, in der Allianz-Arena gegen den Titelverteidiger FC Bayern weiter. Anstoß in München ist um 15.30 Uhr.
Die Statistik:
Bayer 04: Özcan – Weiser, Tah, Dragovic, Wendell (59. Aránguiz) – L. Bender, Havertz – Brandt, Volland (71. Paulinho), Bailey – Alario (71. Kiese Thelin)
VfL Wolfsburg: Pervan – William, Knoche, Brooks, Roussillon (84. Uduokhai) – Camacho – Arnold, Gerhardt – Steffen (67. Mehmedi), Brekalo – Weghorst (81. Ginczek)
Tore: 1:0 Bailey (24.), 1:1 Gerhardt (36.), 1:2 Weghorst (55.), 1:3 Steffen (60.)
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Gelbe Karten: Dragovic, Kiese Thelin, Weiser – Camacho, Roussillon, Ginczek
Zuschauer: 26.247

Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochen wurden alle geplanten Partien der Nachwuchs-Teams im Freien abgesagt. Die meisten Mannschaften waren jedoch ohnehin in der Halle aktiv – und das äußerst erfolgreich: Sowohl die U13 als auch die U16-Juniorinnen gewannen ihre Turniere in Wermelskirchen und auf Schalke. Die U19 landete beim hochkarätigen Mercedes-Benz Junior Cup auf Rang 5 und für die U15 stand beim ebenfalls stark besetzten Pape-Cup in Magdeburg am Ende Platz vier zu Buche – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
Mehr zeigen
Enge Tribünen, kleines Feld, laute Fans: Am vergangenen Wochenende trat die U19 von Bayer 04 im Sindelfinger Glaspalast auf dem renommierten Mercedes-Benz Junior Cup 2026 an, der seit über 30 Jahren Topklubs aus dem In- und Ausland anzieht. Über zwei Turniertage duellierte sich der älteste Nachwuchs-Jahrgang des Werksklubs, feierte dabei Siege unter anderem gegen den 1. FC Köln und den FC Bayern München. Am Ende stand der 5. Platz zu Buche. Simone Cannizzaro aus der Leverkusener U17 wurde seinerseits als bester Torschütze des Turniers ausgezeichnet.
Mehr zeigen
Bayer 04-Fans aufgepasst: Beim Heimspiel in der UEFA Champions League gegen den FC Villarreal am 28. Januar (Anstoß: 21 Uhr) haben Werkself-Anhänger die Möglichkeit, das Spiel aus einer anderen Perspektive zu verfolgen. Aufgrund zurückgegebener Kontingente des Gastklubs wird der Auswärts-Stehblock zum Heimbereich. Tickets sind seit Montag, 12. Januar, für Jedermann erhältlich. Alle Infos.
Mehr zeigen
Es war ein gebrauchter Samstagabend. Die Werkself unterlag zum Start ins neue Jahr am 16. Bundesliga-Spieltag 2025/26 gegen den VfB Stuttgart 1:4. Ein Ergebnis, das bei Spielern wie Fans gleichermaßen für enttäuschte Gesichter sorgte. „Wir haben ohne Leidenschaft gespielt“, stellte etwa Alejandro Grimaldo im Anschluss ehrlich fest. Mitspieler Jarell Quansah zeigte sich noch selbstkritischer, betonte: „Wir waren Meilen von einer guten Leistung entfernt. Vor allem vor unseren Fans hier im eigenen Stadion kannst du so eine Leistung nicht zeigen. Da müssen wir uns, um ehrlich zu sein, entschuldigen.“ Alle Aussagen sowie Zahlen und Fakten zum Duell mit dem VfB Stuttgart liefert der Werkself Nachdreher.
Mehr zeigen