
Seine Startelf hatte Peter Bosz auf nur einer Position verändert - durchaus verständlich nach dieser starken Leistung im Derby am Mittwoch. Sven Bender saß nach seiner Sprunggelenksblessur, die er gegen Köln erlitten hatte, nur auf der Bank, für ihn rückte Jonathan Tah in die Innenverteidigung.
Der Gegner aus der Hauptstadt hatte sich gegen das Offensiv-Ensemble der Werkself für etwas defensiveres Personal entschieden und verlegte sich zunächst aufs Verteidigen. Ganz anders Bayer 04, das sich wie am Mittwoch enorm spielfreudig zeigte und früh zu einigen guten Möglichkeiten kam: Kai Havertz vergab nach Vorarbeit von Leon Bailey (5.), wenige Sekunden später wurde Kevin Volland von Boyata angeschossen, der Ball prallte knapp neben das Tor (6.). Nach einer weiteren gefährlichen Hereingabe von Moussa Diaby rettete Boyata knapp vor dem Werkself-Kapitän (13.) - und die Abschlussmöglichkeiten gingen fröhlich weiter: Kai Havertz scheiterte mit einem spektakulären Fallrückzieher an Jarstein (15.), ein Schlenzer von Moussa Diaby drehte sich am Winkel vorbei (16.).
Von Hertha BSC kam in der Anfangsphase nach vorne kaum etwas - doch mit dem ersten ernstzunehmenden Angriff gingen die Hausherren direkt in Führung. Über ihre rechte Angriffsseite spielten die Berliner einen ansehnlichen Konter, der letztlich im Rücken der Werkself-Abwehr bei Cunha landete. Der Brasilianer schloss technisch perfekt ab und ließ Lukas Hradecky mit einem satten Schuss unter die Latte keinerlei Abwehrchance (22.) Die Werkself lag aus dem Nichts zurück - und musste sich kurze Zeit später bei ihrem Schlussmann bedanken, dass es nicht 2:0 stand: Gegen den durchgebrochenen Cunha vereitelte Lukas Hradecky mit einer exzellenten Fußabwehr und verhinderte den Berliner Doppelschlag (24.).

Bayer 04 hatte nun durchaus zu kämpfen, der Ball lief nicht mehr so gut wie vor dem Rückstand - auch weil die Gastgeber mit der Führung im Rücken deutlich tiefer standen und sich der Werkself kaum noch Räume eröffneten. Es brauchte eine klasse Kombination, um zur nächsten Möglichkeit zu kommen, doch Plattenhardt hinderte im letzten Moment den durchgebrochenen Moussa Diaby am Schuss (34.). Wenig später war es wieder der pfeilschnelle Franzose, der vom rechten Fünfer-Eck unter starker Bedrängung über die Latte schoss (37.). Doch die Werkself musste sich auch immer wieder den brandgefährlichen Kontern der Hertha erwehren, Lukas Hradecky wehrte einen Piatek-Schuss aus spitzem Winkel ab (36.). Nach vorne ließ Bayer 04 nichts unversucht: Leon Bailey sah, das Jarstein weit vor dem eigenen Tor stand und probierte es aus großer Distanz, aber es fehlte an der nötigen Präzision (42.) - wie so oft in dieser ersten Hälfte, die mit einer Pausenführung für die Berliner zu Ende ging.
Peter Bosz reagierte zur Pause und wechselte doppelt: Für Charles Aránguiz und Kevin Volland kamen Kerem Demirbay und Paulinho. Die beiden Neuen leiteten auch gleich die erste Chance für Bayer 04 im zweiten Durchgang ein, letztlich warf sich Plattenhardt aber in den Abschluss von Moussa Diaby (47.). Wie im ersten Abschnitt machte Bayer 04 ordentlich Druck und schnürte Hertha BSC ein - und wie im ersten Abschnitt jubelten die Berliner nach einem klasse gespielten Konter. Nach zwei schnellen und präzisen Pässen brach Piatek links durch, legte sich den Ball an Lukas Hradecky vorbei und lief mit ihm schließlich bis direkt vor die Torlinie, wo Lukebakio nur noch vollenden musste - Tiefschlag für Bayer 04 (54.).
