
„Es war ein ganz wichtiger Sieg für uns. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft bedingt durch die drei Niederlagen zuvor nicht mit so viel Selbstvertrauen gespielt hat. Aber sie ist geduldig geblieben und hat verdient gewonnen. Entscheidend war, dass wir wieder mal zu Null gespielt haben“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes.
Bayer 04 musste in Stuttgart neben den beiden Langzeitausfällen Karim Bellarabi (Muskel-Sehnen-Verletzung im Oberschenkel) und Joel Pohjanpalo (Probleme im Sprungbein), die in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen, auch erneut Lars Bender ersetzen. Der Kapitän hatte nach seiner Oberschenkelblessur in dieser Woche zwar wieder das Teamtraining aufgenommen, für einen Platz im Kader reichte es aber noch nicht wieder. So entschied sich Chefcoach Peter Bosz für die identische Aufstellung wie zuletzt im Heimspiel gegen RB Leipzig. Beim VfB hatte der Ex-Leverkusener Gonzalo Castro seine Adduktorenblessur überwunden und stand in der Startelf. Kai Havertz bestritt sein 100. Pflichtspiel für Bayer 04.
Die Ausgangslage vor der Partie in der Mercedes-Benz-Arena war eindeutig: Die Werkself benötigte nach drei Niederlagen in Folge dringend wieder einen Dreier, um im Rennen um die internationalen Plätze Boden gut zu machen in der Tabelle. Entsprechend konzentriert und mit viel Ballbesitz gingen die Gäste die Begegnung an gegen wie erwartet recht tief stehende Schwaben, die ganz auf schnelle Konter setzen wollten. Die erste Torannäherung verzeichnete indes der VfB: Didavis mit Effet getretenen Freistoß von rechts wischte Wendell per Kopf aus der Gefahrenzone zur Ecke (7.). Die erste Gelegenheit für die Werkself tat sich Leon Bailey auf, dem Jamaikaner misslang aber die Direktabnahme nach Tahs weitem Pass (14.). Bayer 04 agierte dominant, aber noch ohne das nötige Tempo und Passschärfe. Essweins Schuss aus halbrechter Position aufs kurze Eck lenkte Hradecky gut zur Ecke (16.). Stuttgart war erkennbar darauf aus, spieltechnische Nachteile mit giftiger Zweikampfführung auszugleichen.
Kai Havertz steckte stark auf Julian Brandt durch, doch dessen Abschluss erfolgte aus zu spitzem Winkel und landete nur am Außennetz (27.). Es blieb ein zähes Ringen in der ersten halben Stunde mit eher überschaubarem Unterhaltungsfaktor. Bei einem aussichtsreichen Konter vermasselte Didavi Bayer 04 mit beherztem Einsatz eine Chance (36.). Kevin Vollands Schuss mit rechts geriet zu schwach, Zieler entschärfte den Ball mühelos (38.). Kai Havertz verfehlte den Stuttgarter Kasten um einen halben Meter (39.). Und unmittelbar vor der Pause die dickste Chance der Partie für Kevin Volland: Zieler lenkte den Volleyschuss des Leverkusener Kapitäns aus kurzer Distanz mit einem fantastischen Reflex übers Tor (45.+1) – das hätte die Führung sein können! Das Ende der ersten Hälfte gehörte eindeutig der Werkself.
Bayer 04 machte da nach dem Wechsel gleich munter weiter: Havertz flankte mit rechts von rechts, doch Brandt verrutschte die Volleyabnahme leicht (50.). Dann das nächste dicke Ding für Kevin Volland: Nach Hereingabe von Charles Aránguiz flog sein Kopfball am Tor vorbei (52.). Es gab mittlerweile ein sehr deutliches Chancenplus für Schwarz und Rot. Dann endlich die fällige Führung: Kevin Volland wurde am Strafraumeck von Castro zu Fall gebracht, Schiedsrichter Stieler zeigte sofort auf den Punkt. Kai Havertz schnappte sich die Kugel und traf ganz cool flach ins rechte Eck zum 1:0 (64.) – sein 13. Saisontreffer.
Danach gewann Zieler erneut das Duell gegen Kevin Volland (73.). Kurz darauf kam Lucas Alario für Leon Bailey ins Spiel (78.). Auf der Gegenseite hatte Hradecky keine Mühe, den Schuss von Kabak zu entschärfen (80.). Alarios Kopfball lenkte der aufmerksame Zieler über die Latte (84.). Drei Minuten Nachspielzeit gab es als Zuschlag – und noch eine Rote Karte für die Gastgeber: Ascacibar flog vom Platz, nachdem er Kai Havertz angespuckt hatte (90.).
Für Bayer 04 geht es mit dem 30. Spieltag der Bundesliga und dem Heimspiel am Samstag, 20. April, gegen den 1. FC Nürnberg weiter. Anstoß in der BayArena ist um 15.30 Uhr.
Die Statistik:
VfB Stuttgart: Zieler – Kabak, Pavard, Kempf – Beck, Ascacibar, Castro, Zuber (82. Gomez) – Esswein, Didavi (68. Thommy) – Gonzalez (70. Donis)
Bayer 04: Hradecky – Weiser, Tah, S. Bender, Wendell – Aránguiz, Baumgartlinger, Brandt – Havertz, Volland, Bailey (78. Alario)
Tor: 0:1 Havertz (FE./64)
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)
Gelbe Karten: Beck
Rote Karte: Ascacibar (90.)
Zuschauer: 53.657

7:0-Führung, und dann ein Unwetter: Am vergangenen Mittwoch endete in Eschweiler nach knapp 40 Minuten das Spiel der Bayer 04-Traditionsmannschaft gegen die Altherren des SC Berger Preuß beim Stand von 7:0, weil ein Gewitter aufgezogen war. In Folge eines Hagelschauers einigten sich beide Teams, das Spiel zu beenden, um Verletzungsrisiken auszuschließen. Mit von der Partie in Eschweiler war unter anderem Bayer 04-Geschäftsführer Sport Simon Rolfes.
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Pokalfinale für die U19! Mit einem souveränen 5:1 gegen den SV Eilendorf zog die Elf von Coach Kevin Brok am Mittwochabend ins Endspiel des Verbandspokals ein. Auch die U15 gewann ihr Ligaspiel unter der Woche gegen den Hombrucher SV mit 6:1 und vergrößerte damit das Polster auf Rang zwei. Die U14 tritt unterdessen am Wochenende an, sie trifft beim Turnier im niederländischen Lunteren auf große europäische Namen wie Paris Saint-Germain oder Manchester United. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Dem Titel einen bedeutenden Schritt näher: Die U19 von Bayer 04 steht nach einem souveränen 5:1-Erfolg beim Mittelrheinligisten SV 1914 Eilendorf im Finale des Verbandspokals. Maßgeblich beteiligt daran war Angreifer Berkan Ermec, der einen Dreierpack erzielte (21., 29., 90.+1). Die weiteren Treffer für Schwarz-Rot markierten Jeremiah Mensah (48.) und Emmanuel Chigozie Owen (71.). Der zwischenzeitliche Treffer der Gäste fiel gegen Ende der ersten Hälfte.
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