
Cheftrainer Peter Bosz wechselte im Vergleich zum 1:1 bei Schalke 04 auf vier Positionen: Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger, Leon Bailey und Kevin Volland – der Stürmer beginnt erstmals nach der Corona-Spielpause – standen in der Startelf. Dafür rotierten Mitchell Weiser, Kerem Demirbay, Nadiem Amiri und der gelb gesperrte Lucas Alario aus der Anfangsformation.
Die Werkself begann im Derby mit einer Viererkette, in der der gelernte Innenverteidiger Dragovic die Person des rechten Verteidigers bekleidete. Schwarz-Rot erwischte derweil einen Start nach Maß: Moussa Diaby rannte alleine auf FC-Keeper Timo Horn zu, Abwehrspieler Noah Katterbach grätschte im letzten Moment dazwischen und verhinderte den Einschuss (3.). Nur vier Minuten später dann nach einer Ecke der prompte Führungstreffer für Schwarz-Rot: Bailey zog den Ball von der rechten Seite scharf auf den kurzen Pfosten, dort verlängert Sven Bender mit der linken Fußspitze ins Gehäuse. Die Leverkusener belohnten sich für einen konzentrierten und engagierten Auftritt in der Anfangsphase. Der auffällige Diaby setzte sich anschließend gegen zwei Kölner durch, scheiterte aber an Horn (13.).

Nach 20 Minuten dann die erste Torannäherung der Gäste. Elvis Rexhbecaj setzte aus 20 Metern einen direkten Freistoß über das Gehäuse von Lukas Hradecky. Fortan wurde das Spielgeschehen ruhiger, Schwarz-Rot kontrollierte das Duell. Lediglich zwei Foulspiele gegen Volland (22.) und Sven Bender (25.) erhitzten die Gemüter. Der Torschütze konnte nach einem Einsteigen von Anthony Modeste erst weitermachen, musste nach ein paar Minuten aber wegen anhaltender Schmerzen das Feld verlassen. Für ihn kam im mittlerweile starken Platzregen Nationalspieler Jonathan Tah (32.).
Fünf Zeigerumdrehungen später verzog noch Kai Havertz nach ansehnlicher Vorarbeit von Diaby (37.), doch das war’s noch nicht in der leeren BayArena. Kurz darauf spielten sich Wendell und Bailey über links durch, Letzterer – erst am Wochenende zum ersten Mal Vater geworden – legte in den Rückraum auf den einlaufenden Havertz, der aus fünf Metern maßvoll vollendete (40.). Danach war Pause.
Ohne personelle Veränderungen kehrten beide Teams aus den Kabinen zurück. Nach zwei Torannäherungen der Gäste aus der Domstadt kamen sie erneut vor das Tor der Leverkusener – und es wurde brandgefährlich: Eine Hereingabe von der rechten Seite landete beim freien Jhon Cordoba, der den Flugkopfball aber rechts vorbei setzte (55.). Kurz darauf dann der 1:2-Anschluss: Eine Ecke von der rechten Seite fand den aufgerückten Sebastiaan Bornauw, der sich in der Luft behauptete und den Ball ins linke Eck köpfte (59.). Die Partie war damit wieder offen.

Nach einer Stunde kam neben Paulinho auch Youngster Florian Wirtz ins Spiel. Der 17-Jährige – seit kurzem jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte – durchlief die Jugendabteilung des FC und stand heute erstmals gegen seinen Ex-Klub auf dem Feld. Die Kölner präsentierten sich im zweiten Abschnitt insgesamt besser als noch in Hälfte eins, nach dem 1:2 erspielten sie sich jedoch erst einmal keine Großchancen mehr.
So war es letztlich der heute herausregende Diaby, der nach Vorarbeit von Havertz den 3:1-Endstand besorgte. Der Franzose wurde auf der rechten Seite freigespielt, enteilte Kölns Toni Leistner und vollendete aus spitzem Winkel (83.). Etwa zehn Minuten später war dann Schluss in der BayArena, die Werkself gewann das Heim-Derby alles in allem verdient und darf sich über die Rückkehr auf Rang vier freuen.
Für Schwarz-Rot geht es am Samstagnachmittag, 20. Juni, in der Hauptstadt weiter. Um 15.30 Uhr steht Bayer 04 dem wiedererstarkten Hertha BSC im leeren Berliner Olympiastadion gegenüber. Alle neun Bundesligapartien des 33. Spieltags werden zeitgleich angepfiffen.
Die Statistik:
Bayer 04: Hradecky – Dragovic, S. Bender (32. Tah), Tapsoba, Wendell – Aránguiz (85. Demirbay), Baumgartlinger – Diaby, Havertz (85. Amiri), Bailey (64. Wirtz) – Volland (64. Paulinho)
1. FC Köln: Horn – Ehizibue, Bornauw, Czichos (56. Leistner), Katterbach – Skhiri (56. Höger), Rexhbecaj (78. Kainz) – Drexler, Thielmann (78. Uth) – Cordoba, Modeste
Tore: 1:0 S. Bender (7.), 2:0 Havertz (40.), 2:1 Bornauw (59.), 3:1 Diaby (83.)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Gelbe Karten: Aránguiz, Dragovic – Czichos, Leistner


Nächster Titel für die U15 – und was für einer: Nach dem Gewinn des Essener Otto-Rehhagel-Cups am vorherigen Wochenende holten die Leverkusener Junioren auch beim hochkarätig besetzten KDB Cup die Trophäe. Eine starke Leistung inklusive eines spannenden Final-Erfolgs im Elfmeterschießen gegen den Nachwuchs des Champions-League-Siegers Paris Saint-Germain ließ Schwarz-Rot beim in Kooperation mit dem belgischen Weltstar Kevin De Bruyne ausgerichteten Turniers erneut jubeln. Außerdem überzeugten die U16, die U14 und die U13 mit Siegen in ihren jeweiligen Liga-Partien. Das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Rüdiger Vollborn ist seit 40 Jahren im Klub, mit 401 Bundesliga-Einsätzen der Rekordspieler des Klubs und hat als einziger Bayer 04-Profi sowohl den UEFA-Cup (1988) als auch den DFB-Pokal (1993) gewonnen. Und auch nach seiner beeindruckenden Profi-Karriere blieb der gebürtige Berliner dem Werksklub weiter erhalten, arbeitete fortan neun Jahre als Torwarttrainer. Inzwischen ist Vollborn unterm Bayer-Kreuz als Fanbeauftragter und Klub-Archivar tätig. Seit Februar 2021 nimmt das personalisierte schwarz-rote Lexikon die Werkself-Fans in der Rubrik „Rudi erzählt...“ monatlich mit auf eine kleine Reise in die Geschichte von Bayer 04.
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