
Peter Bosz nahm am Ende der englischen Woche vier Änderungen an seiner Startelf vor: Im Vergleich zum Spiel bei Juventus Turin durfte Wendell hinten links für Daley Sinkgraven ran, auf der Doppelsechs erhielt Julian Baumgartlinger den Vorzug für Kerem Demirbay. Außerdem ersetzte Nadiem Amiri in der Offensive Karim Bellarabi, das Sturmzentrum besetzte Kevin Volland statt Lucas Alario. Das bedeutete auch: Kai Havertz stand wie auch gegen Juventus in der Startaufstellung und brach damit einen Rekord: Das Werkself-Eigengewächs ist mit 20 Jahren und 186 nun der jüngste Spieler in der Bundesliga-Geschichte mit 100 Einsätzen. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläums-Spiel, Kai!
Auf der Gegenseite sorgte FC-Coach Markus Gisdol durchaus für Überraschungen und bot mit Katterbach (18), Jakobs (20) und Bundesliga-Debütant Thielmann (17) gleich drei Youngster auf. Thielmann wurde außerdem zum ersten Bundesliga-Spieler des Geburtsjahrgangs 2002. Schon vor Beginn steckte also einiges drin im 63. Rhein-Derby!
Das sollte angesichts der besonderen Atmosphäre im Rhein-Energie-Stadion naturgemäß auch nach Anpfiff so bleiben - aber auch, weil die jungen Kölner durchaus frech starteten und durch Jakobs die erste Halbchance der Partie verzeichneten (5.). Auf Seiten der Werkself war zunächst Geduld gefragt. Bayer 04 baute strukturiert auf, fand aber gegen enorm tief stehende und dicht gestaffelte Hausherren in der Anfangsphase kein Mittel. Der Dauerregen in Köln tat sein Übriges, damit jeder in Schwarz-Rot schnell wusste: Heute wartet ein ganz hartes Stück Arbeit. Diesen Kampf nahm die Werkself an, Horn musste gegen den durchgestarteten Moussa Diaby erstmals eingreifen (21.). Auffällig: Die offensive Dreierreihe der Leverkusener rotierte viel, Kai Havertz, Nadiem Amiri und Moussa Diaby wechselten häufig die Positionen, situativ stieß auch Lars Bender mit nach vorne.
Köln hingegen agierte gegen den Ball weitgehend passiv, stellte aber geschickt die Räume für die Werkself zu, griff immer wieder zu Foulspielen und suchte bei Umschaltsituationen schnell den Weg in die Offensive: Hectors Schuss im Fallen drehte sich am Kasten vorbei (26.), Hradecky sicherte einen Versuch von Thielmann (34.). Bayer 04 hingegen schaffte es nicht, die optische Überlegenheit in Torchancen umzumünzen, auf einen gefährlichen Abschluss auf Horns Tor warteten die Zuschauer im ersten Durchgang vergebens.
Das änderte sich schnell nach Wiederanpfiff. Bayer 04 kam energisch aus der Pause und durch Nadiem Amiri direkt zu einer Gelegenheit, Horn war jedoch auf dem Posten (48.). Kurze Zeit später entschärfte Kölns Schlussmann auch einen Abschluss von Kai Havertz (52.). Peter Bosz brachte weiteren frischen Wind für seine Offensive, Leon Bailey ersetzte Nadiem Amiri (54.) - und sein Team blieb weiter am Drücker. Nach einem Traumpass von Kai Havertz rettete Horn noch so eben vor Kevin Volland (57.).
Doch mitten in die schwarz-rote Drangphase hinein urplötzlich der Schock: Aleksandar Dragovic, im ersten Durchgang bereits mit einer äußerst zweifelhaften Gelben Karte bedacht, verlor einen Zweikampf gegen den eingewechselten Cordoba und wusste sich nur noch mit einem taktischen Foul zu helfen. Die Konsequenz: Gelb-Rot für den Österreicher, Bayer 04 nur noch zu zehnt (62.). Peter Bosz musste auf den Platzverweis reagieren und opferte in Kevin Volland einen Offensivspieler, um in Panagiotis Retsos einen Innenverteidiger-Ersatz einwechseln zu können (66.).
Durch die Überzahl begünstigt kamen die Kölner wieder besser ins Spiel. Czichos vergab nach einer Ecke noch (69.), dann gingen die Hausherren nach einem Konter in Führung: Ein Steilpass wurde von Panagiotis Retsos glücklich in den Lauf von Hector abgefälscht, der zu Cordoba querlegte. Der Joker blieb frei vor Lukas Hradecky cool und markierte das 1:0 (73.).
Doch es sollte noch bitterer kommen für die Werkself: In der nun hitzigen Derby-Atmosphäre ließ sich Leon Bailey von Ehizibue provozieren, griff ins Gesicht des Verteidigers und musste daraufhin mit Rot vom Platz (77.). Mit nun zwei Mann weniger wurde die Partie zur Herkulesaufgabe für Bayer 04. Köln hingegen nutzte die doppelte Überzahl zum entscheidenden 2:0: Bornauw köpfte eine Freistoßflanke von Risse ein (84.).
Viel Frust-Potenzial also auf Seiten von Bayer 04 nach der Derby-Niederlage. Die gute Nachricht: Bereits am Mittwoch (18.30 Uhr) kann die Werkself im Heimspiel gegen Hertha BSC Wiedergutmachung betreiben - dann allerdings ohne die gesperrten Aleksandar Dragovic und Leon Bailey.
Die Statistik:
1. FC Köln: Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach - Skhiri, Hector - Thielmann (56. Risse; 87. Schaub), Drexler, Jakobs - Modeste (56. Cordoba)
Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Dragovic, S. Bender, Wendell – Baumgartlinger, Aránguiz – Havertz, Amiri (54. Bailey), Diaby (82. Bellarabi) – Volland (66. Retsos)
Tore: 1:0 Cordoba (73.), 2:0 Bornauw (84.)
Gelbe Karten: Thielmann, Ehizibue - Havertz
Gelb-Rote Karte: Dragovic (62., wiederholtes Foulspiel)
Rote Karte: Bailey (77., Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)

Wie im Leistungsbereich (U19-U16) baut Bayer 04 auch im Aufbaubereich zur Saison 2026/27 auf vertraute Gesichter in teils neuen Konstellationen sowie auf neue Impulse in den Trainerteams. Die Übersicht zu den Altersklassen U15 bis U11.
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Bayer 04-Fans können ab sofort und noch bis zum kommenden Freitag, 19. Juni, einige Matchworn-Kleidungsstücke, die die Werkself in der Saison 2025/26 getragen hat, ersteigern. Das Gute daran: Der Erlös aller Teile fließt in das Recycling-Projekt Green Mining in São Paulo, an dem Bayer 04 und die nachhaltige Organisation Plastiks bereits seit zwei Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.
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Während die einen Nachwuchs-Jahrgänge von Bayer 04 ihre abschließenden Liga-Spiele der Saison absolvierten, waren andere Leverkusener Junioren-Teams auf Turnieren unterwegs – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Erst den Titel eingefahren, dann ein 100-jähriges Vereinsbestehen gefeiert: Die Traditionsmannschaft von Bayer 04 war am vergangenen Samstag gleich zweimal im Einsatz. Am frühen Morgen stand das gegen den SC Borussia 05 Köln-Kalk letztlich souverän gewonnene Finale um den Ü50-Kreispokal im Kölner Stadtteil Volkhoven/Weiler an, wenige Stunden später folgte beim SV Rindern in Kleve ein Freundschaftsspiel anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Gastgebers.
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