„Wir werden versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen“

Am Freitagmittag hat Bayer 04 seinen neuen Cheftrainer Peter Bosz offiziell vorgestellt. Auf der Pressekonferenz im Mediencenter der BayArena stellten sich neben dem 55-Jährigen Niederländer auch Rudi Völler (Geschäftsführer Sport) und Sportdirektor Simon Rolfes den Fragen der Medienvertreter.

Dabei äußerte sich Peter Bosz unter anderem über…

…das Engagement bei Bayer 04: „Ich bin froh, dass ich nach einem Jahr wieder als Trainer tätig sein darf. Und dann auch noch bei so einem schönen Verein wie Bayer 04 Leverkusen, der eine sehr gute Mannschaft mit vielen interessanten Spielern hat. Ich freue mich darauf, endlich wieder auf dem Platz zu stehen.“

…die kurze Vorbereitungszeit bis zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach am 19. Januar: „Wir haben nur zwei Wochen, bis es wieder losgeht – das ist nicht viel Zeit. Wir müssen und werden jetzt so schnell wie möglich mit den Spielern arbeiten und die Spieler kennenlernen, die Spieler müssen mich kennenlernen. Wir werden nicht nur auf dem Trainingsplatz stehen, sondern auch Sitzungen haben, in denen ich meine Spielweise erklären kann. Das wird eine harte Arbeit. Ich glaube aber, dass es durchaus von Vorteil ist, dass ich die Mannschaft seit 1,5 Jahren mehr als gewöhnlich verfolge und auch in dieser Saison schon viele Spiele von Bayer 04 gesehen habe.“

…das Hauptaugenmerk seiner Arbeit in den nächsten Tagen: „Es ist nicht möglich, mein Spielsystem innerhalb von zwei Wochen komplett auf die Mannschaft zu übertragen. Wir werden damit anfangen, müssen uns aber jetzt erstmal darauf konzentrieren, möglichst intelligent zu spielen: Wenn wir offensiven, attraktiven Fußball spielen möchten, müssen wir als Mannschaft nach vorne kompakt stehen und gut verschieben – wir können nur offensiven Fußball spielen, wenn unsere Verteidigung gut organisiert ist. Wir werden hart daran arbeiten, dass das so schnell wie möglich klappt.“

…die Zielsetzung für die Rückrunde: „Im Fußball will man immer jedes Spiel gewinnen. Wenn das klappt, ist Vieles möglich. Aber man muss realistisch sein, dass man nicht jedes Spiel gewinnen kann. Wir haben eine gute Mannschaft und werden versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Wir sind noch in der Europa League und im DFB-Pokal – das sind interessante Wettbewerbe. Am Ende muss es natürlich das Ziel sein, dass ein Verein wie Bayer 04 Leverkusen wieder europäisch spielt.“

…seine Fehler während seiner Trainer-Tätigkeit bei Borussia Dortmund: „Die Fehler, die ich da gemacht habe, möchte ich hier nicht nochmal machen. (lacht) Ich habe sicherlich Fehler gemacht, aber es geht immer darum, aus seinen Fehlern zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Und diese Erfahrungen nehme ich mit. Nicht nur die Spieler müssen sich entwickeln – das muss ich als Trainer auch.“

…die Tätigkeit nach seiner Zeit in Dortmund bis zu seinem Engagement beim Werksklub: „Ich habe viel Zeit mit der Familie verbracht, habe mir aber auch sehr viel bei Trainer-Kollegen abgeschaut – dazu war ich auch unterwegs bei Vereinen in anderen Ländern. Insgesamt habe ich viel Fußball gesehen und die Zeit genutzt, die man normalerweise in diesem Maße als Trainer nicht hat.“

…die Arbeit mit Talenten wie beispielsweise Julian Brandt, Kai Havertz oder Leon Bailey: „Es macht immer Spaß, talentierten Spielern weiterzuhelfen, es macht auch Spaß solche Spieler in eine Mannschaft zu integrieren und zusammen erfolgreich zu sein. Aber wir haben nicht nur Talente in der Mannschaft, sondern auch ältere, erfahrene Spieler, die auch gute Fußballer sind. Ich denke, wir haben einen guten Kader.“

…sein Comeback in der Bundesliga: „Wenn ich ganz ehrlich bin, wollte ich gerne zurück in die Bundesliga. Ich hier noch nicht fertig. (lacht) Weil es (in Dortmund, Anm.) einfach zu kurz war und die Menschen hier noch nicht den wahren Trainer Peter Bosz gesehen haben. Ich hoffe, dass sie das nun sehen können, wenn ich hier bin.“

…die Frage nach seinem Spielsystem: „Man kann ein System auf verschiedene Weisen spielen lassen. Mir ist es nicht so wichtig, ob man das 4-3-3 oder 4-4-2 nennt. Viel wichtiger ist, welche Spieler ich zur Verfügung habe. Ich muss schauen, wie ich mit diesen Spielern am besten attraktiven Fußball spielen kann. Das ist das, was wir in der kommenden Zeit auch machen wollen.“

„Haben viele Spieler, die mit der Art Fußball gut zurecht kommen“

Rudi Völler: „Es ist kein Geheimnis, dass wir vor knapp anderthalb Jahren schon mal engeren Kontakt hatten – das hat dann leider nicht funktioniert. Peter steht für den Fußball, den wir in ähnlicher Form vorher auch schon unter Roger Schmidt haben spielen lassen, der Fußball, der auch vielen unserer Spieler zu Gute kommt, weil sie jung und schnell und gut am Ball sind und einen gewissen Vorwärtsdrang haben.“

Simon Rolfes: „Peter steht für offensiven und attraktiven Fußball. Das wollen wir in der Rückserie weiterentwickeln, da wir sehr viele Spieler haben, die mit dieser Art Fußball sehr gut zurechtkommen. Peter ist ein sehr kommunikativer Trainer – wir haben in den letzten Tagen viele Gespräche geführt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und hoffe, dass sie sehr erfolgreich werden wird.“

...über mögliche Neuverpflichtungen: „Vom Grundsatz her haben wir einen guten Kader, dem wir absolut vertrauen und auch den Spielern dahingehend vertrauen, dass sie in der Rückrunde noch eine Schippe drauflegen können. Im Fußball kann sich immer mal wieder kurzfristig etwas ergeben, aber an sich ist das bei uns nicht geplant.“

 

 

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