Die Reaktion folgte prompt: Peter Bosz warf alles nach vorne und brachte Lucas Alario für Edmond Tapsoba (57.). Das Pech im Abschluss blieb der Werkself aber treu, auch eine akrobatische Direktabnahme von Kai Havertz fand nicht ihren Weg ins Berliner Gehäuse (61.). Die enorm offensive Ausrichtung führte aber auch zu weiteren Kontergelegenheiten für Hertha BSC: Ein Grujic-Flachschuss rauschte links vorbei (63.). Die Aufgabe für Bayer 04 gegen enorm dicht gestaffelte Berliner war nun sehr undankbar, zumal der Dauerregen in der Hauptstadt ein kontrolliertes Kombinationsspiel immer schwieriger machte. Peter Bosz zog früh seine letzten beiden Optionen und wechselte Nadiem Amiri und Florian Wirtz für Julian Baumgartlinger und Leon Bailey ein (75.). Mit seinem ersten Ballkontakt leitete Youngster Wirtz gleich eine hervorragende Chance für Lucas Alario ein, der den Ball per Kopf an Jarstein vorbeilegte. Doch Torunarigha sprintete der Kugel hinterher und rettete kurz vor der Linie (76.) - ein wenig symbolträchtig für die glücklosen Angriffsbemühungen der Werkself an diesem Nachmittag. Spätestens als Jarstein auch einen letzten Distanzschuss von Nadiem Amiri fing (90.+3), war klar: Das wird heute nichts mehr für Bayer 04.
Durch die Niederlage und den zeitgleichen Sieg von Borussia Mönchengladbach bei Schlusslicht Paderborn (3:1) ist Bayer 04 auf Tabellenplatz fünf abgerutscht Am kommenden Wochenende ist die Werkself damit ausgerechnet auf die Schützenhilfe des heutigen Gegners angewiesen: Hertha BSC gastiert dann nämlich in Mönchengladbach und muss dort gewinnen, damit Bayer 04 mit einem eigenen Sieg in Mainz noch die Königsklasse erreichen kann. Aus Werkself-Sicht lässt sich außerdem hoffen, dass der nächste Auftritt im Olympiastadion besser laufen wird: Am 4. Juli trifft Bayer 04 dort im Finale des DFB-Pokals auf den FC Bayern.
Die Statistik:
Hertha BSC: Jarstein - Pekarik (50. Klünter), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt - Stark, Grujic- Cunha, Darida, Lukebakio (69. Esswein) - Piatek (89. Ibisevic)
Bayer 04: Hradecky – Dragovic, Tah, Tapsoba (57. Alario), Wendell – Aránguiz (46. Demirbay), Baumgartlinger (75. Amiri) – Diaby, Havertz, Bailey (75. Wirtz) – Volland (46. Paulinho)
Tore: 1:0 Cunha (22.), 2:0 Lukebakio (54.)
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Gelbe Karten: Lukebakio, Grujic, Klünter, Stark - Tapsoba, Dragovic, Alario

Die vierte internationale Auswärtsreise dieser Saison in der UEFA Champions League 2025/26 führt die Werkself in die griechische Hauptstadt. Beim aktuellen Doublesieger Olympiakos Piräus bestreitet das Team von Cheftrainer Kasper Hjulmand den 7. Spieltag der Ligaphase. Das Spiel im Karaiskakis-Stadion steigt am Dienstag, 20. Januar (Anstoß: 21 Uhr dt. Zeit), und wird live übertragen auf DAZN. Wir nehmen euch mit auf die Reise nach Athen und berichten hautnah von der Werkself…
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Am 7. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League 2025/26 reist die Werkself zum griechischen Double-Sieger Olympiakos Piräus. Am Dienstagabend, 20. Januar (Anstoß: 22 Uhr Ortszeit/21 Uhr deutscher Zeit, live auf DAZN und im Werkself-Radio) trifft Bayer 04 mit Panagiotis Retsos nicht nur auf einen alten Bekannten, sondern mit dem griechischen Königsklassen-Gegner auch auf eine erfahrene und erfolgreiche Mannschaft. Besonders das Mittelfeld und der Sturm von Olympiakos sind gespickt mit abgezockten Altstars europäischer Top-Klubs – doch auch die müssen erst einmal Lösungen gegen die zuletzt in der UCL souverän agierende Werkself-Defensive finden. Die Kurzpässe.
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